Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Vávra
Band: 50 (1884), ab Seite: 10. (Quelle)
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Vávra, Emanuel (čechischer Schriftsteller, geb. zu Prag 2. Jänner 1839), Bruder des Vincenz Vávra [S. 17]. Nach dem Besuche der technischen Schule in Prag widmete er sich der Journalistik. 1862 bei Gründung des Parteiblattes „Hlas“, d. i. Die Stimme, als Mitarbeiter für dasselbe engagirt, blieb er in dieser Stellung bis zum Jahre 1865, in welchem er nach der Vereinigung des „Hlas“ mit den „Narodne Iisty“, d. i. Volkszeitung, zur Redaction dieses Journals übertrat. Vávra, der außer der Kenntniß des Französischen auch jene aller slavischen Dialekte besitzt, übersetzte verschiedene Werke russischer, polnischer und französischer Autoren, die eben in der Mode sind, ins Čechische, so aus dem Russischen: „Das Klostermädchen“ („Klášterní dívka“; von J. Pogořelský; „Die todten Seelen“ („Mrtvé duše“) von Gogol; die „Novellen“ von Turgeniew; „Der Dämon“ und „Chadschi Abrek“ von Lermontow; „Die Petersburger Spelunken. Das Buch von den Satten und den Hungerigen“ („Petrohradské peleše. Kniha o sytých a hladových“) von Kreštovsky; mehrere Theaterstücke, wie: „Sturm“ („Bouře“), „Der einträgliche Posten“ („Vynosne misto“) und andere von Ostrovský; aus dem Polnischen mehrere Lustspiele des Grafen Fredro; aus dem Französischen: „Die Mohikaner von Paris“, von Dumas; „Der Freund der Wahrheit oder eigentlich der Misanthrop“ („Přítel pravdy“) Von Molière; „Der Verfluchte oder die Kirche und die neue Zeit“ („Proklatec aneb církev a nový věk“) von Fürst ***; ein paar Dramen von Sardou. 1864 redigirte er gemeinschaftlich mit Pejsek ein halbes Jahr lang die belletristische Zeitschrift „Čech“, d. i. Der Čeche. 1867 unternahm Vávra mit einigen slavischen Genossen eine Reise nach Rußland, über welche er dann in „Narodne listy“ Bericht erstattete. Das Jahr darauf erschien sein „Rusky tlumočník. Praktický národ k rychlému a snadnému naučeni se jazyku ruskému“, d. i. Der russische Dollmetsch. Praktische Anleitung zur schnellen und leichten Erlernung der russischen Sprache (Prag 1868, Grégr, 8°.). Außerdem enthalten die neueren schöngeistigen čechischen Zeitschriften, wie „Lumír“, „Obrazy zivotá“, „Rodinná kronika“ und „Hlas“, namentlich aus der Zeit, da er Mitredacteur war, zahlreiche Aufsätze seiner Feder. Gegen Ende 1870 ging er nach Riga und übernahm daselbst die Redaction des russischen Blattes „Rižskij Věstník“.

Šembera (Alois Vojtech), Dějiny řeči a literatury českoslovanské. Vek novější, d. i. Geschichte ber čechoslavischen Sprache und Literatur. Neuere Zeit (Wien 1868, gr. 8°.) S. 302 [nach diesem geboren am 11. Jänner 1839].