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Titel: Kein Viehtransport mehr
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aus: Die Gartenlaube, Heft 41, S. 696
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1875
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[696] Kein Viehtransport mehr. Man schreibt uns aus Amerika: „Im Anschluß an den Artikel ‚Der Gerechte erbarmt sich seines Viehes‘ (Gartenlaube, Jahrgang 1874, Seite 546) bin ich im Stande, auf ein neues Verfahren aufmerksam zu machen, das auch in Deutschland, respective in der österreichischen Monarchie, nachgeahmt zu werden verdiente.

Ungefähr um dieselbe Zeit, als die ‚Gartenlaube‘ den angeführten Artikel brachte, machte Herr Bergh, der unermüdliche Vorstand des New-Yorker Vereins gegen Verübung von Grausamkeiten an Thieren, den Vorschlag, Eisenbahnwagen mit Kühlapparaten einzurichten, die Thiere an der Stelle ihrer Weide zu schlachten und das Fleisch, statt der lebendigen Thiere, in solchen Eisenbahnwagen den Großstädten zuzuführen.

Die Idee erwies sich auch als fruchtbar. Ein gewisser Agretti erfand einen ‚Eiscar‘ und erhielt ein Patent darauf, welcher zum Transporte frischen Fleisches dient und sich nun durch zwei Probefahrten bereits bewährt hat. Mittwoch, den 1. September, kam in New-York am Depot der Hudson-River-Eisenbahn ein Zug an, dem ein so eingerichteter Wagen (Car) angehängt war, welcher neun Tonnen frisches Fleisch von Thieren enthielt, welche am vorhergehenden Freitage in Chicago geschlachtet worden waren. Das Fleisch, die Zungen und die Lebern waren in trefflichem Zustande.

Unstreitig sind mit einem solchen Verfahren große Erfahrungen und sonstige Vortheile verbunden, und da so versandtes Fleisch doch in jeder Beziehung zuträglich sein muß, so würde das Publicum selbst, sobald mit einer solchen Einrichtung nur einmal der Anfang gemacht ist, auf eine allgemeine Einführung derselben in seinem eigenen Interesse dringen können, indem es erklärt, nur so transportirtes Fleisch kaufen zu wollen. Die Sache ist übrigens dazu geeignet, ein Object soliden Privatunternehmens zu werden.

Nebenbei erlaube ich mir zu bemerken, daß der Transport in solchen kühlen Behältern nun auch anfängt, in Schiffen eingeführt und auf Früchte ausgedehnt zu werden. Die Amerikaner wissen in der That nicht, was sie mit den vielen Pfirsichen anfangen sollen, die hier so reichlich oder eigentlich noch weit reichlicher wachsen, als die Zwetschen in Süddeutschland. Obwohl die Frucht sich nicht lange hält, will man ihr nun doch einen Markt in Europa eröffnen. Denn am 26. August gingen von Philadelphia aus das Dampfschiff ‚Ohio‘ und andere mit einer Ladung von zweitausendvierhundert Körben ‚Delawarer Pfirsichen‘ ab. Das Zwischendeck des Schiffes ist in einen Refrigerator (Kühler) verwandelt, mit Eis ausgefüttert und mit Windflügeln versehen worden, die beständig einen Strom frischer Luft hineintreiben sollen.

D.“