BLKÖ:Weibel, Fidelis

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wehrmacher, Joseph
Band: 53 (1886), ab Seite: 249. (Quelle)
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Weibel, Fidelis (Maler, geb. zu Chrudim in Böhmen in der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, gest. in Böhmen um 1806). Da er schon als Knabe nicht gewöhnliche Kunstbegabung offenbarte, indem er sehr schön in Holz zu schnitzen verstand und ganz gelungene Heiligenbilder verfertigte, so trat er auf den Rath des Chrudimer Malers Joseph Cereghetti [Bd. II, S. 320] in jungen Jahren als Zögling in die k. k. Akademie der bildenden Künste ein, an welcher er mehrere Jahre seinen Studien oblag. Dann kehrte er in seine Heimat Böhmen zurück und ließ sich zu Lomnitz im Bidschover Kreise nieder. Seine schönen Bilder, meist religiöse Darstellungen, aber auch Landschaften, finden sich heute noch im Bidschover und Chrudimer Kreise. Johann Berka [Bd. I, S. 318] und Franz Moticzka [Bd. XIX, S. 164] stachen, Ersterer einen „Ecce homo“, Letzterer zwei Ansichten, „Schloß Altenburg“ 1800 und „Schloß Kopídlno“ 1807 nach Weibel’s Bildern. Nach Dlabacz lebte unser Maler 1789 in Lomnitz, nach Nagler starb er um 1806. Leider hat auch von diesem Künstler, wie von vielen anderen, die auch Böhmen sind, die Privatgesellschaft patriotischer Kunstfreunde zu Prag kein Werk in ihre Gemäldegalerie aufgenommen, in welcher er aber, trotz ausländischer Meisterwerke, die sich darin finden, doch nicht fehlen sollte, da ja „patriotische“ Kunstfreunde zunächst berufen sind, auf das Einheimische, wenn vielleicht auch minder Werthvolle, ihre Aufmerksamkeit zu richten.

Nagler (G. K. Dr.) Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1835 u. f., E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XXI, S. 219. – Dlabacz (Gottfried Johann). Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und [250] zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815, Gottlieb Haase, 4°.) Bd. III, Sp. 338. – Tschischka (Franz). Kunst und Alterthum im österreichischen Kaiserstaate geographisch dargestellt (Wien 1836, Fr. Beck, gr. 8°.) S. 406.