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Titel: Ein Jubiläum der „Gose“
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 47, S. 808
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
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[808] Ein Jubiläum der „Gose“. Wir haben in Nr. 6 des Jahrgangs 1872 unseres Blattes die Leser in die Geheimnisse der „Gose“ und ihre Geschichte eingeweiht. Und in der That, nicht alle Welt kennt dies Bier, welches besonders in Leipzig fanatische Verehrer findet; ja sehr viele, die zuerst seine Bekanntschaft machen, begreifen nicht, wie dies Getränk, das ihnen so schal und abgestanden schmeckt, so leidenschaftliche Anhänger finden kann. Nun, vielleicht bekehren auch sie sich mit der Zeit; denn es giebt ja viele Genußmittel, an die man sich erst gewöhnen muß; die ersten Cigarren und Pfeifen legen dafür ein beredtes Zeugniß ab. Wer aber eine behagliche Gesellschaft an einem langen Tische sitzen sieht, auf welchem eine Batterie der eigenthümlich geformten Gosenflaschen „in Reih und Glied“, wie es Sitte bei den echten Gosentrinkern ist, aufgepflanzt steht, der muß Vertrauen fassen zu diesen, anfangs so schwer zu überwindenden Trank. Der klassische Ort der Gose ist das Leipziger Vorstadtdorf Eutritzsch; die vielen taufend Musensöhne, die im Laufe der Jahre die Leipziger Hochschule besuchten, haben dort alle ohne Ausnahme hospitirt. In Eutritzsch beabsichtigt man jetzt, das 150jährige Jubiläum der Einführung der Gose zu feiern, die der alte Dessauer dort eingebürgert hat. Dies Jubelfest würde ein großartiges werden, wenn sich alle Freunde der Eutritzscher Gose aus den letzten fünfzig Jahren daran betheiligten.
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