Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,1 (1903), Sp. 445
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7) Didymos aus Alexandreia, war Landwirtschaftler und Arzt, und lebte um dieselbe Zeit wie der Berytier Anatolios, d. h. im 4. oder 5. Jhdt. n. Chr.; vgl. E. Oder Beiträge zur Gesch. der Landwirtschaft bei den Griechen, Rh. Mus. XLV 222. Nach Suidas s. v. führte sein landwirtschaftliches Werk den Titel γεωργικά und umfasste 15 Bücher. Es ist eine Compilation grossen Stiles und neben dem Werke des Anatolios die Hauptquelle unseres Corpus der Geoponici (Oder a. a. O. 213ff.). Ausserdem verfasste er eine medicinische Compilation, deren Titel ὁκτάτομος vielleicht ein Gegenstück ist zu dem ὀκτάτευχος des Osthanes; aus ihr hat Alexander von Tralles, der ihn ὁ σοφώτατος nennt (II 319 P.), eine Reihe von Wundermitteln (φυσικά) gegen den Schlucken erhalten. In Kyrene will er selbst gewesen sein und ein Mittel in Erfahrung gebracht haben; ein zahlenmystisches Mittel der Kreter findet besondere Beachtung; auch ein Mittel der südlichen Aithioper kennt er. Das ist natürlich alles altes Gut; keinem Geringeren als Archigenes verdankt er das ganze Arsenal abergläubischer Wundermittel (vgl. Alex. v. Trall. I 567ff.). Aet. VI 15 führt von ihm ein Wundermittel gegen Epilepsie an. Ganz denselben Charakter zeigt das in den Geop. X 87, 6 aus D. angeführte Amulet gegen das frühzeitige Abfallen von Baumfrüchten. Vgl. über das alles die trefflichen Ausführungen von E. Oder Rh. Mus. XLV 212ff.