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Titel: Noch einmal der Nord-Ostsee-Canal
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aus: Die Gartenlaube, Heft 52, S. 861
Herausgeber: Ernst Ziel
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Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[861] Noch einmal der Nord-Ostsee-Canal. Um vielfachen in der Presse verbreiteten irrthümlichen Meinungen zu begegnen, wollen wir an dieser Stelle noch einmal auf den Nord-Ostsee-Canal zurückkommen. Wie uns Herr Dahlström unter Bezugnahme auf unseren früheren Artikel in „Blätter und Blüthen“ von Nr. 36[WS 1] mittheilt, verdienen die Nachrichten, welche über die finanzielle Seite des Unternehmens in der Presse verbreitet wurden, keinen Glauben. Die Vorarbeiten, welche Herr Dahlström auf seine Rechnung ausführen läßt, sind noch nicht vollendet, und aus diesem Grunde kann auch ein sorgfältig ausgearbeiteter Kostenanschlag nicht vorliegen. Eine Actiengesellschaft zum Bau des Canals ist gleichfalls bis jetzt nicht gebildet worden. Die in Aussicht genommene Linie des Canals benutzt zum Theil den noch vorhandenen Eidercanal von Holtenau bis Königsförde, geht dann nach der Ober-Eider und durch die Eider-Seen – Schirnauer See, Borgstedter Enge, Audorfer See – nach Rendsburg; von hier wird noch die Unter-Eider bis Wittenbergen benutzt; dann läuft die Linie nach dem Lentze’schen Project im Thale der Gieselau, die Wasserscheide bei Gröndal in einer Höhe von 30 Meter durchschneidend, weiter im Thale der Holstenau nach Hochdonn, trifft alsdann den Rudensee und mündet oberhalb Brunsbüttel in die Elbe. Die Länge dieser Linie beträgt etwa 98 Kilometer. Ueber die Stellung des Grafen Moltke zu dem Dahlström’schen Projecte erfahren wir ferner, daß Graf Moltke selbst folgendes Referat seiner im „Centralverein für Hebung der deutschen Fluß- und Dampfschifffahrt“ am 17. März dieses Jahres gehaltenen Rede als „correct“ bezeichnete: „Er habe sich seiner Zeit gegen diesen Canal ausgesprochen, weil nach den genauen Berechnungen des Geheimrath Wiebe die Kosten zu hoch waren. Dieselben beliefen sich von St. Margarethen bis Eckernförde auf zweiunddreißig Millionen Thaler und für die Führung in die Kieler Bucht auf vierzig Millionen Thaler. Damals habe es ihm geschienen, als sei der Staat nicht berechtigt, solche Ausgaben zu machen, und habe er geglaubt, daß es besser sei, solche Summen lieber für die Flotte zu verwenden. Wenn der Canal, wie ihn Herr Dahlström projectirt, in kleinen Dimensionen ausgeführt wird, so würde er ohne Zweifel recht nützlich und auch militärischer Seits solche Verbindung ganz erwünscht sein.“ – Schließlich fügen wir hinzu, daß Herr H. Dahlström weder Ingenieur noch Schiffsmakler ist, wofür er irrthümlich gehalten wird.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Nr. 38