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Titel: Nordenskiöld.
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aus: Die Gartenlaube
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Nordenskiöld.
Nach dem Oelgemälde von Graf Georg v. Rosen.
Mit Genehmigung der Photographischen Gesellschaft in Berlin.

[20] Nordenskiöld. (Mit Illustration S. 13.) Unter den tapferen Männern, welche die Gefahren unbekannter Meere und Länder nicht scheuten, um die Kenntnis von der Erde zu vermehren, steht in erster Linie der Schwede Nils Adolf Erik Freiherr von Nordenskiöld. Hier sehen wir ihn vor uns, den energischen Mann, umgeben von Eisgefilden und Eisbergen, den Mann mit dem unerschütterlichen Willen, dem hohen Norden seine Geheimnisse abzutrotzen, den Kolumbus der Polarwelt.

Nordenskiöld war am 18. Nov. 1832 in Helsingfors geboren, Sohn eines berühmten Mineralogen; er studirte unter Leitung seines Vaters und erhielt schon im Jahre 1858 in Stockholm eine Anstellung als Professor und Vorsteher der mineralogischen Sammlungen. Gleichzeitig begann er seine Polarfahrten; die drei ersten 1858, 1861 und 1864 fanden auf kleinen norwegischen Schiffen statt; die vierte aber auf einem vom Staate ausgerüsteten größeren Dampfer „Sofia“, welcher den 81°42′ nördlicher Breite erreichte, also weiter nach Norden vorgedrungen war als bisher irgend ein Fahrzeug. Dort nöthigten große Eismassen zur Rückkkehr. Die Resultate dieser Fahrten, besonders der letzteren, hat Nordenskiöld in mehreren Schriften und wissenschaftlichen Arbeiten niedergelegt: die Spitzbergen’sche Inselgruppe und das Bäreneiland sind früher nicht so genau untersucht worden. Im Jahre 1870 machte Nordenskiöld eine Reise nach Grönland, wo er auf dem Binneneise weit bis Norden vordrang; nicht lange darauf, 1872, unternahm er wieder eine Expedition nach Spitzbergen und überwinterte dort in der Mosselbai; im Frühjahr 1873 fuhr er auf Schlitten nach den nördlich gelegenen Nebeninseln und kehrte zurück uber das Binneneis des Nordostlandes. In den Jahren 1875 bis 1876 unternahm er zwei Fahrten über das Karische Meer nach der Mündung des Jenisei; das waren Vorbereitungen für die große Fahrt, welche dem Namen Nordenskiöld’s einen Ehrenplatz unter den neuen Entdeckern gesichert hat, der Umschiffung der ganzen Nordküste Sibiriens auf dem Dampfer „Vega“ in den Jahren 1878 bis 1879. Bei dieser Fahrt fror die „Vega“ im nördlichsten Theil der Beringstraße fest und konnte erst im Juli 1879 ihre Reise fortsetzen. Im September dieses Jahres traf Nordenskiöld in Japan ein und reiste durch den Suezkanal nach Europa zurück. Er wurde von seinen Landsleuten festlich begrüßt, mit Ehren überhäuft, von dem König in den Freiherrnstand erhoben. Ohne auf seinen Lorbeeren auszuruhen, unternahm er 1883 eine neue Entdeckungsreise in das Innere Grönlands, und es gelang ihm, dort weiter vorzudringen, als irgend ein Vorgänger, wie er auch der Erste war, der das Eis der Südostküste dieses in starren Winterschlaf gebannten Landes durchbrochen hat. In seinen Reiseschriften, von denen „Die Umsegelung Asiens und Europas auf der ‚Vega‘“ (2 Bände 1881–1882) in die meisten Sprachen übersetzt wurde, hat er über seine kühnen Unternehmungen genaue Rechenschaft gegeben, in seinen wissenschaftlichen Arbeiten sie für den Fortschritt der Polarerkenntniß verwerthet, wie er auch dem Völkerverkehr neue Bahnen gebrochen.

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