Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,2 (1905), Sp. 1708
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Drimakos (Δρίμακος), als Heros Eumenes in Chios verehrt. Die Sclaven der Chier hatten sich in die Berge geflüchtet und brandschatzten von dort aus das Besitztum ihrer früheren Herren. Ihr Führer war D. Nach vergeblichen Versuchen, die Aufständischen zu bezwingen und sich des D. zu bemächtigen, schlossen die Chier auf des letzteren Vorschlag mit ihm einen Vertrag, wonach D. sich verpflichtete, unter seiner Schar gute Mannszucht zu halten, dafür aber den Scheunen der Herren den nötigen Lebensunterhalt für sich und seine Leute entnehmen durfte. Später setzte die Stadt doch einen Preis auf seinen Kopf: Geld, und wenn es ein Sclave sei, die Freiheit dazu. Der alt gewordene D. überredete seinen geliebten Knaben, ihm den Kopf abzuhauen und sich den Preis zu verdienen. So geschah es. Als nun die Chier aufs neue von den Aufständischen hart bedrängt, wurden, errichteten sie dem ,wohlwollenden‘ D. ein Heroon. Ihm bringen die entlaufenen Sclaven Gaben dar und opfern die Chier, denen er im Traum böse Anschläge der Sclaven verkündet hat, Nymphodor bei Athen. VI 265 f. (als ,kurz vor unserer Zeit‘ geschehen). Die Geschichte ist ein charakteristisches Beispiel dafür, wie noch in später Zeit selbst gering geachtete Kreise ihre Helfer und Schützer zu Heroen erhoben, und als solche verehrten, Rohde Psyche 643f.