Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
fertig  
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Band V,2 (1905), Sp. 18981899
Linkvorlage für WP   
* {{RE|V,2|1898|1899|Ebriapa|[[REAutor]]|RE:Ebriapa}}        

Ebriapa, sarmatische Stadt am Vardanes, Ptol. V 8, 14 (ed. Müller). Der Geograph verzeichnet die Stationen der wichtigen, pontisch-armenischen Straße, die die zahlreichen griechischen Handelsplätze des ,Kimmerierlandes‘, der Halbinsel Taman am Kimmerischen Bosporos, mit Kolchis, Armenien und dem östlichen Kleinasien in Verbindung setzte und von der schon Herodot Kenntnis verrät. Sie besaß um so größere Wichtigkeit, als die natürlichste Landverbindung zwischen dem Kimmerischen Bosporos (der Straße von Kertsch) und Kolchis usw. längs der Nordostküste [1899] des Schwarzen Meeres durch den hier unmittelbar am Meere hinstreichenden Kaukasos verlegt ist; diesen mußte sie im Norden umgehen, und hier wurde ihr die Richtung vorgeschrieben durch die lange, dem Gebirge parallele Linie des Hypanis (bei Ptol. Vardanes, heute Kuban), dem sie von seiner Mündung, gegenüber der Straße von Kertsch, nach Osten folgte. Im weiteren Verlaufe fällt sie zusammen mit der Route der Eisenbahn Rostow bis Wladikawkas. Zwischen dieser Stadt und Tiflis überschritt sie den Kaukasos in dem bekannten Kreuzbergpaß am Kasbek, den Sarmatischen Toren des Ptolemaios. Nach den Längen- und Breitenangaben des Geographen bestimmt sich ihre Länge zwischen dem Passe und der Kubanmündung auf rund 4 360 Stadien (714 km), eine Zahl, die mit der nach den modernen Karten berechneten recht gut stimmt. Die einzelnen Stationen sind folgende:

Skopelos (heute Kopyl), an der Kubanmündung – Suruba 1345 St. (220½ km)
Suruba – Korusia 558 St. ( 91½ km)
Korusia – Ebriapa 558 St. ( 91½ km)
Ebriapa – Seraka 558 St. ( 91½ km)
Seraka – Sarm.Tore 1340 St. (219½ km).

Darnach ist die vierte Station, E., von der Kubanmündung über 400 km entfernt, also etwa nordwestlich von der Eisenbahnstation Kurschawsk anzusetzen. Sie lag demnach im Gebiet der Agoritai (s. d. und Epageritai). Aus Ptolemaios scheint sich zu ergeben, daß bei E. eine zweite pontische Straße einmündete, die in der Hafenstadt Pityus ihren Anfang nahm und den Kaukasos in dem Quertale des oberen Kuban überstieg.