« Kapitel A 3 Beschreibung des Oberamts Künzelsau Kapitel A 5 »
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Wohnorte.




Orte.
A. Zahl, Gattung und Areal.

Der Oberamtsbezirk zählt im Ganzen 127 Wohnplätze, worunter 3 Städte, 30 Pfarrdörfer, 14 Dörfer, 58 Weiler, 7 Höfe und 15 einzelne Wohnsitze; dieselben vertheilen sich auf 49 politische Gemeinden, wovon 7 II. Kl. und 42 III. Kl., mit 104 Markungen. Das Areal der Ortschaften umfaßt nach den Ergebnissen der Landesvermessung vom Jahr 1845 5445/8 Morgen.


B. Lage, Größe und Beschaffenheit.

Die Mehrzahl der Ortschaften und die größeren derselben sind in den Thälern der den Bezirk wie einen Rahmen umgebenden Flüsse Kocher und Jagst und ihrer Seitenbäche gelegen, nur kleinere Orte befinden sich auf den Höhen rechts und links von diesen Flüssen.

An der Einmündung des Künsbachs in den Kocher liegt die Oberamtsstadt Künzelsau; ferner liegen im Kocherthale die Orte Braunsbach, Döttingen, Steinkirchen, Kocherstetten, Morsbach, Ingelfingen, Criesbach, Niedernhall, Weißbach, und in den Seitenthälern des Kochers: um Weilerbach die Parzelle Weilersbach, am Zusammenfluß des Deubachs und Esterbachs Belsenberg, am Langenbach Crispenhofen und Diebach; im Jagstthale die Orte Eberbach, Buchenbach, Mulfingen, Ailringen, Hohebach, Dörzbach, Westernhausen, Bieringen, Schönthal und Berlichingen, sowie die Weiler Berndshofen und Heimhausen; in den Seitenthälern der Jagst, und zwar an der Ette Ettenhausen, Zaisenhausen und der Weiler Ganertshausen, am Laibach der Ort

gleichen Namens, am Ginsbach Oberginsbach, Unterginsbach und Altkrautheim, am Sindelbach Dörrenzimmern, Ebersthal, Sindeldorf, Marlach und der Weiler Altdorf, an der Kessach Oberkessach; sodann auf der Höhe meist in Mulden am Berg von | Thaleinsenkungen im Flußgebiet des Kochers: Jungholzhausen, Steinbach, Hermuthausen, im Flußgebiete der Jagst: Nitzenhausen, Hollenbach, Stachenhausen und Meßbach.

Ganz auf der Höhe liegen: zwischen Kocher und Jagst die Orte Laßbach, Amrichshausen, Garnberg, Weldingsfelden, Muthof, am Thalhang bei der Einmündung des Deubach in den Kocher Nagelsberg und auf einem gegen die Jagst vorspringenden Hügel Jagstberg, ferner die Weiler Zottishofen, Sommerberg und Winterberg (am Thalhange des Weilerbachs), Thierberg, Vogelsberg, Rappoldsweilerhof, Sonnhofen, Mäusdorf, Schloßstetten, Kügelhof, Berndshausen, Bodenhof, Wolfselden, Büttelbronn, Ohrenbach, Railhof, Hohenroth, Siegelhof, Eschenhof, Seidelklingen, Heßlachshof, Eisenhutsroth, Wendischenhof, Bühlhof, Rodachshof, Bobachshof, Halberg, Büschelhof, Sershof, Schleierhof, Eichelshof, Spitzenhof; links vom Kocher die Weiler Hofrathsmühle, Kocherstein, Lipfersberg, Hermersberg und Guthof; rechts von der Jagst die Weiler Wittmersklingen, Hirschbronn, Mäusberg, Ochsenthal, Staigerbach, Weltersberg, Rossach, Weigenthal und Hopfengarten.

Die größten Gemeinden sind der Einwohnerzahl nach Künzelsau, Niedernhall und Ingelfingen, die kleinsten Diebach, Meßbach und Laibach; dem Areal der Ortschaften nach die größten sind Künzelsau aus 2, Ingelfingen aus 8 und Oberkessach aus 3 Parzellen bestehend, die kleinsten Unterginsbach mit 2, Diebach und Meßbach mit je 1 Parzelle.


Gebäude.
A. Anzahl und Gattung.

Das Brandversicherungskataster von 1881 weist 5198 Haupt- oder Wohn-Gebäude und 7425 Neben-Gebäude, zusammen 12.623 Gebäude auf, im Brandversicherungs-Anschlag von 21.372.370 ℳ.

Zu öffentlichen Zwecken dienen 245 Gebäude, worunter 43 Kirchen, 5 Synagogen, 14 Kapellen, 72 Rath- und Schulhäuser, 41 Spital-, Kranken- und Armenhäuser und 70 sonstige Gebäude. Unter den Wohngebäuden befinden sich 10 Schlösser und 102 Amtswohnungen für Staats- und Gemeindediener, darunter 56 für Lehrer und 36 Pfarrhäuser.

| Auf ein Wohnhaus kommen durchschnittlich 5,9 Bewohner, die meisten in Schönthal mit 10,0, die wenigsten in Weißbach mit 3,5 (s. unten Tab. I).


B. Bauart und Material.

Die Bauart der ländlichen Wohnungen ist die gewöhnliche: Riegelfachwerk auf steinernem Unterstock und Ziegeldächer. Strohdächer finden sich nur noch einige wenige in Laßbach. Die Wände sind meist verputzt in lichten Farben mit bemalten Läden. Häufig ist das Balkenwerk noch sichtbar und theilweise roth und braun bemalt. Eichene Eckbalken mit Schnitzwerk finden sich häufig, besonders bei älterem Holzbau, wie in Kocherstetten und Niedernhall. Als Baustein dient meist Muschelkalk, zum Holzwerk Tannenholz, bei den alten Holzhäusern vielfach Eichenholz. Jahreszahlen, Sprüche und Embleme finden sich häufig an den Thüren, besonders in Weldingsfelden. Die schönsten ländlichen Häuser sieht man in Hermuthausen und Hollenbach, städtische Art tragen besonders die Häuser der Hauptstraße in Künzelsau, auch in Ingelfingen und Dörzbach, einzelne in Hohebach.

Die architektonisch werthvollen Gebäude im Bezirk stammen mit Ausnahme der Kirchen zu Berlichingen und Hohebach aus älterer Zeit: so die Kirche in Niedernhall, Schloß Stetten, das Steinhaus in Buchenbach, die Kirche in Ingelfingen, sodann aus der Zeit des von Bischof Julius wieder eingeführten gothischen Stils die Kirchen in Ailringen, Amrichshausen, Mulfingen, auch St. Anna dort; aus der Renaissance- und Rokokozeit die Schlösser in Künzelsau, in Dörzbach, Jagstberg, in Aschhausen, mit altem Bergfried, in Bieringen (jetzt Pfarrhaus), das Schloß in Ingelfingen, das Klostergebäude, die Klosterkirche und die Kreuzkapelle in Schönthal und die Kirche in Meßbach.

C. Werth- und Eigenthumsverhältnisse.
Der Werth der steuerbaren, zu allen Anlagen pflichtigen Gebäude beträgt nach dem Gebäudekataster vom Jahr 1881 bei 5300 Haupt- und 4874 Nebengebäuden, zusammen 10.174 Gebäuden, 17.744.400 ℳ; nach dem Brandversicherungskataster vom Jahr 1881 dagegen zählt der Bezirk 5198 Hauptund 7425 Nebengebäude, also zusammen 12.623 Gebäude im Versicherungswerth von 21.372.370 ℳ, so daß der durchschnittliche | Werth eines Gebäudes nach dem Steuerkataster auf 1744 M. nach dem Brandversicherungskataster auf 1693 M. sich berechnet.

Von sämmtlichen vorhandenen Gebäuden befinden sich im Eigenthum des Staats 72 Gebäude, der Amtskörperschaft oder den Gemeinden gehören 167, den Stiftungen 48 Gebäude.



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