RE:Dionysios 96

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,1 (1903), Sp. 925
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96) Auch die Ὀρνιθιακά wurden dem Periegeten abgesprochen (Vit. Chis. 81, 15, wo hinter Ὀρνιθιακῶν ⟨βιβλία τρία⟩ zu ergänzen ist) und einem sonst ganz unbekannten D. aus Philadelphia (welchem?), ὃν διὰ λέξεως ἀκυρολογίαν ἀπεκάλουν ὑπόκενον (Eustath. 215, 13, vgl. Schol. 427, 11. Vit. Chis.) zugesprochen. Man wird sich damit begnügen müssen, jedenfalls reichen die Gründe, die zuletzt M. Wellmann Herm. XXVI 507 für den Periegeten geltend gemacht hat, keineswegs aus. Wir besitzen von diesem Gedicht noch eine prosaische Paraphrase aus byzantinischer Zeit (ohne Grund dem Euteknios zugeschrieben), die wohl nach der Vorlage in drei Bücher geteilt ist, und erfahren, dass der Dichter am Schlusse seines Werkes fingiert hatte, von Apollon unterwiesen zu sein. Diese Paraphrase ist an einer Stelle wörtlich ausgeschrieben von Demetrios im ἱερακοσόφιον 11 (Aelian ed. Hercher kl. Ausgabe II 345, vgl. Oder Rh. Mus. XLIII 547, der durch den lückenhaften Text Schneiders irregeführt ist). Das Werk ist aus guten Quellen (z. B. Alexandros von Myndos, Wellmann a. a. O. 507–516) geschöpft, cultur- und sagengeschichtlich recht interessant (I 14 stammt aus den Metamorphosen des Parthenios, vgl. Knaack Rh. Mus. LVII 206) und verdient eine neue Ausgabe. Herausgegeben ist es unvollständig nach einem seitdem verschollenen Vaticanus von Leo Allatius in den Symmicta IV 47 (Rom 1668) unter dem Titel Oppiani Ixeutica prosa oratione expressa (vgl. Fabricius Bibl. graeca XIV 6), dann von Erasmus Winding Kopenhagen 1702 u. ö. (sehr schlecht), als Anhang zum Oppian von J. G. Schneider Strassburg 1776 (mit brauchbaren Noten), vollständig in den Poetae (bucolici et) didactici (Paris 1851) 107–126 von F. S. Lehrs und Dübner, nachdem es Cramer aus dem Cod. Paris. 1843 (der in der Mitte von II 19 abbricht) in den Anecd. Par. I 21–42 veröffentlicht hatte (vgl. Miller Journal des Savants Aug. 1850, 483). Auf neue Hss. weist Dübner in der Praef. hin (eine in Wien, eine im Escorial). Lateinische Übersetzung von C. Gesner in seiner Historia avium (Zürich 1554 u. ö.), der einen ebenfalls verschollenen Cod. Venetus benützt hat.