Nachtrag zu dem Artikel über die Großfußhühner

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Titel: Nachtrag zu dem Artikel über die Großfußhühner
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aus: Die Gartenlaube, Heft 29, S. 496
Herausgeber: Ernst Ziel
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1879
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[496] Nachtrag zu dem Artikel über die Großfußhühner. „In dem sehr interessanten Aufsatz von Dr. Baldamus (Nr. 26 dieses Jahrgangs) über die merkwürdige Thiergruppe der Großfußhühner,“ schreibt man uns, „ist eines Umstandes nur im Vorübergehen Erwähnung geschehen, der gleichwohl sehr bezeichnend ist und auf die Größe der Eier sowohl wie des Dottermaterials erst das rechte Licht wirft. Die jungen Großfußhühner erlangen im Ei eine viel vollkommenere Ausbildung als alle anderen Vögel und bedürfen wohl deshalb eines reichlicheren Bildungsstoffes. Während, so weit bekannt, die Jungen aller übrigen Vögel beim Verlassen des Eies mit einem eigenthümlichen gleichartigen Dunengefieder, dem Embryonalgefieder, bekleidet sind, tragen die Großfußhühner sofort von ihrem Geburtstage an ihr vollkommenes, in Deck-, Schwung- und Steuerfedern nebst Unterdunen gesondertes Gefieder, sodaß sie gleich vom Ei weg zu fliegen im Stande sind. Es war nun eine nach mehr als einer Richtung wichtige Frage, ob dieses ursprüngliche Dunenkleid, welches sich, wie gesagt, sonst bei den Nestjungen aller Vögel findet, hier gar nicht zur Entwickelung komme, oder ob dasselbe doch im Ei sich entwickele, und abgestoßen wird, bevor der Vogel das Nest verläßt.

Während des Aufenthalts der deutschen Corvette ,Gazelle’ auf der Insel Neu-Britannien im Norden von Neu-Guinea hatte Professor Th. Studer aus Bern im August 1875 Gelegenheit, sowohl eben ausgeschlüpfte, wie noch im Ei befindliche Junge des im obigen Aufsatze beschriebenen Freycinet’schen Großfußhuhns zu beobachten. Die Eier lagen zu wenigen beisammen, in kurzen gangartigen Löchern des schwarzen Lavasandes der vulcanischen Insel, der sich am Tage in der Sonne bis auf 38 bis 40 Grad Celsius an der Oberfläche erhitzt. Frisch ausgekrochene Junge, die keine Spur vom Embryonalgefieder zeigten, schnell im hohen Grase umherliefen und aufgeschreckt im Stande waren, eine kurze Strecke zu fliegen, wurden am 16. August beobachtet, dann aber in den verhältnißmäßig sehr großen Eiern ausgebildete Junge gefunden, deren Körper mit schwarzen haarartigen Gebilden bedeckt war, ähnlich den sogenannten Federkeimen des jungen Haushuhns. Dieselben staken ganz lose in der Haut und fielen schon bei etwas derberer Berührung aus; das ausgeschlüpfte Thier zeigte keine Spur derselben. Da dieses Embryonalgefieder hier schon im Ei abgestoßen wird, mithin gar keine schützende Bedeutung für das junge Thier besitzt, so schließt Professor Studer, daß es vielleicht nur eine Erbschaft von den ausgestorbenen Ahnen der Vögel vorstelle, eine Annahme, die durch den Umstand an Wahrscheinlichkeit gewinnt, daß mehrere heute lebende, aber den Reptilien noch näher stehende Vögel, wie z. B. der neuseeländische Kiwi, ihr Lebelang ein solches haarähnliches Gefieder behalten.“