Berka an der Ilm

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Titel: Berka an der Ilm
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aus: Die Gartenlaube, Heft 20, S. 292
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Erscheinungsdatum: 1859
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[292] Berka an der Ilm. Bei dem sich immer mehr steigernden Zudrang von Reisenden, welche zur Herstellung ihrer Gesundheit oder zur Erholung einen Aufenthalt in den lieblichen Thälern des Thüringerwaldes suchen, möchte man Allen, welche vorzugsweise eine gesunde, kräftige und doch dabei milde Luft einathmen wollen, den zwei Stunden von Weimar entfernten Badeort Berka an der Ilm empfehlen. Es liegt dieses Städtchen in einem reizenden Wiesenthal an den malerischen Krümmungen der Ilm, rings umschlossen von Eichen-, Buchen- und Tannenwäldern, deren reine und balsamische Luft einen wunderbar befriedigenden Athemproceß erzeugt. An und in dem nahen Tannenwald finden sich Hütten und sonstige Vorkehrungen, um den Tag daselbst verweilen zu können. In allen Richtungen führen gut gebahnte Wege durch Wälder, und Wiesen (in denen besonders kränkliche Kinder sichtlich aufleben) nach benachbarten romantisch-gelegenen Dörfern; auch kann man in wenig Stunden die schönsten Punkte des Thüringerwaldes, Schwarzburg, Paulinzelle, Ilmenau u. a. erreichen; nach Weimar, Rudolstadt, Koburg u. s. w. ist dreimal täglich Postwechsel. Wohnung und Kost sind einfach, gesund und billig. Die dortige Badecommission, an deren Spitze der rationell tüchtige Arzt Dr. Ebert steht, hat neben den Stahl- und Schwefelbädern auch Fichtennadelbäder eingeführt, die je nach Gefallen benutzt werden können. Wir von unserm Standpunkt aus, die wir den verschiedenen Badewässern Deutschlands und des Auslandes sehr wenig Heilkraft zutrauen, können natürlich Berka nur wegen seiner wirklich reizenden und gesunden Lage und seiner sonstigen vielen Annehmlichkeiten Allen, welche einige Monate Ruhe und gesunde Luft suchen, empfehlen.