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Titel: Professor Karl Riedel †
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aus: Die Gartenlaube, Heft 24, S. 407
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[407] Professor Karl Riedel †. In unserem Blatte (Jahrgang 1869, S. 564) haben wir das Porträt und die Lebensskizze des hervorragenden Musikers gebracht, der am 3. Juni d. J. in Leipzig verstorben ist. Wir wiederholen hier aus jener Lebensskizze, daß Karl Riedel in der preußischen Rheinprovinz in Cronenberg als Sohn eines aus Thüringen stammenden Apothekers am 6. Oktober 1827 geboren wurde, so daß er also ein Alter von 61 Jahren erreicht hat. Nach einer aus Volks- und Realschulen erlangten Bildung wurde Riedel Lehrling, später Geselle in einer Seidenfärberei; bald zog ihn indeß sein Herz zur Musik. Als Schüler Karl Wilhelms, des Komponisten der „Wacht am Rhein“, in Krefeld begann er seine musikalische Laufbahn, die er dann am Konservatorium der Musik in Leipzig fortsetzte. Schon früh widmete er sich dem Studium der altitalienischen und altdeutschen Meisterwerke; aus einem im Jahre 1854 begründeten einfachen Gesangsquartett erwuchs der berühmte Riedelsche Verein, über dessen Tendenzen und Schicksale bis zum Jahre 1869 wir bereits Auskunft ertheilt haben.

In den letzten zwanzig Jahren ist der Verein mit seinen großen Zwecken gewachsen; sowohl die Zahl der Theilnehmer, als auch sein musikalisches Repertoire, sein Ansehen in Leipzig und auswärts hat zugenommen: es ist dies durchaus das Verdienst des unermüdlichen Leiters, der lange Zeit hindurch selbst finanzielle Opfer nicht scheute. Im Mai 1872 sang der Riedelsche Verein zusammen mit dem Sternschen und Reblingschen Gesangverein in Bayreuth zur Feier der Grundsteinlegung des Festspielhauses unter Wagners Leitung, und zwar trug er dort die Chöre aus der neunten Symphonie Beethovens, dem Kaisermarsch und den „Meistersingern“ vor. Dann sang der Verein 1877 zu Nürnberg, 1883 in Berlin, 1884 in Bremen. Riedel gehörte außerdem zu den Begründern des Allgemeinen deutschen Musikervereins, dessen Vorsitz er 1868 übernahm; seiner Anregung ist es vorzüglich zu verdanken, daß die Tonkünstlerversammlungen in Altenburg, Weimar, Magdeburg, Kassel und Halle stattfanden.

Für die Pflege des ernsten Chorgesangs, sowohl was ältere Meisterwerke, als die neuen Schöpfungen von Liszt, Berlioz u. a. betrifft, hat Karl Riedel ausnehmend viel gethan; eifrig, ausdauernd, von hoher Begeisterung für seine Kunst und gerade für die ernsteste Richtung derselben erfüllt, besaß er außerdem ein großes organisatorisches Talent und was er ins Leben gerufen und gestaltet hat, wird noch nach dem Tode des wackern Meisters reiche Früchte tragen.
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