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Textdaten
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Autor: Friedrich Dornblüth
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Titel: Noch einmal Kochapparate
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 2, S. 40
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[72] Noch einmal die Kochapparate. Der im Anschluß an meine Besprechung verbesserter Kochapparate (Nr. 23 der „Gartenlaube“ von 1879) lebhaft empfohlene Wasserkochtopf von Becker in Unna (vergl.Nr. 26) verdiente vollständig das dort ausgesprochene Lob, wie mich die fortgesetzte Prüfung eines solchen, aus der Eisenhütte „Westphalia“ bei Lünne an der Lippe bezogenen Apparates immer mehr überzeugte. Durch das Kochen in einem Doppelgefäße, dessen Inneres durch Wasser von dem Aeußeren getrennt ist, werden die allermeisten Speisen nicht nur wohlschmeckender, sondern sie gewinnen auch an Verdaulichkeit und Nahrhaftigkeit, ganz abgesehen davon, daß allerlei untergeordnete Uebelstände bei Anwendung eines solchen Doppelgefäßes vermieden werden. Leichter verdaulich und daher nahrhafter werden durch solche Zubereitung besonders Milch und Milchspeisen, wo die hautartige Gerinnung des in der Milch enthaltenen Eiweißes und das so schwer vermeidliche Anbrennen mehliger Zusätze wegfällt, sodaß z. B. für die Bereitung von Kindermilch und anderer Kinder- und Krankennahrung der Becker’sche Patenttopf einen großen Vorzug vor gewöhnlichen Kochtöpfen voraus hat.

Nicht geringeres Lob verdient in Betreff der Verdaulichkeit und Nahrhaftigkeit der in demselben bereiteten Speisen Kuntze’s Schnellbrater (zu beziehen durch Weibezahl und Schneider in Dresden). Derselbe besteht aus einem Gefäß mit Doppelboden, dessen Zwischenraum mit dem sehr schlecht wärmeleitenden Asbest gefüllt ist, wodurch, ähnlich wie im Sandbade, das Anbrennen von unten verhindert und die Wärme sehr gleichmäßig im Innern des Gefäßes vertheilt wird. Ein gut schließender Deckel hält die aus den Speisen sich entwickelnden Dämpfe viel kräftiger zurück, als die gewöhnlichen Deckel der Kochgefäße, indem er den mit dem Entweichen der Wasserdämpfe verbundenen großen Wärmeverlust wesentlich vermindert, während durch Zurückhaltung der Riechstoffe die Speisen sehr an Wohlgeschmack gewinnen.

In diesem Gefäße ist sowohl auf dem Herdfeuer, wie auf Petroleum jedes Fleisch ohne Zusatz von Wasser oder Fett in kurzer Zeit saftiger und schmackhafter herzustellen, als im Bratofen oder in offenen Töpfen, und die „Sociale Correspondenz“ nennt Kuntze’s Schnellbrater mit Recht eine Wohlthat für die Arbeiterküche, weil auch ein nicht geübter Koch mit Hülfe dieses Gefäßes kleinere Fleischstücke und geringere Fleischsorten mit sehr wenig Mühe rasch und leicht in ihrem eigenen Saft und Dampf schmoren und braten kann.

Die hierdurch mögliche bessere Ausnutzung und leichtere Herstellung gebratenen Fleisches schätzen wir als Hauptvorzug, aber auch Kartoffeln werden ohne Wasserzusatz, also ohne die Mühe des Abgießens und die Gefahr des Verwässerns, bei dieser Art der Zubereitung rascher gar, mehliger und wohlschmeckender, als beim gewöhnlichen Kochen. Endlich können auch mit dem Fleische zugleich Kartoffeln, Reis, Graupen, Erbsen etc. in denselben Topf gefüllt und mit großer Ersparniß an Zeit, Arbeit, Feuerung in vortreffliche Speisen verwandelt werden. Die Billigkeit dieser Apparate und ihre bequeme Anwendung, die mit Hülfe der mitgegebenen Gebrauchsanweisung ohne alle Schwierigkeit zu erlernen ist, machen ein rascheres Eindringen der Schnellbrater in unsere sonst so conservativen und schwerfälligen Küchen möglich, was wir im Interesse der Volksernährung mit unseren besten Wünschen begleiten.

Dr. Fr. Dornblüth.