Die Ausnützung der Transportmittel auf den Eisenbahnen

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Autor: Unbekannt
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Titel: Die Ausnützung der Transportmittel auf den Eisenbahnen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 14, S. 224
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1870
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[224] Die Ausnützung der Transportmittel auf den Eisenbahnen. Wir erwähnten in unserem Artikel „Sicherheitsapparate auf der Eisenbahn“ in Nr. 13 der Gartenlaube die ungeheure Zahl von Personen- und Güterwagen aus aller Herren Länder, welche sich fortwährend auf den Eisenbahnlinien bewegen. Nun ist es aber irrig zu glauben, daß diese Wagen auch in ihrem ganzen Verhältniß fortwährend benutzt werden. Daß der vorhandene Wagenpark nützlich und zweckmäßig verwendet werde, ist allerdings eine der wesentlichsten Aufgaben einer jeden Bahn; wie schwierig das aber ist und wie viel daran fehlt, sehen wir am besten daraus, daß von den circa einhundertundzwanzigtausend Güterwagen der deutschen Vereinsbahnen die größere Hälfte immer leer läuft, denn der größte Theil der auf eine fremde Bahn gesendeten beladenen Wagen kommt leer, also nutzlos zurück: von der ganzen Tragfähigkeit eines Wagens werden jährlich durchschnittlich nur achtunddreißig Procent in Anspruch genommen. Noch ungünstiger ist dieses Verhältniß bei den Personenwagen. Die zwölftausend Personenwagen der deutschen Vereinsbahnen mit einer halben Million Sitzplätzen laufen manche liebe Meile leer herum, im Durchschnitt sind bei ihnen jährlich von sämmtlichen Plätzen nur dreißig Procent benutzt worden; die Ungleichheit des Verkehrs auf den einzelnen Linien der nur in der Nähe großer Städte seine entsprechende Höhe erreicht und hier bei einem Zuge alle Plätze verbraucht, die Reise- und Badesaison des Sommers, die alle Coupés vollpfropft, und dann wieder der lange Winter mit seinen wenigen vermummten Passagieren geben die Erklärung. Trotzdem reichen weder Personen- noch Güterwagen hin, um den in Folge immer neu eröffneter Bahnen sich täglich steigernden Verkehr zu bewältigen, es müssen deshalb jedes Jahr noch siebenhundert Personen- und zehntausend Güterwagen mehr gebaut werden.