Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,1 (1903), Sp. 276–277
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Deunx. Deunx, dextans, dodrans heissen in der römischen Teilungsrechnung die Beträge von 11, 10, 9 Zwölfteln. Die Einheit ist der as, das Zwölftel die uncia. Zwei Unzen heissen, weil sie 1/6 der Einheit ausmachen, sextans, drei Unzen, weil = 1/4 der Einheit, quadrans. Indem man das Ganze der Reihe nach um 1, 2, 3 Zwölftel verringerte, entstanden die Ausdrücke deunx, dextans (verkürzt aus desextans), dodrans (verkürzt aus dequadrans). Über diese und die übrigen Bruchteile der Einheit (die oben unter As nur insoweit erwähnt sind, als es sich um Münzen handelt) vgl. Varro de l. l. V 171f. Colum. de r. r. V 1 (Metrol. script. II 53ff.). Volus. Maec. distrib. 1-42 (ebd. 61ff). Liber de asse 2-16 (ebd. 72ff.) u. a. (nachgewiesen von Hultsch Metrologici script. II xxviff. und Metrol.² 145, 1), ferner über die Anwendung der Duodecimalteilung auf jede beliebige Einheit Hultsch Metrol. 148f. Insbesondere erscheint der deunx als Teil des Fusses in der Arvalinschrift CIL VI 2059, 33f. (vgl. Metrologie 76), des Iugerum bei Colum. de r. r. V 1 (Metrol. script. II 56, 16), des Sextarius bei Mart. XII 28 (vgl. Metrologie 119), des Pfundes bei Prisc. de fig. num. 10 (Metrol. script. II 83, 17) und CIL X 6, der auf 1 % monatlich angesetzten Kapitalzinsen, mithin Bezeichnung einer jährlichen Verzinsung von 12 %, bei Pers. 5, 149f. (vgl. Hultsch Jahrb. f. Philol. 1889, 338f.), der Erbschaftsmasse bei Cic. Caec. 17.

Da für die Hälfte des As von ältester Zeit her das Zeichen S und für die uncia ursprünglich der Punkt (der auf den Münzen als kleine Halbkugel erscheint), später der horizontale Strich ━ oder statt dessen die Formen Pauly-Wissowa II,2, 1500 b5.jpg oder ◡ gedient haben, so werden die Bezeichnungen der oben genannten Asteile zusammengesetzt aus S und fünf, bezw. vier oder drei Zeichen der uncia, Hultsch Metrol. script. II XXVI; Metrologie 146f. Insbesondere findet sich für deunx das Zeichen S = = ━, ausser bei Maec. distrib. 14 (Metrol. script. II 63), auch CIL VI 2059, 33f., S Pauly-Wissowa II,2, 1500 b8.jpg• CIL X 6, 5. Auf der antiken Schnellwage [277] von Chiusi sind, wegen der Schmalheit der Abteilungen, die fünf Punkte oberhalb von S in verticaler Reihe, und ähnlich die vier Punkte beim dextans und die drei Punkte beim dodrans angebracht, Pernice Archaeol. Jahrb. XIII (1898) 74. In Cartagena ist eine ähnliche Wage aufgefunden worden, von welcher jedoch nur das Fragment einer Zeichnung bekannt ist. Hier sind die fünf, bezw. vier und drei Punkte unterhalb des Zeichens S, ebenfalls in verticaler Reihe, eingetragen. Hultsch Ephem. epigr. VIII p. 482f.