BLKÖ:Schmidgruber, Anton

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 30 (1875), ab Seite: 196. (Quelle)
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Schmidgruber, Anton (Bildhauer, geb. zu Wien, Geburtsjahr unbekannt) Zeitgenoß. Erscheint auch Schmidtgruber und Schmiedgruber geschrieben. Ein jedenfalls noch junger Künstler, der seine Ausbildung in Wien erlangt hat. Daselbst trat er zum ersten Male im Jahre 1861 in der April-Ausstellung des österreichischen Kunstvereins mit der „Porträt-Statuette des Staatsministers Anton Ritter von Schmerling“ öffentlich auf. Nun folgten in der III. allgemeinen deutschen Kunstausstellung, September 1868: ein „Marmor-Relief“ und die „Porträt-Büste des Dr. Mühlfeld“, in Gyps; – in der II. großen internationalen Kunstausstellung in Wien, im April 1870: das „Marmor-Basrelief-Porträt des Professors Ritter von Förster“; – in der III. großen intern. Kunstausstellung in Wien im April 1871: eine „Brunnenfigur“. Für den Stiegenraum der Ruhmeshalle im kaiserlichen Arsenal vor dem Belvedere in Wien hat S. in Marmor die Statue des Helden: „Ludwig von Baden“ ausgeführt. In der großen Weltausstellung zu Wien im J. 1873 befanden sich von ihm eine in Marmor ausgeführte „Brunnenfigur“, welche um den Preis von 5500 fl. zum Kaufe ausgeboten war, dann die in Gyps ausgeführte „Albrecht Dürer-Statue“, Eigenthum der Wiener Künstler-Genossenschaft, und der Entwurf eines Monumentes. Auch hatte er sich mit Castell und Preleuthner an der Ausführung der allegorischen Figuren des Nord-, West-, und Ostportales der Kunsthalle des Wiener Ausstellungs-Palastes betheiligt. Ranzoni endlich in dem in den Quellen angeführten Büchlein berichtet, daß unter den jüngeren talentvollen Wiener Bildhauern, von denen er neben Silbernagel, Wagner auch Schmidgruber nennt, der Gedanke Leben und Gestalt gewinne, sich mit vereinten Kräften einen Bauplatz zu kaufen und dort Ateliers zu bauen, welche es ihrer zweckdienlichen Einrichtung zufolge wenigstens Demjenigen, der arbeiten will, möglich machen, dieß auch in voller ungehemmter Freiheit zu können, da gegenwärtig die meisten Wiener Bildhauer sich in Ateliers behelfen müssen, welche kaum den Namen von Surrogaten verdienen.

Monats-Verzeichnisse des österreichischen Kunstvereins in Wien, 1861, April Nr. 77. – Katalog zur III. allgemeinen deutschen Kunstausstellung, 1. Sept. 1868, Nr. 1083, 1112. – Ranzoni (Emerich), Malerei in Wien mit einem Anhang über Plastik (Wien 1873, 8°.) S. 143 [schreibt ihn Schmidtgruber]. – Officieller Ausstellungsbericht, herausgegeben durch die General-Direction der Weltausstellung 1873. Bildende Kunst der Gegenwart (Gruppe XXV). Bericht von Josef Bayer und Josef Langl (Wien 1874, Hof- u. Staatsdruckerei, gr. 8°.), [197] im Bericht von Jos. Langl über die Sculptur, S. 17 [schreibt ihn Schmidgruber]. – Presse (Wiener politisches Blatt) 1872, Nr. 237, unter den „Theater- und Kunstnachrichten“. – Deutsche Zeitung (Wiener polit. Blatt) 1872, Nr. 229 [erscheint in beiden Blättern: Schmiedgruber geschrieben].