Textdaten
Autor: Wilhelm Löhe
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Titel: Drei Bücher von der Kirche.
Untertitel: Den Freunden der lutherischen Kirche zur Ueberlegung und Besprechung dargeboten
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Entstehungsdatum: 1844
Erscheinungsdatum: 1845
Verlag: Verlag von Sam. Gottl. Liesching.
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Erscheinungsort: Stuttgart
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Quelle: Commons, MDZ München, Google
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Drei Bücher von der Kirche.




Den Freunden
der lutherischen Kirche
zur
Ueberlegung und Besprechung dargeboten
von
Wilhelm Löhe,
lutherischem Pfarrer.




Stuttgart
Verlag von Sam. Gottl. Liesching.
1845.

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Druck von J. Kreuzer in Stuttgart.

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Inhalt (Wikisource)

00. Vorwort. V
00. Psalm. 87. VII
1
01. Wir sind zur Gemeinschaft und zur Kirche geboren. 3
02. Die Gemeinschaft der Kirche ist Eine hier und dort. 7
03. Die Kirche ist Eine in allen Zeiten. 10
04. Die Kirche ist Eine, gesammelt aus allen Völkern. 13
05. Der Mittelpunkt der Einen Kirche ist das apostolische Wort. 16
06. Es ist ein heller, klarer Mittelpunkt der Kirche, dies Wort. 20
07. Es fehlte der Kirche niemals ihr heller Mittelpunkt. 26
08. Das helle Wort kann die Tradition entbehren. 29
09. Das helle Wort beruft alle Völker. 34
10. Es beruft sie zu Einer Kirche, die da sichtbar und unsichtbar zugleich ist. 40
   
45
01. Die sichtbare Kirche ist überall, wo es Berufung und Berufene gibt. 47
00. Anhang zu 1. Ende des ersten Capitels aus Ph. Nicolai’s „Historie des Reichs Christi“. 51
02. Sie theilt sich in viele Particularkirchen, unter denen eine den Vorzug vor den andern haben muß 55
03. Kennzeichen der Particularkirche sind ihre Bekenntnisse. 61
04. Kennzeichen der reinsten Particularkirche, der Kirche κατεξοχήν, ist Schriftmäßigkeit des Bekenntnisses. 63
05. Die lutherische Particularkirche hat das unterscheidende Kennzeichen schriftmäßigen Bekenntnisses. 67
06. Altertum und Dauer sind nicht Kennzeichen der reinen Kirche. 71
07. Weite Ausbreitung ist kein Kennzeichen der Kirche. 76
08. Einigkeit und Succession im Sinne der Römer ist kein Kennzeichen der Kirche. 84
09. Heiligkeit des Lebens ist kein Kennzeichen der Kirche, am wenigsten im römischen Sinne. 92
10. Wunder und Weißagungen sind kein Kennzeichen der Kirche. 97
   
101
01. Kirchlicher Charakter ihrer Reformation. 103
02. Ihre Reformation ist theils vollendet, theils unvollendet. 106
03. Sie ist die einigende Mitte der Confessionen. 109
04. Sie soll sein ein Segen der Heiden. 114
05. Maß ihrer Mittel und Reichtum ihrer Werke innerhalb ihrer Gränzen. 117
06. Ihre Predigt. 119
07. Ihr Catechismus. 123
08. Ihre Seelsorge. 125
09. Ihre Liturgie. 128
10. Ihre Hoffnung. 131
   
Uebersicht. 133
Verlagswerbung. 135


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Vorwort.




 ALle reden in unsern Tagen von Kirche. Jedermann ahnt, daß Kirche kein bloßer Name sei. Die Wenigsten aber wißen, was hinter dem Namen für ein liebes, lichtes Reich verborgen ist. Die Laien wißen wenig von Kirche, und die Theologen? Sie hoffen zum Theil, daß der Wißenschaft vorbehalten sei, endlich einmal über diesen dunkel genannten Gegenstand erwünschtes Licht zu verbreiten. Vielleicht stehts aber doch nicht so schlimm, daß die Schülerin, die Wißenschaft des Tages, erst nach 1800 Jahren Gottes hochgeborene Tochter, Jesu Christi Braut, in die Welt einführen müßte. Vielleicht ist doch die Lehre von der Kirche nicht in den erträumten Kreiß derjenigen Lehren zu versetzen, deren völliges Verständnis die Schule zu geben vorhat. Vielleicht ist von den Vätern längst und von Anfang an erkannt worden, was Kirche sei. Vielleicht sind wir nur noch nicht reif geworden für die Lehre von der Kirche, die so schön, so mild und doch so völlig abgegränzt, von unsern Vätern beschrieben ist. – Wir kranken noch immer an dem Intermezzo, das die Geschichte unterbrechen wollte.

 Wie oft hat der Unterzeichnete im Geschwätz der Meinungen gewünscht, daß sich doch jemand des Volkes erbarmte und ihnen etwas sagte, die irrenden Gedanken auf die rechte Bahn zu lenken! Wie sehnlich hat er darauf gewartet, daß einer einmal dem Publicum der sogenannten Gebildeteren unter den Christen (denn die sinds in der Regel noch allein, welche die| kirchliche Frage besprechen) die alte Lehre von der Kirche sagte! Wie oft hat er vor Ungeduld die Feder selbst angesetzt und wieder niedergelegt in Hoffnung, daß sich angesehenere und beliebtere Namen an die Arbeit machten! – Endlich hat er wenigstens so viel gethan, auf daß Beßere herausgefordert werden, Beßeres zu liefern.

 Es ist eine mangelhafte und geringfügige Arbeit, welche ich den Freunden der Kirche biete. Ich habe nicht daran gedacht, etwas Erschöpfendes zu geben. Richtige Gedanken zur Ueberlegung und Besprechung wollte ich geben, und hätte gerne gehofft, daß sie sich bewähren möchten. Ich weiß nun aber nicht, ob ich das hoffen darf. Ich meine nicht, Falsches gesagt zu haben, aber es ist mir leid, die Wahrheit nicht beßer gesagt zu haben. – Nicht das, was nicht gesagt ist, kümmert mich. Ich habe vieles mit aller Absicht nicht gesagt. Aber was gesagt ist, hätte ich gerne beßer gesagt. Vielleicht gäbe es keinen strengeren Censor der nachfolgenden Blätter, als den Verfaßer. Es ist ihm drum ein Kleines, daß ein anderer von hohem Pferde sie verhöhne.

 Es gehe dieß mangelhafte Büchlein hinaus. Gott kann dennoch geben, daß es diene, wozu es soll. Dann mag es vergeßen werden. Es hat ein jeder die Aufgabe, seinen Zeitgenoßen zu dienen. Thut er das, so ists genug, Aere perennius sei kein Buch, als das Buch der Bücher, und kein Werk als das, von dem wir reden, Gottes Kirche.

 Friede sei mit denen, die Ja sagen! Friede mit denen, die Nein sagen! Gottes Friede komme zu allen! Möchten wir alle im Frieden Eins, Eine Kirche, Seine Kirche sein!

 N. D. 2. December 1844.

W. L. 


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Ps. 87.
1. Ein Psalmlied der Kinder Korah.

0. Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen.

2. Der HErr liebet die Thor Zion über alle Wohnungen Jacob.

3. Herrliche Ding werden in Dir gepredigt, du Stadt Gottes. Sela.

4. Ich will predigen laßen Rahab und Babel, daß sie mich kennen sollen. Siehe, die Philister und Tyrer sammt dem Mohren werden daselbst geborn.

5. Man wird zu Zion sagen, daß allerlei Leute drinnen geboren werden, und daß Er, der Höheste, sie baue.

6. Der HErr wird predigen laßen in allerlei Sprachen, daß der etliche auch daselbst geboren werden. Sela.

7. Und die Sänger wie am Reigen werden alle in Dir singen eins ums ander.