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Textdaten
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Autor: unbekannt
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Titel: Römischer Sklavenmarkt
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aus: Die Gartenlaube
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1891
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Die Gartenlaube (1891) b 025.JPG

[35] Römischer Sklavenmarkt. (Zu dem Bilde S. 25.) Das Sklaventhum der besiegten Welt bildete die Grundlage der Herrlichkeit und Größe Roms und die Entwürdigung des Adels der Menschheit war ihre Voraussetzung. Das tritt uns lebendig bei dem Anblick dieses von dem Maler so charakteristisch dargestellten Sklavenmarktes entgegen. Welche herrliche Gewalten finden sich unter dieser „Menschenware“! Wie aus Marmor gehauen steht der Jüngling da, der mit gekränzten Armen seinem Schicksal heldenhaft und trotzig entgegensieht. Wie jungfräulich edel erscheint die Sklavin, welche im Gegensatz zu jenem sich dem Schmerz und der Verzweiflung überläßt über ihre auf offenem Markt zur Schau gestellte Schönheit. Tieftraurig blicken auch die anderen Sklavinnen, selbst der kleine Knabe, ein in Rom vielgesuchter Artikel, und auch die schwarze Aethiopierin, die sich an die Lichtgestalt der schönen Sklavin herandrängt.

Nur einer freut sich seines Lebens – es ist der häßliche Sklavenhändler, der, behaglich die Beine von sich streckend, sein Mahl zu sich nimmt; die Peitsche, die gerade außer Tätigkeit gesetzt ist, hat er um seinen Arm geschlungen. Seine Firma: „Storax, Sklavenhändler“ steht an der Wand.

Auch eine lebendige Anschauung von der Art und Weise einer solchen Sklavenschaustellung giebt uns das Bild. Wir sehen das hölzerne Gerüst (catasta), zu welchem eine Leiter in die Höhe führt. Die Käufer steigen hier herauf, um die Menschenware zu untersuchen. Die Verkäuflichen tragen alle am Halse eine Tafel (titulus), woraus sowohl ihr Name wie ihre Geschicklichkeit, ihre körperlichen Fehler und etwaige Vergehen angegeben sind. Krieg, Menschenraub, die strengen Rechtsbestimmungen einer harten Zeit sorgten dafür, daß es den Händlern nie an frischer Zufuhr fehlte. wie selbstverständlich auch die Kinder von Sklaven in diesem Stande verblieben. und fragen wir nach dem Preise, der für ein Stück dieser „Ware“ bezahlt wurde, so erhalten wir die verschiedensten Antworten. Für Ackersklaven zahlte der ältere Cato bis zu 1200 Mark nach unserem Gelde, schöne junge Mädchen, wie sie auf unserem Bilde zum Verkaufe aufgestellt sind, kamen von 1600 bis 4800 Mark zu stehen, während für Kinder rund 500 Mark bezahlt wurden. Sklaven mit besonderen Fähigkeiten, Schreiber, Musiker, Aerzte, Künstler etc. erzielten natürlich viel höhere, oft selbst nach unserem heutigen Geldbegriffe riesige Summen; es wird von einem gelehrten Sklaven Daphnis berichtet, der seinen Herrn nicht weniger als 700 000 Sesterzen, das sind nach unserem Gelde etwa 119 000 Mark, kostete.

Wenn wir heute die Gebiete betrachten, die einst das römische Reich bildeten, so finden wir, daß noch nicht aus allen die Geißel der Sklaverei und der Sklavenmärkte verschwunden ist. Ob es unserer Zeit, ob es dem nahenden zwanzigsten Jahrhundert wohl vorbehalten ist, den letzten Menschenverkauf, den letzten Sklavenmarkt zu verzeichnen? †