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Titel: Kochunterricht für arme Mädchen
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aus: Die Gartenlaube, Heft 35, S. 596
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[596] Kochunterricht für arme Mädchen. Vor einiger Zeit haben wir unsern Lesern mitgetheilt, daß in Darmstadt der Versuch gemacht worden ist, Schulmädchen im Alter von 13 bis 14 Jahren Kochunterricht zu ertheilen. Der Unterricht erstreckte sich lediglich auf Töchter ärmerer Familien, auf jene Kinder, deren Eltern tagsüber in Fabriken arbeiten und der häuslichen Erziehung sich nicht widmen können. Nunmehr ist beinahe ein Jahr seit der Einführung des Unterrichts verflossen und die Möglichkeit gegeben, über die Zweckmäßigkeit der Neuerung ein Urtheil abzugeben. Es freut uns, daß wir unsern Lesern sagen können: der Versuch ist gelungen. In einem Bericht, der darüber soeben erschienen ist, heißt es:

„Der Eifer der jungen Köchinnen war stets groß, ihre Anstelligkeit natürlich sehr verschieden; die Mehrzahl begriff aber sehr leicht und arbeitete sorgfältig und mit gutem Erfolg. Bei der Entlassung aus der Anstalt erhalten die Kinder ein entsprechendes Kochbüchlein (,Zur Volksküche in der Familie‘, bei L. C. Wittich in Darmstadt) als Geschenk. Bereits werden die Mädchen zu Hause an den Herd gestellt, so oft die Mutter ihrem Verdienst nachgeht. Der Zweck des Unternehmens ergiebt sich also als vollständig erreichbar, es ist aber auch durch dieses gelungene Beispiel dargethan, daß die Gemeinden ohne große Kosten ihren Volksmädchenschulen einen solchen Kochunterricht beigeben können, und dieser Beweis hat im Interesse der ärmeren Familien und ihres häuslichen Glückes für uns den höchsten Werth.“

In der That betrugen die Kosten des Unternehmens nur einige hundert Mark. Man kann darum die Nachahmung dieses gemeinnützigen Kochunterrichts nicht warm genug empfehlen. Wie viele Tausende von „Hausfrauen“ des Arbeiterstandes giebt es heutzutage, die nicht kochen können; wie viele Tausende von Männern werden dadurch ins Wirthshaus geführt, und wie viel Vermögen der kleinen Leute wird durch die Unkenntniß der Frauen in Küchenangelegenheiten nutzlos verschwendet! Das ist auch ein sociales Uebel, und doch ist es so leicht, ihm abzuhelfen. Also geht und thut desgleichen!
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