Mamsel La Regle

Textdaten
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Autor: Gottfried August Bürger
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Titel: Mamsel La Regle
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aus: Gedichte, S. 179–180
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Entstehungsdatum: 1774
Erscheinungsdatum: 1778
Verlag: Johann Christian Dieterich
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Erscheinungsort: Göttingen
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Quelle: Commons
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[179]
Mamsel La Regle.
Im Julius 1774.


     Halb griechische, halb auch französche Donne,
Ist Regula die wackerste Ma Bonne;
Nimt sorgsam überal, nimt Tag und Nacht
Die lieben Kinderchen ganz wol in Acht;

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Weis wolgewandt zu gängeln, weis spaziren

Den kleinen Trup vorsichtiglich zu führen;
Und läst fürwahr! den trauten Kindelein
Gefar und Leid nicht eben leicht bedräun. –
Um’s kleine Volk nicht zu skandalisiren,

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Mag man sich gern ein bischen mit geniren.

Oft hat’s mich, wann um nichts und wider nichts,
So Einer da, unartiges Gezüchts,
Aus Uebermut, der Bonne blos zum Possen,
Nicht folgsam war, oft hat’s mich bald verdrossen.

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Doch wenn sie gar zu steif, mit Schneckenschrit,

Durch nakte Gäng’ und Sandalleen trit,
Und hin und her hofmeistert: „Fein gerade!
Hübsch Füschen aus- und einwärts hübsch die Wade!
Den Rücken schlank! Fein Hals und Kopf empor!

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Zurück die Schultern! Bauch ein! Brust hervor!“

Und wehren wil, zur Linken oder Rechten,
Eins auszutraben, Straus und Kranz zu flechten,
Das last hier ein und aus zum Ohr dort wehn!
Last, Brüderchen, die alte Strunsel gehn!

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Nur Kinder mag also ihr Laufzaum schürzen!

Was thut’s, ob wir mal stolpern oder stürzen. –