RE:Claudius 302

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,2 (1899), Sp. 2856
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302) C. Claudius Pulcher, Sohn von Nr. 295 (über seine Herkunft vgl. Fasti Cap. Cic. Verr. II 122; off. II 57). Er bekleidete zuerst die Quaestur und nach dieser um 650 = 104 das Amt, eines Münzmeisters entgegen dem späteren Gebrauch (Elogium XXXIII CIL I² p. 200 = VI 31586. Mommsen Münzwesen 562 nr. 178; St.-R. II 601, 1). 654 = 100 nahm er am Kampfe gegen Saturninus und Glaucia teil (C. Claudius Cic. Rabir. 21); vielleicht ist er der bei dieser Gelegenheit von Oros. V 17, 9 erwähnte C., da sein Praenomen leicht in den Hss. ausfallen konnte. 655 = 99 war er curulischer Aedil und gab als solcher Spiele, die sich durch eine bis dahin unerhörte Pracht auszeichneten; die glänzende Ausstattung der Bühne mit Kunstwerken und das erste Auftreten von Elefanten bei den Tierhetzen wird mehrfach erwähnt (Elog. Cic. Verr. IV 6. 133; har. resp. 26; off. II 57. Val. Max. II 4, 6. Licinian. p. 38 Bonn. Plin. n. h. VIII 19. XXXV 23, vielleicht auch XXI 6, wo P. Claudius Pulcher überliefert ist). Im Laufe der folgenden Jahre war er iudex q(uaestionis} veneficiis (Elogium) und 659 = 95 Praetor, als welcher er die Repetundenprocesse leitete (Elog.) und gemäss einem besonderen Senatsbeschluss eine Revision der Verfassung von Halaesa in Sicilien vornahm (Cic. Verr. II 122). In der nächsten Zeit curator viis sternundis (Elog.), gelangte er 662 = 92 zum Consulat (Fasti Cap. Elog. Inschr. von Samothrake CIL I 578 = III 713. Chronogr. Idat. Chron. pasch. Cic. Cael. 33. Obsequ. 53. Cassiod.); er war damals bereits bei Jahren und scheint sehr bald danach gestorben zu sein (vgl. Borghesi Oeuvres II 177), doch bezieht sich jedenfalls auf seine Amtsführung Cic. de leg. III 42 (vgl. Nr. 11). Cicero (Brut. 166) urteilt über ihn: Etsi propter summam nobilitatem et singularem potentiam magnus erat, tamen etiam eloquentiae quandam mediocritatem adferebat.