Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Bildhauer
Band II,1 (1895) S. 454455
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39) Bildhauer, Sohn des Apollonios aus Priene, der Künstler des unter dem Namen der Apotheose des Homer bekannten Reliefs im britischen Museum, das im 17. Jhdt. an der Via Appia bei Bovillae gefunden worden ist; es scheint das Votivrelief eines Dichters für einen bei einem Agon errungenen Sieg zu sein. In der am rechten Ende des zweiten Streifens angebrachten, offenbar als Statue gedachten Figur hat man wohl mit Recht den Dichter, in dem dahinter sichtbaren Dreifuss den Siegespreis erkannt. Die Weihinschrift wird auf der Plinthe, in die das Relief eingelassen war, angebracht gewesen sein. Die Versuche, das Relief und somit den Künstler chronologisch zu fixieren, bewegen sich in dem Zeitraum von 150 v. Chr. bis zum Anfang des 1. Jhdts. n. Chr. Genauer die Zeit und damit vielleicht zugleich Ort [455] und Anlass der Weihung zu bestimmen, wird erst dann möglich sein, wenn es gelingt, nachzuweisen, nach welcher Theorie der Poetik ἀρετῆ, μνήμη, πίστις und σοφία, deren Personificationen bei der Opferdarstellung des unteren Streifens die Corona bilden, die wesentlichen Eigenschaften des Dichters sind. Auch ist zu beachten, dass in dem Kreise, aus dem das Relief stammt, neben der Ilias und Odyssee auch die Betrachomyomachie für ein echtes Werk des Homer galt. Wieseler D. a. K. II Taf. 58. Brunn-Bruckmann Denkmäler 50. Brunn Kstlg. I 572. 587. Overbeck Gesch. d. Plast. II⁴ 463ff. A. Kortegarn De tabula Archelai, Bonn 1862. Michaelis bei O. Jahn Griech. Bilderchr. 81ff., 410. Trendelenburg Der Musenchor (26. Berl. Winckelmannsprogr.) 12ff. Bie Musen in d. ant. Kunst 50. Loewy Inschr. griech. Bildh. nr. 297.