Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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mittelgrosser attischer Demos der Phyle Akamantis
Band I,1 (1893) S. 834 (IA)
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Agnus (Ἀγνοῦς, trotz des Aspiratazeichens im CIA I, weil von ἄγνος, Keuschlamm, gebildet, wie Rhamnus, Phegus, Myrrhinus u. A., s. Steph. Byz. Grasberger Griech. Ortsnamen 227. Athen. Mitt. XVI 206, 1; Localbezeichnung bei Steph. Byz. Ἀγνοῦντι, Ἀγνουντόθεν, Ἀγνοῦντάδε, Demotikon Ἀγνούσιος, einmal CIA II 1698 Ἀγγνούσιος und 1705 Ἀγνοίσιος), mittelgrosser attischer Demos, der Phyle Akamantis, dann der Attalis (nach Steph. Byz. auch schon der Demetrias, doch vgl. Hermes IX 410) angehörig. Nach Ausweis der Grabinschriftfunde lag A. bei Markopulo im östlichen Teil von Attika; vgl. meinen Antikenbericht Athen. Mitt. XII 278f. nr. 161–165; auch XII 99 nr. 111. XVI 216f. Da die Steine, soweit bekannt, östlich, nordöstlich und nordwestlich von Markopulo zum Vorschein gekommen sind, muss es vorläufig dahingestellt bleiben, ob die alte Burghöhe bei Dagla, 1½ km. südlich von Markopulo, zu A. gehörte. In A. war der Herold des Pallas, Leos, zu Hause, welcher den Hinterhalt der Pallantiden bei Gargettos an Theseus verriet; daher hätten noch in historischer Zeit zwischen Palleneern und Agnusiern keine Ehebündnisse stattgefunden. Plut. Thes. 13. Dem Leos wurde, wie man schon in den Axones des Solon las, in A. als Heros geopfert (Steph. Byz.). Ist derselbe aber identisch mit dem Heros der Phyle Leontis, zu welcher A. nicht einmal gehört? Töpffer Att. Geneal. 40. Mayer Gigant. und Titan. 188.