Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Kristalldruse“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 10 (1888), Seite 235
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Kristalldruse. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 10, Seite 235. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Kristalldruse (Version vom 26.11.2021)

[235] Kristalldruse, in der Mineralogie eine Mehrheit von Kristallen, die, auf einer gemeinsamen Basis aufsitzend, sich an den Wänden von rundlichen Hohlräumen oder Spalten gebildet haben, und bei denen daher nur die gegen das Innere des Hohlraums gekehrten Enden ebenflächig entwickelt sind. Die Ausfüllung der Drusenräume ist in der Regel nicht gleichzeitig erfolgt, sondern es sind ältere und jüngere Bildungen zu unterscheiden, von denen die innersten die jüngsten sind, die oft allein Kristalle entwickeln, während die ältern Generationen kristallinische Schalen darstellen. So finden sich in Hohlräumen der Kalksteine Kalk- und Braunspat-, in Kieselgesteinen Quarzdrusen, Amethystdrusen als innerste Bekleidung der Achatmandeln (s. Achat) im Melaphyr, Zeolithdrusen in vulkanischen Gesteinen; reich sind auch die Erzgänge an solchen Drusenbildungen. – Die Kristallgruppe wächst im Gegensatz zur Druse von einem Punkt oder einer Linie aus nach außen (Gips und Kalkspat in Sand) und besitzt deshalb die vollkommen entwickelten Individuen an der äußern Begrenzung. Vgl. Mineralien.