Hauptmenü öffnen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Die Redaction der Gartenlaube
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Ein nothgedrungener Protest
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 14, S. 234
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[234] Ein nothgedrungener Protest. Kaum ist die neueste Marlitt’sche Novelle „Die zweite Frau“ in unserem Blatte bis zur Hälfte zum Abdrucke gekommen, und schon lassen drei fingerfertige Dramatiker, Karl Viereck, Hugo Busse und Paul Blumenreich, Personen und Handlung dieser Erzählung über ebenso viele Berliner Bühnen, über die Bretter des Vorstädtischen, des Réunion- und des Belle-Alliance-Theaters gehen. Wenn wir uns schon früher gegen ähnliche Gewaltstreiche, welche theilweise von denselben Dramatiseurs an den Novellen unseres Blattes verübt wurden, auflehnten, so müssen wir gegen dieses neueste dreifache Attentat, auch im Namen der Verfasserin der Erzählung, um so eindringlicher protestiren, als es sich gegen das noch völlig unabgeschlossene Geisteswerk einer allbeliebten Schriftstellerin richtet. „Die zweite Frau“ wird den Lesern der Gartenlaube erst Ende Mai oder Anfang Juni vollendet vorliegen, und bis jetzt sind der Fortgang der Handlung der Novelle und die Entwickelung der in ihr geschilderten Charaktere lediglich unserer Redaction bekannt; nichts destoweniger haben die genannten Herren die Stirn, die ganz unfertige Erzählung aus höchsteigener Phantasie dramatisch zu Ende zu führen, während die noch ungedruckte Hälfte derselben in Handlung und Charakteren eine Entwickelung aufweist, die mit den willkürlichen Abschlüssen der Dramatiseurs nichts gemein hat. Da ein Gesetz, welches die deutschen Schriftsteller gegen die Uebergriffe der dramatischen Speculation schützt, leider noch immer nicht vorhanden, so bleibt uns nichts weiter übrig, als an den öffentlichen Gerechtigkeitssinn zu appelliren und die moralische Entrüstung aller rechtlich Denkenden gegen ein derartiges dramatisches Brigantenthum wach zu rufen.

Die Redaction der Gartenlaube.