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Ein Sohn der Königin Elisabeth von England

Textdaten
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Autor: Unbekannt
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Titel: Ein Sohn der Königin Elisabeth von England
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 21, S. 356
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[356] Ein Sohn der Königin Elisabeth von England. In der freien Schule zu Shrewsbury befindet sich ein Register, in welches ein Sohn des Grafen Leicester und der Königin Elisabeth eingetragen ist. Dieses noch gut erhaltene Manuskript gehörte einem Priester der römisch-katholischen Kirche zu Shrewsbury, welcher 1555 unter der Königin Marie das dortige Pfarramt erhielt. Später trat er zur Hochkirche über und verwaltete sein Amt sechzig Jahre lang. Dieser Pfarrer, Sir John Dychar, mag der Königin Elisabeth nicht freundlich gesinnt gewesen sein, und die genannte Einregistrirung vielleicht darauf beruhen. Merkwürdig aber ist, das die Stelle durch darauf geschriebene Worte hat verwischt werden sollen; aber die erste Tinte ist die schwärzere und man liest deutlich „Henry Roidó Dudley Futher Plantagenet Filius O. E. reg. et Robt Comites Leicestr.“ Dies steht zu Anfang einer der ersten Seiten des Buches und augenscheinlich hat auf dieser Seite weiter unten mehr gestanden. Es ist aber ein viereckiges Stück aus dem Blatte geschnitten, und dadurch das Geheimnis gewahrt. Es existirt auch eine Tradition, das eine solche geheimnisvolle Person in der Freischule zu Shrewsbury erzogen worden sei, doch weiß man nicht, wo dieser Schüler hingenommen ist. Auffällig ist, daß der junge Sir Robert Dudley, als er nach seines Onkels Tode das Erbtheil seines Vaters antreten wollte und deshalb die nöthigen Schritte that, vom Oberhause die Weisung erhielt, darüber die Befehle des Königs zu erwarten. Hierauf bekam Sir Robert den Befehl, drei Jahre zu reisen, und König Jakob nahm indessen die Güter für die Krone in Beschlag. Später schenkte er sie seinem Sohne, dem Prinzen Heinrich, welcher großmüthig dem Verbannten für das Schloß Kenilworth und dessen Ländereien 14 500 Pfund Sterling auszahlen ließ. Sir Robert lebte von einer Pension des Großherzogs von Toscana und wurde von den Souveränen sehr geehrt. Kaiser Ferdinand I. verlieh ihm den Herzogstitel. Seine Gattin, eine Tochter Sir Thomas Leighs, war in England zurückgeblieben und starb im Alter von neunzig Jahren. – War dieser Sir Robert Dudley der Sohn aus einer geheimen Ehe Elisabeths mit dessen Vater und vielleicht die Ursache ihres Widerwillens, einen Nachfolger zu ernennen? War dies der Grund seiner Verbannung? Das Schicksal der Arabella Stuart lehrte den Erben von Kenilworth, daß vor dem grausamen und listigen Jakob niemand sicher war, sobald er selbst den entferntesten Anspruch auf die Krone machen konnte.