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Eine Bitte an sämmtliche Eisenbahn-Verwaltungen

Textdaten
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Autor: A. K.
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Titel: Eine Bitte an sämmtliche Eisenbahn-Verwaltungen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 25, S. 420
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1878
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[420] Eine Bitte an sämmtliche Eisenbahn-Verwaltungen. Wer oft Gelegenheit hat die Eisenbahn an heißen Sommertagen zu benutzen, wird gewiß, wenn er in der dritten Wagenclasse fährt, einen Uebelstand daselbst bemerkt haben, welcher, je länger die Reisetour dauert, um so empfindlicher wirkt, da es kein augenblickliches Gegenmittel dagegen giebt, als die ja sprüchwörtlich gewordene deutsche – Geduld.

Man denke sich ein bis auf einen Platz gefülltes Eisenbahncoupé! Der hinzukommende Reisende ist also angewiesen diesen Platz einzunehmen, aber gerade auf diesen Platz wirft die Sonne ihre versengenden Strahlen. Wie sich nun davor schützen? Einen Fenstervorhang giebt es in dieser Wagenclasse nicht; es heißt also: aushalten und schwitzen.

Bei der Fahrgeschwindigkeit der Züge, bei den dadurch erzeugten Staubwirbeln verbietet es sich theils von selbst, theils aus Einspruch der Mitreisenden, das Coupéfenster, durch dessen Scheiben die Sonnenstrahlen um so viel intensiver einwirken, zu öffnen; der bedauernswerthe Platzinhaber ist also in der angenehmen Lage, Vorstudien über einstige Höllenqualen anstellen zu können.

Es bedarf gewiß nur dieses Hinweises, um Abhülfe eines solchen Uebelstandes herbeizuführen, denn ein Fenstervorhang aus irgend einem festen Stoffe dürfte sich bei Massenbestellung auf vierzig bis fünfzig Pfennig stellen. Welches Behagen aber dafür bei den, wie ja bekannt, den größten Procentsatz von sämmtlichen Eisenbahnreisenden stellenden Passagieren der dritten Wagenclasse! Also nochmals, geehrte Eisenbahnverwaltungen, die Bitte: Schaffen Sie baldigst Fenstervorhänge!

A. K.