Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Gefrorene Milch
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 25, S. 428
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1889
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite

[428] Gefrorene Milch. Wer kennt nicht die Gefahren, welchen die Milch beim Transport auf weitere Entfernungen ausgesetzt ist? Die Milch verdirbt nur allzuleicht und dieser Umstand vertheuert bedeutend die Beschaffung frischer und reiner Milch für Säuglinge und Kranke. Die französische Zeitschrift „La Nature“ macht auf eine neue Methode aufmerksam, durch welche diesen Uebelständen abgeholfen werden soll. Ein Landwirth in den Vogesen Namens Guérin hat neuerdings Versuche mit gefrorener Milch angestellt und ein befriedigendes Ergebniß erzielt.

Er läßt die Milch bei einer Kälte von mindestens 15° C. gefrieren und verhütet dadurch die Rahmabscheidung und Bildung von Milchsäure. In einer Versammlung von Landwirthen wurden Vergleiche zwischen der gefrorenen oder aufgethauten und der frischen Milch angestellt, und man vermochte zwischen beiden keinen Unterschied zu finden. Der Geschmack war genau derselbe; die aufgethaute Milch konnte man ebenso gut abrahmen wie die frische und auch der Gerinnungsprozeß war laut einigen Versuchen in einer Käserei der gleiche – ja die gefrorene Milch zeichnete sich, selbst wenn sie wieder aufgethaut wurde, vor der frischen noch dadurch vortheilhaft aus, daß sie sich länger hielt. Im festgefrorenen Zustande soll sie natürlich keinem Verderben ausgesetzt sein.

Das weitere Verfolgen dieser Versuche scheint demnach empfehlenswerth zu sein, und wir können unseren Frauen bereits ein kleines Zukunftsbild des Milchhandels geben. Mit dem Milchmann, der uns die frische Milch aus der nächsten Umgebung bringen wird, wird der „gefrorene Milchhändler“ um die Gunst der Hausfrau werben. Er wird einen Eiskeller haben und in diesem zu jeder Zeit „frische gefrorene“ Milch führen.

„Gnädige Frau, wie Sie wünschen! Hier können Sie wählen. Das ist reine Schweizer Milch; sie kommt direkt von der Alm. Hier ist Voigtländer Sorte; ich kann Ihnen auch ‚Bayerisch Milch‘ empfehlen, oder wünschen Sie ein Pröbchen der ‚Holländer‘? Und die Milch ist ganz rein und ‚voll‘; dafür garantire ich. Sie ist nicht abgesahnt; ich kenne genau den Betrieb meiner ersten Milchgefrieranstalten!“

Möglich ist ein solches Zukunftsbild; denn in unsern Großstädten wird ja für Geld selbst gefrorenes Wasser – man nennt es gemeiniglich Eis – herumgefahren und findet willige Abnehmer. Unter diesen Umständen braucht ja nicht einmal eine Verkehrsrevolntion auszubrechen. Sind die Milchgefrieranstalten einmal da, dann werden auch Milchwagen und Eiswagen sich mit einander vereinigen und Wassereis und Milcheis werden sich dabei nicht mit einander vermengen, wie dies bei Wasser und Milch in flüssigem Aggregatzustand mitunter der Fall sein soll. *