Beschreibung des Oberamts Künzelsau/Kapitel B 16

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16. Döttingen,
Gemeinde III. Kl., Pfarrdorf, 434 Einw., worunter 6 Kath., Fil. von Braunsbach.

Dieser einst verkehrsreiche Ort liegt in der Mulde des Forellenbaches, der unterhalb des Ortes in den Kocher mündet. Seine Lage ist lieblich in dem saftiggrünen, ziemlich weiten Thalgrund, der ringsum von steil sich erhebenden bewaldeten Höhen umgeben wird. Eine hübsche Aussicht auf das Dorf gewährt die Steige nach Jungholzhausen und der Egel, eine Höhe nördlich vom Dorfe. Der größte Theil des Dorfes liegt auf beiden Seiten des Forellenbaches, an dem sich die schöne Staatsstraße nach Waldenburg allmählich in die Höhe zieht. An der Hauptstraße stehen einige hübsche, große Häuser, im Verein mit dem Schloß dem Ort ein halbstädtisches Ansehen verleihend. Die Lage des Orts schützt gegen Stürme, starke Gewitter sind selten, dagegen Nebel und Frühlingsfröste wegen der Nähe der wasserreichen Thäler häufig.

| Mit Wasser ist der Ort reichlich versehen. Der Forellenbach nimmt, ehe er das Dorf berührt, den Eschenthaler, Bachensteiner und Rüblinger Bach auf und auf dem rechten Kocherufer mündet unweit der Brücke der Jungholzhäuser Bach in den Kocher. Der letztere tritt öfters über die Ufer, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten. Trinkwasser liefern 2 laufende und 7 Pumpbrunnen. Die Hauptstraße, welche gut erhalten ist, hatte früher eine besondere Zierde an 13 alten großen Lindenbäumen, welche vielleicht als Erinnerung an den Ort des Centgerichts längs der Straße und des Baches standen, aber vor 60 Jahre abgehauen wurden und jetzt durch 13 Pappeln ersetzt sind.

Auf dem rechten Bachufer am südöstlichen Ende des Dorfes steht die kleine sauber gehaltene Kirche zum hl. Martin, (Hammers Mater.), mit Ziegeln bedeckt. Dieselbe hat nichts Alterthümliches. Der Chor unterhalb des Thurms ist durch den Einbau der Orgel etwas gedrückt, die Empore im Schiff der Kirche mit Kreidezeichnungen von biblischen Personen geschmückt, von denen einzelne gut und charaktervoll, andere weniger gelungen sind. Am Taufstein findet sich die Inschrift: Unter diesem Taufstein ruhen 4 Brüder und ein Schwesterlein 1684. Johan Christoph Assum. (Amtmann in D.) Über dem Eingang zur Empore steht die Inschrift: 16. ren. 1599. ovirt 29., wornach es scheint, daß die Empore 1599 gebaut und 1629 renovirt wurde. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1784. Im Jahr 1722 wurde die Kirche einer Restauration unterzogen, worauf die Zahl 1722 über dem westlichen Eingang hindeutet. Die Sakristei ist ein unbedeutender Fachwerk-Anbau. Auf der Südseite der Kirche führte früher eine Wendeltreppe zum fürstlichen Stuhl.

Auf dem Thurme befinden sich drei Glocken, von denen die größte die Inschrift trägt: Lobet ihr Völker unsern Gott, lasset seinen Ruhm weit erschallen. Ps. 66. und den schwerfälligen Hexameter

Jann. Petri Hysonis praefectus anxia cura
Me fundi voluit tempore pacifico. anno 1650.

Die mittlere hat nur die Inschrift:

anno domini 1482 jar.

Die kleine ebenso: anno domini 1482 jar.

Die Baulast der Kirche ruht auf der Stiftungspflege.

| Westlich von der Kirche steht das ehmals fürstlich hohenlohische Schloß, jetzt Eigenthum von Bruckmann aus Heilbronn. Dasselbe ist gelb getüncht, im Renaissancestyl gebaut und wohnlich eingerichtet, aber ohne besondern architektonischen Schmuck gehalten. Schon die Herren von Bachenstein hatten in Döttingen ein Schloß, das 1488 Graf Kraft von Hohenlohe von Hans v. Bachenstein kaufte. s. Regest. Kraft von Hohenlohe wohnte mit seiner Gemahlin um 1493 daselbst. Meusel 2, 94. 1585 ließ Graf Friedrich von Hohenlohe durch den Baumeister Thomas Fändrich das jetzige Schloß erbauen. Fändrich fiel beim Bau den 16. März 1586 zu Tode. Auf den Beginn des Baues weist die Zahl 1585 am Eingang des Rittersaals, jetzt des Stalles hin. Der Bau gieng aber noch lange fort. Darauf weist eine andere Inschrift 1599 mit 4 Steinmetzzeichen hin. Die Spindel der Wendeltreppe ist mit Steinmetzzeichen bedeckt. Die Stuckaturarbeiten im Schloße wurden 1616 von Alexander Hermann aus Öhringen besorgt (Kirchenbücher). Fürst Christian Friedrich von Hohenlohe-Kirchberg (1729–1819) ließ die gegen die Straße liegenden Flügel des Schlosses neu aufbauen und setzte das ganze Schloß wieder in wohnlichen Stand. (Hammer Mat.)

Das Pfarrhaus im obern Dorf an der Straße nach Waldenburg, ein früheres Bauernhaus, ist wohnlich, aber eines Neubaus in einigen Jahrzehnten gewärtig. Die Baulast hat der Staat.

Das Schulhaus in der Nähe der Kirche an der Hauptstraße ward neuerdings sehr freundlich hergerichtet und enthält ein Lehrzimmer und die Wohnung des Lehrers. Dasselbe ist von der Gemeinde zu unterhalten.

Die Besetzung der Pfarr- und Schulstelle steht dem Fürsten von Hohenlohe-Langenburg zu.

Der Gottesacker liegt nördlich außerhalb des Dorfes an einem Abhang.

Als Lokal für die Gemeindebehörden dient ein gemiethetes Zimmer.

An öffentlichen Gebäuden ist ein Armenhaus und Spital vorhanden. Letzteres wurde 1627 von der Gräfin Anna Amalie von Solms, geb. Gräfin v. Nassau-Saarbrücken mit 2400 fl. gestiftet, Wib. 1, 672. 4, 271. Gegenwärtig sind es 9 Pfründen. Die Verwaltung des Spitals steht dem Hause Hohenlohe-Langenburg| zu. Der Spital ist ein einfaches Gebäude am nördlichen Ende des Dorfes.

Die Einwohner von mittlerem Körperbau, dabei kirchlich, ordnungsliebend und sparsam, werden vielfach durch den auf den steilen Berghalden anstrengenden Feldbau gebrechlich. Die Hauptkrankheiten sind Leiden der Brust- und Athmungsorgane und des Unterleibs. Gegenwärtig sind 6 Personen über 80 Jahre in dem kleinen Dorfe.

Die Haupterwerbsmittel sind Feldbau und Viehzucht. Der Wohlstand ist mittelmäßig. Der vermöglichste Einwohner besitzt 60 Mrg. der Mittelmann 15, der kleine Mann 2 Mrg. Nur die gewöhnlichen Handwerke sind vertreten. Ein Kaufmann und ein Krämer versehen den Ort mit den nothwendigen Waaren. Die früher fürstliche Bannmühle hat 4 Mahl- und einen Gerbgang. Die Ziegelhütte, früher auch mit Bannrecht ausgestattet, trägt die Jahreszahl 1564. Eine Färberei hat in der Umgegend ziemlichen Absatz. Außer der Bierbrauerei mit Wirthschaftsgerechtigkeit bestehen noch 2 Schildwirthschaften. Früher hatte Döttingen auch eine Badstube, jetzt das Haus des Heinr. Frenz, in dessen Stall noch eine Säule die Jahreszahl 1594 und die Zeichen B. K. und M. M. trägt.

Dem Verkehr dient die schöne Staatsstraße nach Waldenburg und die 1879 verbesserte Korporationsstraße von Hall nach Künzelsau.

Über den Kocher führt eine schöne steinerne Brücke, früher im Scherz der Schleifstein genannt, über den Bach drei steinerne Brücken und drei hölzerne Stege.

Die Markung ist unregelmäßig gegliedert und mittelgroß, ein großer Theil kommt auf die steilen Berghänge des Kocherthals. Die Sommerseite ist hitzig, das Thal hat Sandboden, sonst ist Kalkerde vorherrschend. Die Äcker sind steinig. Das Klima gehört zu den milderen des Kocherthals, die Sommertage sind in dem engen Thal ungewöhnlich heiß.

Der Weinbau gieng nach und nach ganz ein.

Das Obst gedeiht gerne und die Obstzucht ist seit dem Abgang des Weinbaus in stetigem Zunehmen. Besonders der Ertrag an Äpfeln ist gut.

Der Gemeindewald mit 130 Morgen liefert jährlich 130 Rm. und 2000 Wellen; der Erlös dient zur Schuldentilgung der Gemeinde.

| Güterpreise für den Morgen Acker 100–700 M., Wiese 300–800 M.

Die unbedeutende Weide ist um 150 M. verpachtet, die Pferchnutzung nicht nennenswerth. Eigene Güterstücke hat die Gemeinde nur wenige.


Döttingen, bis 1635 Dettingen geschrieben und zum Unterschied von andern Dettingen genannt bei den 13 Linden oder scherzweise am langen Schleifstein (weil die Einwohner die Brückenbrüstung aus feinem Sandstein zum Schleifen ihrer Sensen benützt haben sollen), hat seinen Namen von Dedo, einem altdeutschen Personennamen. Es ist sicher eine alte Niederlassung, wenn auch höchst zweifelhaft ist, daß eine Römerstraße von Öhringen bis Döttingen geführt habe. S. 256. Auf dem Egel, einer Höhe über Döttingen finden sich alte Mauerreste. Von der abgegangenen Burg Bachenstein s. unten. Zuerst erscheint es 1225 als Thetingen, da Walter Bacho de Thetingen zu Hall in einer Urkunde König Heinrich VII. zeugt s. Regesten, und bildete den Mittelpunkt der Herrschaft des ritterlichen Geschlechtes der Herrn von Bachenstein, deren Allod es war s. Reg. 1288.

Wahrscheinlich durch Verwandtschaft mit den Herrn v. Bachenstein bekamen die Herrn v. Wunnenstein Reg. 1378 und 80 und die Herrn v. Stetten 1506 Theil an Döttingen. Durch Schenkung erlangten die Johanniter in Hall (1249), das Kl. Gnadenthal (1307), die Katharinenkirche in Hall (1467) Güter und Gülten in D. Die Kirche zu St. Martin (Wib. I, 139, 140) erscheint 1307 urkundlich. Sie soll eine Wallfahrtskirche gewesen sein. 1488 war der Pfarrsatz würzburgisches Lehen. 1488 erkaufte Kraft v. Hohenlohe von Hans v. Bachenstein seinen Besitz zu D., 1533 Graf Albrecht von der Stadt Hall ihre Güter und Gülten.

In der letzten Zeit vor der Reformation scheint die Pfarrei mit der zu Jungholzhausen unirt gewesen zu sein, da kein Pfarrer v. Döttingen im hohenl. Visitationsprotokoll erscheint.

Nach einer Urk. v. 1420 war D. Sitz eines Centgerichts.


Pfarrer: Heinr. Schweizer, † 1481. Johann Horn resign. 1486. Johann Neyffer 1486. (Wib. I, 140.) Matth. Schnerer (Staatsarch.) 1522. Ev. Pf. Mich. Mayer (Villicus) 1562–91. Sam. Schwarz (Nigrinus) von Weikersheim, 1591–1633 († Sept.) Mich. Kneller von Münkheim 1633–35. Ge. Helmreich 1635–50. M. Marc.| Porta oder Pforte 1650–56. Ge. Fried. Majer v. Hall 1657–63. Joh. Ludw. Renner v. Rupertshofen 1663–72. Ge. Fr. Drechsler v. Lendsiedel 1672–91. Joh. Ge. Wibel v. Sindolzheim 1692–98. Ge. Heinr. v. Majenfels, 1698–1726. Joh. Ge. Schlötzer v. Wermuthausen 1726–33. Joh. Ge. Thiermann v. Mönchberg im Baireuthschen 1733–36. Joh. Carl Apin v. Waldenburg 1736–40. Joh. Balthasar Wolff v. Münkheim 1740–56. Joh. Ludw. Konradi v. Kirchberg 1756–61. Joh. Ge. Stürmer v. Kirchberg 1761–78. Wilh. Friedr. Schäffer 1778–89. Karl Ludw. Junker 1789–92. Joh. Seb. Krafft 1792–98. Joh. Hein. Balth. Schuster v. Lendsiedel 1798–1815. M. Gust. Fr. Runkel v. Altenberg 1815–20. Nicol. Gerber a. Mülhausen im Elsaß 1821–29. Welsch, Hein. Wilh. Friedr. v. Blaufelden 1829–40. Schäffer, Karl Ludw. Alb. v. Kirchberg 1841–45. Moser, Eduard v. Ulm 1845–57. Hahn, Herm. v. Öhringen 1860–73. Sihler, Carl Hein. v. Neuffen 1873–77. Pfitzenmaier, Christ. v. Ludwigsb. 1878. Weber, Johs. v. Kuppingen 1882.

1225 Hall 28. Apr. Walter Bacho de Thetingen zeugt, als König Heinrich den Verkauf v. Bieringen durch Heinrich v. Langenburg an Schönthal bestätigt. W. U. 3, 170.

1249 gibt der Johanniterorden in Hall der Stadt Hall 5 Pfd. Hellergült auf der Mühle zu D. W. Fr. 9, 372.

1251 Konr. de Teitingen Zeuge in dem Testament Konrads v. Dürne gehört nach Teytingen abg. bei Neudenau bad. W. Fr. 1, 22.

1292 erhält das Johanniter-Haus als Ersatz der Kosten des Prozesses gegen Adelheid v. Enslingen, geb. v. Bachenstein, deren Mühle in Tetingen angewiesen, bis die 27 fl. Unkosten bezahlt sind. Bauer Staatsarch.

1307 verschreibt sich Gnadenthal von dem Gut, das Hein. v. Scheffau geschenkt, jährl. 10 Sch. an das ewige Licht der St. Martinsmesse zu D. zu geben. Wib. 1, 140. W. Fr. 9, 46.

1317 Mai 16. treten die Johanniter in Hall ihre 5 Pfd. Hellergült auf der Mühle zu D. an die Stadt Hall ab. W. F. 9, 372.

1352 verschreibt Engelhard v. Bachenstein Gr. Kraft v. Hohenlohe auf die 6 Jahre seines Diensts als Vogt zu Langenburg Öffnung seiner Burg D. W. Fr. 1, 15.

1379 verkaufen Wilhelm, Hans und Wolf v. Wunnenstein Gülten aus einem Weingarten zu Tettingen an Schwester Engelberg die Rißin im Kl. Kirchheim Württ. Jahrb. 1851, 49.

1380 verkaufen dieselben einen Weingarten zu T. so von ihrer Schwester Veni an sie gefallen. Württ. Jahrb. 1851, 49.

s. a. Herold v. Tettingen und seine Hausfrau Margareta im Necrolog des Johanniterhauses zu Hall (Bauer Coll.).

1406 verkauft Hans Wirt zu Tettingen an St. Nicolaus in Hall eine Gült von einem Weinberg ob dem Kleb zu T. um 91/2 Pfd. H. Ulrich Schultheiß und Hans Bachenstein zu Tettingen gesessen (Bauer Coll.)

1419 Wilhelm v. St. Kirchherr zu Crawlsheim mit seinem Bruder stiftet einen Jahrtag am Frauenaltar in der Veldnerin-Kapelle zu Hall und gibt dazu ein Gut in Tettingen, das die Verwandten gekauft haben. W. F. 4, 177 f.

| 1420 Donnerst. vor Invent. cruc. bringen Pfarrer und Heiligenpfleger von Steinach eine Klage gegen Heinz Schneider von D. wegen des Nassenlehens zu Nesselbach, die sie zuvor an den Herrn in dem Sende des Stuhls zu D. gebracht, vor den Dekan des Cap. Künzelsau. W. F. 10, 197.

1465 Georg v. Bachenstein B. zu Hall verkauft an Conz Schnewen Wittwe das. 2 Gütlein zu Dettingen um 102 fl. (Öhr. Arch.).

1467 verkauft Dorothea Dorsin Wittwe zu Hall 2 Gütlein mit Zubehör an die Katharinenkirche zu Hall (Öhr. Arch.).

1476 und 1478 s. Dörzbach.

1481 tritt Hans v. Bachenstein das Pfarrlehen zu D. an Kraft von Hohenlohe ab. Kraft leiht die Pfarrei im selben Jahr Wib. 1, 140. Zum förml. Verkauf kommt es erst 1488 Mont. nach Oculi. Hans v. B. verkauft Schloß und Dorf D. mit Gütern, Gülten und Herrlichkeit Alles freieigen, den Kirchsatz D. würzb. Lehen, Zins, Gülten, Zehnten u. Gerichtsbarkeit zu Goggenbach, hohenl. Lehen und das halbe Gericht, Zins, Gült und Gerechtigkeiten zu Jungholzhausen, würzb. Lehen um 2800 fl. Hans hat noch 1 Jahr den Sitz im Schloß zu D. (Öhr. Arch.)

1488 Freit. nach Judica belehnt B. Rudolf v. Würzburg Kraft von H. mit einem Theil von Jungholzhausen und dem Kirchsatz zu D. (Öhr. Arch.).

Vor 1493 überfallen die Haller das Schlößlein D. und suchen Gr. Kraft v. Hohenlohe und seine Gemahlin gefangen zu nehmen. Meusel Geschichte 2, 94.

1506 Wilh. v. Stetten hinterläßt Güter zu D., auf welche seine an N. v. Sternenfels wieder verehelichte Wittwe verzichtet (Stett. Urk.).

1510. Melchior v. Stetten verkauft sein Gütlein zu D. an Hohenlohe für 4 fl. 8 Sch. (Öhr. Arch.).

1513 Freit. nach dem Sonnt. (?) in d. h. Fasten spricht B. Lorenz der Tochter Caspars v. Stetten die Güter zu D. sammt dem Fischwasser zu (Stett. Urk.).

1532 verkauft Wolf v. Stetten seine Güter und Gülten zu D. an Hall (Langenb. Arch. Rep.).

1533 erkauft Gr. Albrecht von der Stadt Hall ihren ganzen Besitz zu D. um 120 fl. (ib.)

1553. Brand in D. wobei 2 Häuser abbrennen (Öhr. Arch.).

1570/80 Wiedertäufer in D. (Weik. Rep.).

1574 große Theurung (K.B.).

1575 starben 112 Personen von Fasten bis Mich. an der Pest. (K. B.)

1576 und 84 ausgezeichneter Wein.

1584 kostet der Eimer 1/2 fl. (K.B.).

1589 (? Wib. 1, 667 Jahrzahl falsch, da Eleonore 1585 †) stiftet Eleonore Gr. v. Hanau, Wittwe Gr. Albrechts von Hohenlohe 2300 fl. für die Armen im Amt Döttingen und Weikersheim Wib. l. c.

1590 † Gr. Friedrich v. Hohenlohe zu Döttingen im Schloß den 12. April um 2 Uhr. K.B.

1592 wird der erste Schulmeister Hans Meßner erwähnt (K.B.).

1594 verpfändet die Herrschaft Hohenlohe Döttingen an Melchior Jäger, den württemb. Rath, um 4500 fl. (Weik. Arch.).

| 1608 1. Adv. Überschwemmung (Commun. Reg.).

1610–20 wohnt Gräfin Anna Amalie von Solms die Stifterin des Spitals in Döttingen. Sie hat öfters Besuche von Gr. Phil. Ernst v. Hohenlohe, Pfalzgr. Wilhelm. K.B.

1628 ist Schulmeister zu Döttingen Joh. Jak. Studion, Sohn des Marbacher Präzeptors, Historikers und Chiliasten Sim. Studion (K.B.).

1633/34 flieht der Pfarrer Kneller vor den Soldaten (K.B.), mehrere Männer und Frauen werden von den Soldaten erschlagen. K.B.

1633. Paul Schwarz, des † Pfarrers Sohn, ist Gutsverwalter des Palatin Esterhazy in Landseer in Ungarn (Langenb. Arch.).

1641/42 schwere Klagen über die Einquartierung, besonders über die Lothringer, welche die Leute überfallen, sie in die Stuben sperren, ihnen Gläser halb Wasser halb Salz zu trinken geben, die Ehefrauen auf freier Straße mißbrauchen, den Geistlichen zum Schwedentränklein nöthigen, die Leute muthwillig von der Arbeit abhalten. Vaterlandsfr. 1876. 7. Okt. nach Langenb. Akten.

1650 6. Juni. Oberst Löwenhaupt und Oberstlieut. Swen Swenson im Quartier und Pathen zu D. (K.B.).

1660 wird durch Eisgang das mittlere Joch der Brücke abgerissen, ebenso 1670. 7. Jan. (K.B.).

1688 26. Nov. wird der Gottesdienst durch den Durchmarsch von Franzosen gestört. K.B.

1689 starben in Folge von Geistergeschichten 2 Personen. Wib. 4, 322.

Über den damals herrschenden Geisterglauben s. Erasmus Francisci, hohenl. Langenburg Rath, Der höllische Proteus, Nürnberg 1695. Birlinger, Aus Schwaben 1, 333 ff.

1694 11. April marschiren Soldaten vom Sächsischen Regiment Erffa, 1707 11. März vom Reg. Schmettau, 1708 1. Jan. vom Reg. Tucher durch Döttingen. K.B.

1729/30 wurde die steinerne Brücke an der Stelle einer hölzernen, welche weiter unten am Kocher stand und durch das Wasser zerstört war, von Ign. Jochum, Werkmeister v. Wimpfen, erbaut unter Friedr. Eberhard v. Hohenlohe-Kirchberg (Schulth. Mitthlg.).

1789 29. Juli riß der stark angeschwollene Kocher die Brücke weg.

1796 herrschten die Kinderblattern, nur 4 Familien blieben verschont, 81 Kranke, 21 Todte (K.B.).

1806 tritt Döttingen unter württemb. Staatshoheit.

1809 wurde das Justizamt Döttingen aufgelöst und dem Oberamt Ingelfingen zugetheilt.


Folgen wir von Döttingen dem Bache aufwärts, so treffen wir im Distrikt Stechberg die schwachen Reste eines Häuschens, das vor 70 Jahren noch gestanden haben soll. Unweit davon in der Flur „Wannenschnaib“ am Eschenthaler Bach stand eine Kapelle, die wohl zur nahen Burg Bachenstein in Beziehung stand. Zwischen dem Rüblinger und Bachensteiner Bach ungefähr 1,5 km vom Dorf in stiller Waldeinsamkeit ist eine jetzt ganz bewaldete steile Anhöhe, vom Volk Bachenstamm| genannt, auf welcher einst die Burg Bachenstein stand, von der heutzutage nur noch ein Graben und ein Ansatz von einem Gewölbe vorhanden sind. Die Steine der zerstörten Burg sollen zum Brückenbau in Döttingen (im vorigen Jahrhundert 1729 bis 30) verwendet worden sein. Häufig findet man noch Ziegelstücke. Nach der Area zu schließen muß die Burg ziemlich bedeutend gewesen sein. Auf ihr saß das ritterliche Geschlecht der Bachen von Bachenstein, die ihren Stammsitz im Dorfe hatten s. oben Reg. 1225 und um 1250 (Reg. 1253) die Burg gebaut haben. Denn erst um diese Zeit nennen sie sich von Bachenstein. Der Sage nach wäre B. von einem kaiserlichen Waltboten, Graf Engelhard von Lobenhausen, als Raubschloß zerstört worden wie Buchhorn, Roth und Cransberg im OA. Gaildorf (Widmanns Chronik). Jedenfalls lag es im 16. Jahrhundert längst wüste. Das Wappen der Herren von Bachenstein ist verschieden. Die einen haben einen goldenen Pfahl im blauen Feld mit 2 rothen Hörnern auf dem Helm, die andern einen goldenen Schrägbalken im blauen Feld, auf dem Helm ein Einhorn ähnlich wie die Senfte zu Hall, nur das Einhorn ohne Füße. Herolt, Chr. S. 20. Ein Theil des Geschlechtes saß zu Hall. Ein anderer Zweig stand in pfälzischen Diensten und starb zu Heidelberg aus.

Die Besitzungen des Geschlechtes waren weit zerstreut. Im Oberamt Künzelsau hatten die Herren v. Bachenstein Besitzungen in Braunsbach (1487), Braunsberg s. Dörrhof, Döttingen, Dörzbach 1351. 1441. 78. 82. 91, Frauenzimmern 1424, Holzhausen (s. Steinkirchen), Ingelfingen 1408. 29. 51. 89, Jungholzhausen 1408, Krautheim, Lipfersberg, Morsbach 1481, Niedernhall 1313. 1422, Sindeldorf 1433, Stachenhausen 1433, Steinkirchen 1456. 72. 82, Weisbach 1420, Westernhausen 1318, Zottishofen s. den betreffenden Ort.

Im Oberamt Ellwangen: Kottspiel, Neukottspiel, wohl das Dorf gegenüber der Burg (Nucotesbühel, W. F. 6, 13) s. Geifertshofen.

OA. Gaildorf: Mittelfischach 1480, Unterfischach 1472.

OA. Gerabronn: Altenberg 1456. 59, Forst 1422, Nesselbach 1360. OA. Hall: Hall 1340. 65. 95. 98, Altdorf 1425. 79, Altenhausen 1481, Arnsdorf 1428, Bibersfeld 1415. 31. 53. 83. 85, Brachbach 1408. 73. 82, Braunoldswiesen 1427. 78, Eckartshausen 1479. 84, Eltershofen, Gelbingen, Gliemen, Haagen 1480, Hagenbach 1346, Hergershof 1481,| Hildgardsbrunnen 1418, Kupfer 1431, Michelfeld 1348, Orlach 1351. 1428, Raibach 1434, Reisachshof 1441, Rieden, Rückersbronn 1427. 89, Sulzdorf 1390, Thalheim 1429, Theurershof 1479, Tullau 1434. 77, Übrigshausen 1428, Ummenhofen 1480, Unter-Münkheim 1408, Veinau, Vellberg 1424, Wittighausen 1408, Wolpertshausen 1348. OA. Heilbronn: Böckingen 1371, Großgartach 1419, Neckarsulm, Degmarn 1333, Jagsthausen 1418. OA. Öhringen: Buchhof 1351, Beltersrod 1431, Gockenbach 1345. 1433. 88, Kupferzell 1408. 51, Langensall 1408, Orendelsall 1314, Riemelau abg. 1371, Rüblingen 1400, Ulrichsberg, Weinsbach 1424, Westernbach 1420. OA. Weinsberg: Affaltrach 1265, Ellhofen 1349, Eschenau 1418, Grantschen 1381, Siebeneich[ER 1], Sulzbach 1381, Weißlinsburg 1371. Baden: Stolzeneck bei Eberbach 1284, Unterbalbach 1495. Bayern: Eckartsweiler 1413, Erlach, Steinbächlein, Hetzenweiler, Waizendorf 1411, Edigheim bei Frankenthal Rheinpfalz 1422.
Walter Bacho
1225
Brace segment, over, end-left.svgBrace segment, over, span.svgBrace segment, over, mid.svgBrace segment, over, span.svgBrace segment, over, end-right.svg
Heinrich
1251, 1265.
Brace segment, over, end-left.svgBrace segment, over, span5.svgBrace segment, over, span.svgBrace segment, over, span.svgBrace segment, over, mid.svgBrace segment, over, span.svgBrace segment, over, span.svgBrace segment, over, span5.svgBrace segment, over, end-right.svg
Walter
ux. Elisabeth
      Gottfried
ux. Gutta
      Gutta
ux. Kon. v. Klepsheim.

Walter Bacho 1225 28. April s. Ort. Bacho de Oringowe 1225 27. Mai und sein Schwestersohn Volmar Zeuge im Vergleich der Herren von Krautheim mit Schönthal, W. U. 3, 174. – 1284 Walter II Bachos Witwe Elisabeth, sein Bruder Gottfried, Guta, die Gattin Konrad von Klopsheim (ob Klepsau ?), Walters Schwester verkaufen Burg Stolzeneck bei Eberbach an den Pfalzgrafen Ludwig II, Zeitschr. Oberrh. 11, 75.

Heinrich de Bachinstein, Zeuge im Testament Konrads von Dürne 1251, W. F. 1847, 20, 5, 315. 1265 erhält den Kirchsatz zu Affaltrach von Rupert v. Düren (B.). Heinrichs Sohn Gottfried gibt mit Zustimmung seiner Gattin Gutta den Kirchsatz an Rupert zurück, der ihn den Johannitern in Hall schenkt, W. F. 9, 14. Götz von Bachenstein Ritter 1301 Zeuge für Beatix v. Eberstein, W. F. 9, 77 ebenso 1302 l. c. und S. 79. Johann 1280 Zeuge im Vertrag von Hall und Limpurg, Stäl. 3, 33. Hans. 2. 120, W. F. 5, 49, 1286 Zeuge bei der Schenkung Konrad Stockelins an Komburg Wib. 4, 21. Das ist vielleicht jener Hans von Bachenstein, dessen Burg durch einen königl. Waltboten (zur Zeit Kaiser Rudolfs ?) zerstört worden, und von dem das Volkslied halb gutmüthig sagt:

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Hensele vom Bach
Hat lauter gute Sach,
Man hat ihm s’ Häusle verbrennt.
Er hat nit dafür könnt.

Fischer, Hohenl. Geschichte 1, S. 101.

1300. Fürsprecher für die Brüder Walter und Sifried von Enslingen, W. F. 1847, 26. Sein Sohn Luitold Bürge für Adelheid von Enslingen, W. F. 4, 233. – Johann der Güldenbach, Ritter Vater Diether Varchbachs, 1333 todt, W. F. 7, 506. J. Rector ecclesiae in Sindringen 1235, W. F. 5, 430.

Heinrich: zuvor verheirathet, 1288 Deutschherr Zeuge für Bertold von Neuffen, Württ. Jahrb. 1852, 2, 167. 1290 Vater der Adelheid von Enslingen Witwe Engelhards von E. und Konrads von B., W. F. 4, 233. 9, 368, 1292 Schaffner des Deutschordens in Winnenden OA.Beschr. Waiblingen S. 217. – Alhuse, gen. d. Enslingerin, von B. kauft 1312 36 Malter Korn Gült von Richard von Ulm und Heinrich Hofman von Isensheim, seinem Schwäher, (Gabelk.) cfr. auch Adelheid von B. Gattin Konrad Leschs von Ussigheim 1299, W. F. 1848, 2, 12, OA.Beschr. Mergenth. 394.

Ludwig 1300 (Wib. 1303) hilft Gnadenthal und Boppo von Eberstein vertragen Hans. 1, 428, Wib. 2, 248.

Conz I. v. Döttingen 1305, Wib. 1, 9*, v. B. 1307 s. Heinrich. Sein Sohn Willenbach d. h. der wilde Bacho. Gabelk.

Dieter, hohenloh. Vasall. 1312 Hans. 1, 590 gen. Varchbach (der fahrige d. h. raschdreinfahrende oder v. Varch, Schwein) 1333 verkauft Gülten zu Degmaringen OA. Neckarsulm an Götz v. Neideck. Staatsarch. 1345 mit seinem Bruder Engelhard Bürge, W. F. 4, 191. 1348 verkauft Güter zu Siebeneich an Joh. Kusch in Öhringen, Öhr. Arch. Wib. 4, 26*. 1349 erhält seine Güter in Ellhofen vom Stift Öhringen zu eigen, ist avunculus des Propst Gottfr. v. Neideck, Wib. 2, 284. 1351 verkauft mit Albert Eisenhut von Braunsbach 1 Theil des Zehnten zu Buch bei Sindringen (Buchhof) an Schönthal Bürgen Johann und Engelhard v. B. zu Dörzbach. Staatsarch.

Engelhard I., filiaster Philipps von Hall, verkauft 1313 eine Mühle zu Niedernhall an Schönthal, Staatsarch. Zeuge 1330 für Engelhard von Neideck, Hans. 1, 439. 1334 verspricht sich, Kraft von Hohenlohe zu stellen. Bürge sein Bruder Philipp Hans. 1, 442. 1336 Zeuge für die Geschwister von Dörzbach, Wib. 2, 190. 1341 Ritter siegelt für Kraft von Rohenkeim, Wib. 3, 60. 1345 Vogt zu Waldenburg Bürge für Kraft von Hohenlohe gegen Kloster Fulda, Öhr. Arch. 1346, 1352 Vogt in Langenburg, Wib. 1, 25, 3, 69, 3 60. Hans. 1, 590. 455 hat als hohenloh. Lehen 1/3 Zehnten zu Gockenbach, die Brülwiese zu Smidebach (wo ?) H. Arch. 1, 335.

1350. Philipp und Engelhard. Wib. 4, 35.

Philipp s. Engelhard. Kanonikus in Öhringen, verkauft Gülten in Wolmutshausen, an Gnadenthal, W. F. 9, 50. 1342 l. c. Räthselhaft Sifrit von Vellberg gen. v. B. 1426 (Rechb. Arch. Bauer) und Zürch v. B. 1314 kauft Güter zu Orendelsall von Rupert von Dürne (lies Gabelstein OA. Öhr. S. 311).

| Konrad, s. Heinrich. 1340 Zeuge für Burkhard Sulmeister, Staatsarch. 1349 für Heinrich Berler, Staatsarch. 1350 Wib. 2, 197. 4, 35 kauft 1346 einen Hof zu Hagenbach von Konrad Schultheiß, 1348 von Ulrich Schultheiß 14 Pfd. Hellergült das. und ein Lehen zu Wolpertshausen Hall Urk., und 1 Gut zu Michelfeld von Hans Sulmeister OA.Beschr. Hall 228, 1351 Vogtei und Güter zu Orlach Hall. Urk., verkauft 1347 Gülten und 1 Weinberg hinter Ruck in der alten Au an Walter Senft (Senft Urk.). 1356–70 Pfleger des Spitals, 1361, 67, 69 Richter in Hall, kauft 1360 Güter zu Nesselbach OA. Gerabronn von Kraft von Klingenstein. 1364 verkauft mit seinen Söhnen Heinrich Walter, Claus, Hans, Seitz Schneewasser seinem Tochtermann (d. Tochter Benigna 1365, Wib. 4, 30) eine Siede im Nosersgäßlein zwischen seiner und der Gnadenthaler Siede an Konrad Konzelmann, Hall. Urk. 1365 17. Juni gibt zur ewigen Messe in der Schönthaler Kapelle 6 Pfd. und 2 Scheiben Salz, Staatsarch. – 1369 Konrad v. B. vom Predigerorden streitet mit der Deutschordenskommende Bugheim (Beuggen) über die Erbschaft Annas und Elisabeths vom Kaiserstuhl bei Zürich. Zeitschr. Oberrh. 30, 285.

Engelhard II. zu Tettingen. 1352 Diener Krafts von Hohenlohe, ux Katharina, Bruder Kraft. Hans. 1, 455. – 1365 Bürge für Arnold von Seinsheim, Staatsarch. 1361 Engelhard v. B. III gen. von Dörzbach, W. F. 1849, 82. Bürge für Elisabeth von Dörzbach, Wib. 2, 204. – Engelhard IV und Markolf Brüder. 1369 Bürge für Schrot von Neuenstein s. Diebach. 1371 hat die Feste Beckingen vom Reich inne, W. F. 8, 86. E. genannt Scholle und Markolf Bruder verkaufen 1371 1/4 von Zehnten zu Riemelau (viell. bei Westernbach) je 1/4 von 1 Hof das. und in Wissingesburg (Weislensburg) Bauer. – Markolf s. Engelhard. 1382 Bürge für Ulrich von Hohenlohe, W. F. 9, 304. Ulrich von Hohenlohe bittet 1398, Komburg Markolf, s. Theil an Nagelsberg zu leihen. Wib. 3, 61.

Kraft Bruder Engelhards, genannt Bechlin 1352, ux. Anna, Wib. 3, 64. 1369 Bürge für seinen Schwager Lup. von Klingenfels, und ux. Benigna beim Verkauf. W. F. 8, 508. 1362 theilt mit Lupold die Erbschaft seiner Mutter Benigna. Senftenb. (Gabelk. hat 1352). Zeuge für Heinrich und Konrad von Veinau, Wib. 2, 289. 1372 Kraft Bache verkauft an Agnes v. B. seine liebe Buhlin, Nonne in Gnadenthal, 2 Pfd. Heller zu Enningen, W. F. 9, 57. Wib. 2, 208. 1378 von den Hallern gefangen, muß versprechen, vor dem Schultheiß zu Hall Recht zu nehmen, 1379 auch seinen Theil der Hofstatt zu Dettingen, darauf die Burg gestanden, nicht mehr zu bauen, Hall Arch. B. Auch seine Söhne, wenn sie ins Land kommen, sollen Sühne schwören ib. 1380 Bürge beim Verkauf von Adelmannsfelden. Staatsarch.

Heinrich, s. Konrad. Hohenloh. Vasall 1379, Hans. 1, 590 verkauft 1368 mit Agnes ux. an Hans Schletz 1/4 Zehnten zu Sülzbach, 1/2 Zehnten zu Grantschen und Wimmenthal, daran 1/5 mehr als Konz Adelmann hat, 5 Schill. zu Neustadt, 2 Weingärten zu Sülzbach und Ellhofen, Weinsberger Lehen (B.). 1385 ux. Petrissa von Stein, verkauft seine Siede, stoßend an seines Bruders Claus Siede, an Pfaff Kunrad und Arnold in der Veldnerkapelle. Bürge Walter und Hans, seine Brüder, Hall Urk. 1390 verkauft an Ytta Schenkin von Limpurg, 1 Hof zu Sulzdorf, OA.Beschr. Hall 259.

| Raban 1355 Zeuge in Hall. Bauer. Georg 1370 Fleiner Chronik 184, 6. Albrecht 1377 Domherr in Würzburg, Reg. b. 9, 377. Hans s. Heinrich. – 1395 verkauft 1 Siede an Heinrich Eberhard, Hall. Urk.

Marquard. 1402 Zeuge für Margareta von Brauneck, Lünig, Hohenlohe Nr. 31. 1406 verträgt Leonh. von Kastell mit Ul. und Alb. von Hohenlohe, Lünig 22, 53. 1410 Vogt in Waldenburg, dann bis 1420 in Kupferzell, OA.Beschr. Öhr. 346. Wib. 1. 1, 15. 3, 79. 1418 M. und Hans sein Sohn verkaufen 1/3 des Straubenhofs zu Großgartach an St. Kilian zu Heilbronn, Heilb. Stift. Jäger 1, 412 (1419). Bürge Hans v. B. zu Tettingen gen. Bächlin. 1420 ges. zu Dörzbach, Wib. 1, 153. Hans. 1, 590. 1422 s. Niedernhall, verkauft ein Gut zu Westernbach an Schönthal, OA.Beschr. Öhr. 358. 1422 todt. Sein Sohn Johann ux. Guta von Venningen s. Niedernhall.

Konrad, Konz – K. und Hans Brüder 1403. 1408 hohenl. Vasall, Öhr. Arch. hat als hohenloh. Lehen 2/3 des Zehnten zu Brachbach OA. Hall, die halbe Mühle zu Unter-Münkheim und halb Wittighausen, Güter und Mühle zu (Kupfer) Zell, l. c. 1411 Konrad und Hans siegeln für ihre Schwester Guta, Hansen Tochter, welche ihren Theil an der Brückleinsmühle verkauft (B.). 1428 gibt Vogtei, Gericht, Gülten und Güter etc. zu Orlach an den Spital. Sig. seine Brüder Hans und Heinrich (Hall Spit.). 1420 C. Götz, Heinrich hohenloh. Lehensleute. – Konrad 1436 durch päpstl. Bulle zum Kanonikus in Augsburg ernannt, Gabelk. 1439 Can. eccles. maj. Eystettensis, Staatsarch., 1448 †. Sein Kanonikat zu Augsburg kommt an Gaudenz von Rechberg (Rechb. Urk.). – 1439 B. in Hall, W. F. 8, 95. 1444 Richter Gabelk.

Hans 1409 s. Dettingen, s. Konrad. 1409, 1418. 1426 Richter in Hall. 1418, 22 s. Marquard. 1415 Hans und Walter Dorfherrn zu Bibersfeld, OA.Beschr. Hall 183. – 1422 verkauft 1 Haus zu Edigheim bei Frankenthal an Pfalzgrafen Ludwig, W. F. 1847, 16. 1427 ux. Marg. von Enslingen, hat einen Hof zu Braunoldswiesen, OA.Beschr. Hall 196, verkaufen Weiler und Burgstadel Rückersbronn an Hans und Götz von Enslingen, lösen sie wieder 1444 OA.Beschr. Hall 197. 1428 kauft Güter zu Übrigshausen von Hans Schletz, OA.Beschr. Hall 271. 1428 den Berlershof zu Arnsdorf von Kath. Schletz, l. c. 1431 gesessen zu Dettingen, Wib, 1, 153, 1433 † OA.Beschr. Hall 196, hatte 1/3 Zehnten gr. und kl. zu Eschenau OA. Weinsberg hohenl. Lehen, das er an Gr. Heinrich von Löwenstein verkaufte und diesem von Graf Kraft von Hohenlohe 1436 geeignet wurde, Stuttg. Lehensarch. Hans und Heinrich Bürge zu Hall 1438, Wib. 2, 218. Johann v. B. 1431–48 auf dem Basler Concil auditor camerae, vir et gravis et facundus, cujus opera concilium in multis legationibus usum est. Aen. Sylv. Conc. Basil. 1 Stälin 3, 441. – 1448 Propst zu St. Ägidien, Wib. 3, 51 – 1452 not. public. cleric. Herbipol. 1455 Schulmeister des Domstifts Worms, Zeitschr. Oberrh. 2, 134. – 1440 s. Dörzbach. 1448 Schiedsrichter der Bauern zu Assamstadt, Staatsarch.

Eberhard gen. Boppenhäuser, Amtmann zu Warberg 1411–16, Jahresb. f. d. Retzatkreis 4, 42. Reg. b. 12, 120, 136, 177. Mon. Zoll. 7, 191, 519 ux. Justina von Seckendorf, kauft von Arnold von| Seckendorf Besitz in Erlach, Waizendorf, Steinbächlein, Hetzenweiler 1411, Eckartsweiler 1413, Erlach von Heinrich von Bopfingen zu Eselsburg 1414/19, l. c. Seine Witwe 1420 im Streit mit Hans von Seckendorf, Reg. b. 12, 340. Ihre hohenl. Lehen trägt 1429 Heinrich von Seckendorf. – 1424 mit Gütern zu Vellberg und Frauenzimmern von Hohenlohe für seine Hausfrau belehnt. 1431 trägt für seine Mutter Hansen von B., Witwe, die hohenl. Lehen in Kupfer, Beltertsrhoth Öhr. Arch. – Engelhard 1414–18 Domherr in Eichstädt, Reg. b. 12, 177, 172.

Walter s. Heinrich oben. 1418 verkauft an seinen Bruder Götz 1/2 Zehnten zu Veinau und das Gut zu Hildgartsbrunnen, der Zehnte ist Limpurger Lehen (Limp. Urk.). 1420 s. Weißbach. 1422 verkauft 2 Güter zu Forst OA. Gerabronn an die Schönthaler Kapelle zu Hall (B.), 1424 einen Leibeigenen zu Weinsbach an Beringer von Berlichingen, 1425 an den Spital 1 Gut zu Groß-Altdorf, Spit. Urk. 1428 Pfleger des Spitals. 1429–32 Richter, Wib. 1, 217, hat einen Thurm am Fischmarkt, 1429 auch Richter mit Heinrich zu Gmünd (Gabelk.), verkauft Güter zu Thalheim an Kloster Murrhard, OA.Beschr. Hall 265. 1431 verkauft Güter und Gülten zu Bibersfeld an Kraft von Rinderbach, OA.Beschr. Hall 183. 1433 W. und Gottfried s. Künzelsau.

Götz I. s. Walter, † 1427 Dienstag nach Mariä Geburt, Crus. 3, 353.

Götz II. 1434 kauft Gülten und Güter in Tullau, Bibersfeld und Raubach von Wilhelm von Stetten, W. F. 4, 179. 1440 Vogtei und Vogtgült zu Tullau auf Kloster Komburgs Güter von Heinrich Berler – sämmtl. Limp. Lehen (B.). 1441 verkauft den Hof zum Reisach mit Anna Trautwein ux. an Konrad, Wilh. und Daniel Trautwein zu Hall, † 1447. vor M. Nat.

Heinrich s. Konrad.

Hertwig. 1400 verkauft 5 Güter zu Rüblingen an St. Nikolaus in Hall. Hammer, Öhr. Arch.

Peter 1411–16. s. Künzelsau.

Melchior ? v. B., Ulrich Sulmeister und Konz Keck verhandeln 1434 im Namen von Hall (mit wem ?) B. nach Göttlingk.

Kasparlin, † 1455. Sein Besitz zu Zottishofen, Großaltdorf und Wackershofen kommt an Benigna Nonne in Gnadenthal, Wib. 2, 220, deren Schwestern Else und Veronika, die Witwen Wilh. und Heinrichs Wernitzer in Dinkelsbühl 1 Gut zu Altenberg und Steinkirchen, die sie verkaufen an St. Nikolaus in Hall (B.).

Wilhelm I. verweist 1459 Eva Gussregen ux. mit der Heimsteuer auf seinen Hof, Güter, Vogtei zu Tullau, das halbe Gericht und die Vogtei zu Brachbach, 2 Theile des Zehnten zu Gliemen, 3 Pfd. Heller zu Altenberg, Zehnten beim Egelsee (wo ?), 1/2 Zehnten zu Veinau, Bauhof zu Hagenbach (B.). 1440 württemb. Diener, † 1468.

Wilhelm II., Götzen Sohn 1477, W. F. 1847, 16. OA.Beschr. Hall 185, 292. Eva Gussregen, Wilh. We., Gattin Jörg Haußners von Stettberg verkauft 1477 die Güter zu Tullau an Klaus Neuffer.

Götz und Georg hohenloh. Lehensleute 1451.

Götz verkauft 1450 Gültgüter und Zinse zu Hall und den Ullersberg (Ulrichsb. OA. Öhr.), 1458 Güter zu Goggenbach an Hohenlohe| 1458 Richter in Hall, † 1458. – Hat 1477 1 Weinberg am Merzenbronnen zu Haagen, verkauft Güter zu Ummenhofen und 4 Höfe zu Bröckingen OA. Gaildorf an Schenk Friedrich, an St. Nikolaus vor dem Gelbinger Thor in Hall. 1479 Güter in Groß-Altdorf, 3 Lehen das. an den Heiligen zu Rieden, an seinen Vetter Georg ein Gut zu Öckershausen (Eckartsh.), den Theurershof an den Spital. 1480 ein Gut mit Vogtei und Gericht zu Mittelfischach und Güter zu Ummenhofen an Limpurg, ebenso 1481 ein Freigut daselbst OA.Beschr. Gaildorf 178, Güter zu Hergershof und Braunsbach, W. F. 1847, 17. 1481 an den Spital zu Hall Güter, Gülten, Hölzer, Häuser, Hofraiten in der Keckengasse zu Hall, zu Gelbingen, Altenhausen sammt Burgstadel und See, Eltershofen, Thüngenthal, Burgholz zwischen Veinau und Ramsbach, Heimbach, Rieden, Raibach, OA.Beschr. Hall 190, 230, 267, 309. Spit.-Akten. 1482 an Mich. Schletz 2/3 Zehnten zu Brachbach, Fischwasser zu Unter-Münkheim vom Burgstall bis Haagen, Mühle zu Enslingen, 2 Morgen Äcker, die Wimbelswiese bei Vogelholz, hohenl. Lehen (Gabelk.) mit Hans. 1483 Goggenbach an Hohenlohe, Öhr. Arch. 1489 Lehen zu Ingelfingen, Braunsberg, Schönenberg an Hohenlohe. – 1480 Limpurgischer Amtmann zu Adelmannsfelden, ux. Elisabeth von Euerhausen, Diener Krafts von Hohenlohe, Hans. 2, 231. Haller Urk., erhält Adelmannsfelden Schloß, Dorf, Amt, das Lehen der Pfarrei und der St. Leonhardspfründe um 2000 fl. von Schenk Wilh. zum Pfand, Prescher 2, 395. – Von Haller Bürgern niedergeworfen, klagt er 1481 beim Landgericht Nürnberg, Hall, Mscr. 1488 im Neckarviertel des schwäb. Kreises (Gabelk.). 1490 württemb. Diener im Streit mit G. v. Ehingen, 1496 im schwäb. Bund, Gabelk. 1493 verzichtet auf einen Acker an der Scheffacher Steige, 1513 siegelt für die Bürger von Haiterbach (Gabelk.).

Hans. Helfer Dietr. von Berlichingen 1465 (B.), kauft 1472 Theil an Steinkirchen und Jungholzhausen, s. d. 1473 belehnt für sich und seinen Bruder Albrecht mit 1/3 Zehnten zu Goggenbach, Hoh. Arch. 1475 zu Dörzbach gesessen, württemb. Diener s. Dörzbach. ux. Marg. von Stetten, verzichtet auf ihr Erbe ausgenommen den Fall des Tods ihres Bruders Götz, Stett. Urk. 1478 verkauft seinen Theil an Dörzbach an Engelh. von Berlichingen, Hof zu Braunoldswiesen an den Heiligen zu Rieden. 1480 s. Morsbach. 1482 Steinkirchen. 1488 s. oben Döttingen, will Kilians von Stetten Theil an Schloß Stetten kaufen. 1490 Junker Hans siegelt den Kaufbrief der 3 Städte über die Mühle zu Diembot, den Gabr. Senfts über Kreftelbach. 1495 erwirbt ein Haus zu N. Balbach von Wilh. Sützel als Pfand, 1/2 Zehnten zu Neunkirchen und Althausen 1501 von Melch. Sützel, Öhr. Arch. Biedermann.

Georg. 1465 s. Döttingen, 1467 Mündel Math. von Rinderbach. 1484 verkauft ein Gut zu Eckartshausen an St. Nikolaus in Hall. 1485, 1521 Güter an Jörg von Vohenstein, OA.Beschr. Hall 183. Ein Georg, † 1488.

Eberhard. 1456 Diener Krafts von Hohenlohe, Hans. 2, 321. Leonhard. 1465 verträgt Schönthal wegen Weinberge zu Ginsbach, Mone. Quellen 3, 159. 1472 Deutschordensbruder, verkauft seine von seinem Bruder Hans ererbten Güter und Rechte zu Dörzbach und| ein Haus zu Krautheim an Ulrich von Lentersheim Deutschmeister, Staatsarch.

Albrecht. 1476 Albrechtlin, Albrechts Sohn, Mündel Hans von B. und Simons von Stetten B. 1490 s. Dörzbach. 1504 im pfälzischen Heer, Zeitschr. f. d. Oberrh. 26, 230, 256. 1518 Hofmeister der Gemahlin des Pfalzgrafen Ludwig (Haller Chr. Mscr.), siegelt für Rosilia von Neuhaus.

Marx. 1502 Zeuge Götzen von Stetten, Wib. 2, 296. 1504 im Dienste Ulrichs v. Württemberg, Zeitschr. f. d. Oberrh. 26, 230, 256.

Nach Gräter Neujahrsregister 1795/96 wäre noch 1603 zu Hall Michael von Bachenstein gestorben. Herolt ed. Schönhut S. 21 erzählt von einem dieses Geschlechts, genannt der reich Bach von Tettingen, der über 30.000 fl. vermachte und aus Hall fuhr, – hat das seine verthon, daß er zu einem Badknecht gerathen ist, zuletzt die von Hall angesucht um eine Pfründ im Spital, ist ihm aber nit bewilligt, hat in großer Armut und Elend sterben müssen.

Katharine und ihr Mann Walter von Suntheim verkaufen 1363 Güter und Gülten zu Kemmeten an Abt Heinrich von Komburg (B.) Pele ux. Fritz von Neuenstein 1409, 2, 173.

Elisabeth. 1413 ux. Konrad von Frauenberg, der ihr Feste Rosenstein und Markt Liembach verschreibt. Else lebt noch 1453, Konrad, † 1448 (Gabelk.).

Benigna Äbtissin zu Gnadenthal 1439, W. F. 9, 72. Anna 1455 Witwe Werner Winters von Alzei, für welche ihr Bruder Albrecht 6 Morgen zu Bacharach als Lehen (von Hohenlohe ?) trägt (B.). N. 1463 Witwe Wilhelms von Grumbach, Mutter Sigmunds und Georgs von Gr. Gabelk. Margareta 1477 ux. Reinhard Birnkorns, Haller Urk. Elisabeth ux. Konrad Kecks Mutter der Anna Keck, ux. Burkhard Eberhards in Hall, Gabelk.



Errata


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