Das größte Dampfschiff

Textdaten
<<< >>>
Autor: unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Das größte Dampfschiff
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 20, S. 238
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[238] Das größte Dampfschiff. Die „Ostdampfschifffahrts-Gesellschaft Englands hat jetzt ihr großes Dampfschiff anfangen lassen, und zwar in der riesigen Anstalt Scott Russel’s zu Millwall. Der Kiel, allein aus 15,000 Centnern Eisen bestehend, ist fertig. Das Schiff soll in zwei Jahren contractlich vollendet sein. Die Länge des Hauptdecks wird 700 Fuß betragen (130 mehr, als die des „Himalaya), die Breite 83 Fuß, die Höhe mit 4 Etagen oder Decks 58 Fuß. Der große Salon wird 80 Fuß lang und 15 hoch. Es wird 10,000 Tonnen (d. h. 200,000 Centner tragen und selbst etwa 240,000 Centner) wiegen. Für Kohlen wird so viel Raum geschafft, daß es in einer Tour um die ganze Erde dampfen können wird. Für Leute „erster Klasse“ bekömmt es 500 besondere Wohnungen, dabei viele Hunderte von Cajüten für Personen zweiter und dritter Klasse und noch ein Paar Tausend Mann Soldaten. Die combinirte Schrauben- und Rädertriebkraft wird der von 2800 Pferden gleichen. Der Hauptkörper des Schiffs bekommt eine doppelte Eisenhaut, zwischen welcher 2 Fuß 6 Zoll leerer Raum gelassen werden. Es wird 14 wasserdichte Räume enthalten, so daß das Schiff untergehen könnte, ohne daß die Personen ertrunken und möglicherweise durch Taucherglocken wieder heraufgeholt werden könnten (freilich nicht aus Tiefen von 1/4 deutscher Meile und mehr). Nach den bisherigen Erfahrungen braucht die Triebkraft nicht in demselben Maße zuzunehmen, als das Gewicht, wenn dieses Gewicht sich in die Länge vertheilt. Die große Länge dieses Riesenschiffs wird also der Triebkraft eine viel größere Gewalt und dem Schiffe eine viel größere Schnelligkeit geben, als man nach bloßer Berechnung der ungeheuern Gewichtsmasse würde erwarten können. Die Amerikaner, die von diesem gigantischen Unternehmen gehört haben, sollen übrigens stark hinterher sein, dem 700 Fuß langen Dampfer eine 1000füßige Pfeife entgegenzubauen. Und wenn das noch lange so fortgeht, baut man einstmals ein Schiff, das gleich von England bis Amerika reicht, so daß man gleichsam zu Lande hinübergehen kann.