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Die Feier des Dreikönigstags in Devonshire

Textdaten
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Autor: A. T.
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Titel: Die Feier des Dreikönigstags in Devonshire
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 2, S. 29, 35
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1891
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[29]
Die Gartenlaube (1891) b 029.jpg

Die Feier des Dreikönigstages in Devonshire.
Nach einer Zeichnung von Fritz Bergen.

[35] Die Feier des Dreikönigstags in Devonshire. (Zu dem Bilde S. 29) Schon sind elf der heiligen zwölf Nächte verstrichen. Nur noch der Dreikönigstag, der „twelfth-day“ oder „Zwölftertag“ Englands ist übrig. Da rüstet man sich aus den Pachthöfen in Devonshire, sich in althergebrachter Weise eine reiche Obsternte zu sichern. Begleitet von seinen Arbeitsleuten, die mit Flinten, Büchsen und alten Musketen bewaffnet sind, geht der Pächter am Abend nach der weiten Obstpflanzung. Mitten unter den Bäumen wird Halt gemacht. Der grobe Krug Cider oder Apfelwein wird niedergelegt, und jeder schöpft sich daraus sein Trinkgefäß voll Dann treten alle um den beitragenden Apfelbaum, der Pächter bringt einen feierlichen Trinkspruch auf denselben aus, und alle trinken dreimal auf das Gedeihen des Baumes. Dabei krachen die Schüsse durch seine Zweige. Ebenso feierlich, wie die Leute gekommen, kehren sie nach Haus zurück. Aber der Eingang ist ihnen verwehrt: sie finden die Thür innen verriegelt und hinter derselben vor tönt lautes Gekicher.

Es mag regnen oder schneien, stürmen und die Flocken umherblasen, daß man keine drei Schritte weit sehen kann die Frauen bleiben unerbittlich. Die Thür öffnet sich nicht eher, bis einer der Männer errathen hat, was am Bratspieß steckt. Das ist aber nicht so leicht; denn etwas Eßbares ist es sicherlich nicht.

In anderen Gegenden derselben Grafschaft geht man mit einem großen Milchtopf voll Cider, in dem Bratäpfel schwimmen, nach dem Abendessen in den Obstgarten. Jeder schöpft aus dem Topfe eine irdene Schale voll, tritt unter einen der besten Bäume und ruft:


„Heil dir, guter Apfelbaum!
Trage gut, Taschen voll, Hüte voll,
Metzen-, Scheffelsäcke voll!“


Dabei leert er seine Schale zum größten Theil, verzehrt die Bratäpfel und schüttet den Nest an die Wurzeln des Baumes, diesem zum Festschmause.
A. T.