Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,1 (1903), Sp. 12301231
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Ditiones, eine der grössten dalmatinischen Völkerschaften (Strab. VII 314), die in 239 Decurien zerfiel und zum Conventus Salonitanus gehörte (Plin. n. h. III 142. G. Zippel Die röm. Herrschaft in Illyrien 198. H. Kiepert Formae orbis antiqui XVII Beiblatt 6). Sie dürfte, da Ptolem. II 16, 8 die Διτίωνες unter den Stämmen anführt, noch zu Beginn des 2. Jhdts. eine Gaugemeinde gebildet haben (A. Schulten Rh. Mus. 1895, 536). Die Wohnsitze der D., die früher wegen der unrichtigen Lesung der Milienzahl in CIL III 3198 (178 statt 77) in Nordostbosnien gesucht wurden (Mommsen CIL III p. 407; vgl. tab. III. Zippel 197. W. Tomaschek Mitt. der Wiener geogr. Gesellschaft 1880, 563. H. Cons La province Rom. de Dalmatie 171. Kiepert Formae XVII). hat A. Bauer Arch.-epigr. Mitt. XVII 139 durch Festlegung des auf dem Strassendenkmale CIL III 3198 = 10156 genannten [sum]mus mons Ditionum Ulcirus in Rastello di Grab mit grosser Wahrscheinlichkeit zu beiden Seiten der dinarischen Alpen im Quellgebiete der Krka (Titus), Una und des Unac ermittelt. Das Gebiet wurde von dem Statthalter Dolabella (14–18/19 n. Chr., W. Liebenam Forschungen zur Verwaltungsgeschichte I 153f.) durch die Strasse Salona–Cetinathal–Burnum –Rastello di Grab mit der Landeshauptstadt in directe Verbindung gebracht (vgl. die soeben angeführte Inschrift) und damit dem römischen Cultureinflusse eröffnet. Eine Fortsetzung ins Unac- und Sanathal erhielt diese Strasse unter Claudius 47/48 n. Chr. (Ballif-Patsch Röm. Strassen in Bosnien und der Hercegovina I 12ff. 52ff.). Eine feste Stütze hatte hier das Römertum an der nahen Festung Burnum. Die D. dienten in den Auxiliartruppen (Brambach 741 [Bingerbrück]: Bato Dasantis fil. natione Ditio mil. ex coh. IIII Delmatarum, vgl. Mommsen Ephem. epigr. V p. 183. 242; Herm. XIX 28, 4) und [1231] in der Kriegsmarine (CIL V 541 [Triest]: T. Dom[i]ti Gracilis na(tione) Ditio(nis) .... mil. an. XIII (quadriremi) Pado, vgl. Mommsen Ephem. epigr. V p. 184. O. Fiebiger De classium Italicarum historia et institutis 335). Über den in Dalmatien wiederholt vorkommenden Personennamen Ditus, Dito vgl. Tomaschek a. a. O. 564.