Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,1 (1903), Sp. 791–792
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Diokles (Διοκλῆς; Hymn. in Ger. 158 Διόκλου wie von Διόκλος). 1) Megarischer Heros, dem das [792] Fest der Διόκλεια (s. d.) galt und den der Megarer anrief, um eine Behauptung zu bekräftigen, Arist. Ach. 774. Der homerische Hymnos auf Demeter (158. 474) nennt D. unter den sechs bezw. vier Königen von Eleusis‚ das damals von Athen noch unabhängig war und vielmehr nach Megara zu gravitierte. Spätere megarische Historiker fassten darum das Verhältnis so auf, dass D. der megarische Commandant (ἄρχων) von Eleusis war, den Theseus von Athen aus überrumpelte und so Eleusis einnehm, Plut. Thes. 10. Theokrit nimmt den megarischen D. bereits, unbekümmert um seine Vergangenheit, als Ἀττικὸν ξεῖνον (XII 28) und spielt mit dem Beiwort φιλόπαιδα auf die Geschichte an, die sein Scholiast wohl aus einem alexandrinischen Dichter erzählt, dass D. aus Athen nach Megara floh und in der Schlacht fiel, während er einen geliebten Knaben mit seinem Schilde deckte; dafür würden ihm zum Gedächtnis die Διόκλεια gefeiert. Die Geschichte ist natürlich das αἴτιον zu dem Feste.