Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 1255–1256
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13) C. Arrius Antoninus (der Vorname findet sich namentlich in den Arvalacten CIL VI 2100 a 12 und in der Inschrift von Tyana, Bull. hell. VII 1883, 320, 49), tribu Quirina (CIL V 1874[WS 1]), vielleicht ein Sohn von Nr. 11. Zwei wichtige Inschriften gehen seine Ämter in umgekehrter Reihenfolge (bei der zweiten etwas verwirrt) an; die eine (1) wurde ihm zwischen 161 und 169 von der Stadt Concordia in Venetien gesetzt, CIL V 1874 = Dessau 1118, vgl. dazu den ausführlichen Commentar von Borghesi Oeuvres V 383–422; die andere (2) wurde ihm nach dem J. 180 in Cirta gesetzt, CIL VIII 7030 = Dessau 1119. Darnach war A. quattuorvir viarum curandarum, tribunus laticlavius legionis quartae Scythicae (1. 2), quaestor urbanus (2), sevir equitum Romanorum, ab actis senatus, aedilis curulis (1. 2), curator civitatum per Aemiliam, curator Ariminiensium, curator Nolanorum (vgl. Hist. Aug. Marc. 11, 2) (2), sodann erster Praetor tutelaris (vgl. Hist. Aug. Marc. 10, 11. Mommsen St.-R. II³ 226, 1), nämlich praetor, cui primo iurisdictio pupillaris a sanctissimis imp. (161–169) mandata est, (1) oder [praetor] curatoribus et tutoribus dandis primus constitutus (2). Ferner wurde er Arvalbruder (1. 2), als der er im J. 186 n. Chr. in den Arvalacten erwähnt wird (CIL VI 2100 a 12).

Wiederum war er noch vor dem J. 169 der erste Iuridicus per Italiam regionis Transpadanae (1. 2) (vgl. Dio LXXVIII 22, 1. Hist. Aug. Marc. 11, 6. Mommsen St.-R. II³ 1085, 3), wurde in dieser Eigenschaft, wie es scheint, in speciellem Auftrage verwandt, um Massregeln zur Linderung der Hungersnot in Oberitalien zu treffen; dabei erwarb er sich solche Verdienste, dass ihm die Einwohner von Concordia die oben erwähnte Inschrift (1) setzten. Der Rhetor Fronto, dessen Freund und Schüler er war, empfiehlt ihm, als er schon eine Provinz verwaltet hat (vielleicht ist seine Stellung als iuridicus gemeint, sonst fallen die Briefe später), einen gewissen Volumnius Serenus aus derselben Stadt Concordia, Fronto ad amic. II 6–8 p. 191ff. Naber. Inzwischen stieg A. zum Praefectus aerari Saturni auf (1), immer noch vor dem J. 169, und muss dann bald (um 170 n. Chr.) Consul suffectus gewesen sein, vgl. Waddington Fastes des provinces Asiat. nr. 157. Später war er vielleicht Statthalter von Dakien, Arch.-ep. Mitt. 1890, 194, 14, wenn sich diese Inschrift (C. Arri Antonini leg. Aug. pr. pr.) nicht auf einen andern A. (etwa Nr. 11?) bezieht. Zwischen 175–180 n. Chr. verwaltete er als consularischer Legat Kappadokien (und Pontus), Inschriften von Amasia CIG 4168 und Tyana CIG 4193 = Bull. hell. VII 1883, 320, 49; vgl. Henzen Acta Arval. 177. Nach dem Tode des Kaisers Marcus (180 n. Chr.) wurde er Sodalis Marcianus Antoninianus, wie er früher auch schon das Augurat erhalten hatte (2). Unter [1256] Commodus (etwa 184–185 n. Chr., vgl. Waddington a. a. O.) war er Proconsul von Asien, Hist. Aug. Comm. 7, 1. Tertullian. ad Scap. 5, wenn sich diese Stelle auf ihn und nicht auf Nr. 9 bezieht. Im J. 186 war er in Rom anwesend, CIL VI 2100 a 13. Kurz darauf, um 188 n. Chr., wurde er wegen angeblicher Verschwörung auf Anstiften des Cleander von Commodus getötet, Hist. Aug. Comm. 7, 1; Pertin. 3, 7. Waddington a. a. O. Falls er in der Inschrift CIL VIII 2390 gemeint ist, so hiess seine Gemahlin Calpurnia Quadratilla, vgl. Borghesi Oeuvres VIII 557f. Wahrscheinlich war er Vater von Nr. 12 und Grossvater von Nr. 17. Vielleicht ist er auch in der Inschrift CIL VIII 8241 gemeint. Vgl. im allgemeinen über ihn Borghesi Oeuvres V 383ff. VIII 369. 515f. 557f. Waddington Fastes nr. 157. Henzen Acta Arval. 177.

Anmerkungen (Wikisource)

Nachträge und Berichtigungen

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Band S VI (1935), Sp. 16
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     S. 1251ff. zum Art. Arrius:

13) C. Arrius Antoninus, nach Inschriften aus Sarmizegetusa, die zur Zeit seiner dakischen Legation gesetzt sind, Vater des C. Arrius Antoninus und des C. Arrius Quadratus (Daicovici Festschr. f. Jorga 1931). Als Legaten von Cappadocia nennt ihn die Inschrift Dess. 9117.