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Titel: Ein Bild von Hugo Kauffmann
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 2, S. 40
Herausgeber: Ernst Ziel
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Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Die Gartenlaube (1880) b 025.jpg

Ein Aufschneider in Livrée.
Nach dem Gemälde von Hugo Kauffmann in München auf Holz übertragen.


[72] Ein Bild von Hugo Kauffmann (Seite 25: „Ein Aufschneider in Livrée“). Ein Künstler, welcher, in der Vollkraft des Sechsunddreißigers stehend, in der Reihe unserer Genremaler schon einen der ersten Plätze einnimmt, muß unsere besondere Beachtung für sich in Anspruch nehmen. Ein solcher ist Kauffmann, ein geborener Hamburger, der vor neun Jahren sich in München häuslich niedergelassen hat. Erst Schüler seines Vaters, des namentlich in seinen Winterlandschaften ausgezeichneten Hamburger Malers Hermann Kauffmann, ging er 1861 nach Frankfurt am Main, wo Jak. Becker, Steinle und Zwerger drei Jahre lang seine Lehrer und Muster warm. Dann schlug er zu Kronberg im Taunus sein Standquartier auf und machte von da längere Ausflüge nach Hamburg, Düsseldorf und zuletzt nach Paris, aus dem er 1870 mit allen übrigen Deutschen verjagt wurde.

Mit dem frischen Blick des Humoristen sucht er seine Vorwürfe am liebsten in den unteren Volkskreisen, die der Necklust seines Pinsels den reichsten Stoff darbieten, und da er zugleich Meister in der Zeichnung wie im Colorit ist, so erwerben seine Bilder sich auch immer zahlreiche Freunde. Am bekanntesten sind aus seiner Münchener Zeit (von 1871): „Aufbruch zum Treibjagen“ und „Rückkehr von der Jagd“, „Erzählungen aus dem Kriege“, „Auf der Kegelbahn“, „Bauern beim Kartenspiel“, „Violinspieler in der Theaterschenke“, „Kinder am Bache“ etc.; als sein Hauptbild gilt die 1874 vollendete „Versteigerung“.

Unsere Abbildung giebt eines der jüngsten Kauffmann’schen Gemälde wieder, dessen feine Charakteristik über den Gegenstand nicht in Zweifel läßt. Ein herrschaftlicher Kutscher benutzt die Zeit, während seine Pferde gefüttert werden, um den ländlichen Insassen einer Kneipe die Wichtigkeit seines Berufs und seine Ansichten über den Weltlauf klar zu machen. Die Komik des Bildes liegt darin, daß der Großsprecher nur in den beiden Kindern ein paar gläubige Zuhörer hat; in sämmtlichen, äußerst charakteristischen Gesichtern der übrigen Gesellschaft ist es deutlich ausgedrückt, daß sie ihm auch nicht ein Wort glauben. Die in sich hineinlächelnde Pfiffigkeit ist bei Allen so sicher ausgeprägt, daß es schwer ist, denjenigen zu bestimmen, welcher, wenn das bekannte große Messer von der Decke herabhinge, zuerst an der Schnur ziehen würde.