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Titel: Explosion eines Diamanten
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aus: Die Gartenlaube, Heft 51, S. 843
Herausgeber: Ernst Ziel
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Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[843] Explosion eines Diamanten. Vor einem halben Jahrhundert veröffentlichte der englische Physiker Brewster eine Abhandlung, in welcher er zeigte, daß Edelsteine der verschiedensten Art nicht selten mikroskopische oder auch dem bloßen Auge erkennbare Höhlungen enthalten, die mit einer in der Wärme sehr ausdehnbaren Flüssigkeit gefüllt sind. Er machte deshalb darauf aufmerksam, daß es nicht ohne Gefahr sei, Edelsteine zu tragen; denn wenn sich solche Höhlungen zufällig in der Nähe der Oberfläche befänden, so würde die Wärme der Haut unter Umständen hinreichen, „sie mit beunruhigender und selbst gefahrvoller Explosion zu zersprengen. Es ist mir nie ein solcher Zufall bekannt geworden,“ schloß Brewster seine Abhandlung; „hat er sich ereignet, oder sollte er sich künftig ereignen und träfe, um seinen natürlichen, merkwürdigen Charakter zu erhöhen, irgend ein unglückliches[WS 1] Ereigniß zufällig damit zusammen, so werden die in dem Vorhergehenden beschriebenen Erscheinungen hinreichen, ihn des Wunderbaren zu entkleiden.“ In einer vor einigen Monaten abgehaltenen Sitzung der Akademie der Wissenschaften von Philadelphia theilte Professor Leidy ein neueres Beispiel der von Brewster vorausgesehenen Edelstein-Explosionen mit und zeigte den explodirten Stein, einen in Gold gefaßten Diamanten von sieben Millimeter Durchmesser vor, der in einem Manschettenknopf von Achat steckte. Derselbe war ihm von einem Juwelier Namens Kretzmar mit der Mittheilung überbracht worden, daß der frühere Eigenthümer desselben eines Tages die Hand an seine Stirn gelegt habe, und daß dabei der Diamant so gewaltsam explodirt sei, daß er ein Fragment in die Hand und ein anderes in die Stirn getrieben habe. Eine nähere Besichtigung zeigte an der beschädigten Oberfläche eine kleine Höhlung, in welcher ein undurchsichtiges Stückchen Kohle in der Krystallmasse lag. Dieser Fall scheint die kürzlich in der „Gartenlaube“ ausgesprochene Meinung, daß der Diamant auch in der Natur unter hohem Dampfdruck entstanden sei, zu bestätigen. Wir wollen bei dieser Gelegenheit bemerken, daß der Verfertiger der „künstlichen Diamanten“, J. B. Hannay in Boston, der Londoner königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in einer Julisitzung genauere Mittheilungen über die von ihm angewendete Methode gemacht hat, und daß dieselbe darin bestanden hat, in einer starken zugeschweißten Eisenröhre eine Mischung von Paraffinöl, nebst zehn Procent Knochenöl mit einem Alkalimetall zum Glühen zu erhitzen. Der Entdecker ist übrigens mit seinen bisherigen Ergebnissen unzufrieden und will demnächst eine neue Reihe von Experimenten beginnen.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: ungückliches