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Titel: Ein Entsumpfungsmittel
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aus: Die Gartenlaube, Heft 5, S. 84
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1889
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[84] Ein Entsumpfungsmittel. In den fiebererzeugenden Sumpfgegenden Italiens, Spaniens und Südfrankreichs, namentlich aber im nördlichen Afrika, in Algerien und am Nil, pflanzt man, wie wir schon in unserem Artikel über die Campagna in Nr. 45 des Jahrgangs 1888 erwähnten, den blauen Gummibaum (Eucalyptus globulus), welcher die Eigenschaft besitzt, die in den Sümpfen sich entwickelnden Fieberstoffe aufzusaugen und dadurch den Boden und die Luft zu verbessern, in großer Menge an. Leider gedeiht aber diese Pflanze, welche sich in den Tropen, besonders in Australien und Tasmanien, zu mächtigen Bäumen entwickelt, in unseren Breiten nicht im Freien, da die hier auftretenden Winterfröste sie vernichten würden, und die Bewohner sumpfiger Gegenden waren daher genöthigt, sich nach Ersatz umzusehen, der dieselbe Wirkung übt wie der Gummibaum, aber unser Klima verträgt, dessen Anpflanzung aber auch mit wenig Mühe und Kosten verbunden sein darf. Eine solche Pflanze hat man in unserer gewöhnlichen Sonnenblume (Helianthus annuus L.) gefunden, nachdem vielfache Versuche mit anderen Gewächsen sich als nutzlos erwiesen. Auf den ausgedehnten sumpfigen Moorgründen und schwammigen Heidestrecken bei Rochefort in Frankreich baut man schon seit längerer Zeit Sonnenblumen in großer Menge an und hat damit sehr gute Erfolge erzielt und in Holland ist da, wo man dem Beispiele Frankreichs gefolgt ist, das Fieber verschwunden.

In Deutschland hat man unseres Wissens die Sonnenblume noch nicht zu derartigen Zwecken verwandt, es dürfte sich aber der Mühe verlohnen, auch hier Versuche anzustellen. Es fehlt auch bei uns nicht an Sumpf- und Moorstrecken, die nutzbar zu machen ein großer Gewinn wäre, besonders wenn sich dies auf so einfache und billige Weise erzielen läßt. Außerdem ist aber auch jeder Theil dieser Pflanze zu verwerthen: die Stengel als Brennmaterial, die Blätter als gutes Viehfutter, die Kerne zur Oelbereitung oder als treffliches Mastfutter für Geflügel und die Blüthen zur Honigbereitung, da die Bienen dieselben mit großer Vorliebe aufsuchen. Die Sonnenblume verbraucht sehr viel Feuchtigkeit, die sie dem Boden entzieht, wodurch sie ihn austrocknet, so daß sie wohl geeignet erscheint, werthloses Sumpfareal in brauchbares Ackerland zu verwandeln.