BLKÖ:Schlechta, Anton

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schlechta, Ludwig
Band: 30 (1875), ab Seite: 67. (Quelle)
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2. Anton Schlechta (Šlechta) (geb. zu Lomnitz im Gitschiner Kreise am 14. März 1810), einer wohlhabenden Bürgerfamilie in Lomnitz entstammend. Nachdem er in Gitschin und dann in Prag auf der Kleinseite die Gymnasialclassen beendet, begann er das Studium der Medicin und wurde im Jahre 1836 Doctor. Bald darauf Hausarzt der gräflichen Familie Desfours, gab er diese Stelle auf, als er noch im nämlichen Jahre Stadtarzt in Turnau wurde. Daselbst beschäftigte ihn der Gedanke der Errichtung einer Wasserheilanstalt, da eben das Prießnitz’sche Verfahren die allgemeine Aufmerksamkeit zu erregen begann. Als von Schlechta’s Absichten der böhmische Edelmann Alois Lexa von Aehrenthal Kenntniß bekam, lud er 1839 den Arzt zu sich ein, um mit ihm zu berathen, wie und wo dieser Gedanke am entsprechendsten zur Ausführung gebracht werden könnte. Der Gedanke bekam immer greifbarere Gestalt, S. setzte sich mit anderen Aerzten in Verbindung, der berühmte Krombholtz [Bd. XIII, S. 247], eine Autorität seines Faches in Prag, wurde zu Rathe gezogen und das Ergebniß aller Berathungen und Untersuchungen war, daß man in Wartenberg, einer für die Errichtung einer Kaltwasser-Badeanstalt besonders geeigneten Gegend, eine solche zu errichten beschloß. Ende Juli 1841 übersiedelte S. aus seiner bisherigen Station Turnau an den neuen Bestimmungsort, wo er die Leitung der daselbst in’s Leben gerufenen Wasserheilanstalt, welche den böhmischen Namen Sedmihorka bekam, übernahm. Gering waren die Anfänge des neuen Bades, das sich aber mit jedem Jahre zu immer größerer Bedeutung emporhob, so daß es in den letzten Jahren, nachdem es im J. 1841 mit sieben Curgästen begonnen hatte, deren über vierthalbhundert – man bedenke, es ist eine Wasserheilanstalt und nicht ein Mineralbad – aufweisen konnte. Schlechta fungirt daselbst ebenso als Badearzt wie als Badedirector. Eine nähere Beschreibung dieser Badeanstalt, die unter den Wasserheilbädern noch heute eine hervorragende Rolle einnimmt, ist in dem Werke: Bad Wartenberg auf Groß-Skal und seine Umgebung (Jungbunzlau, 2. Ausg. 1865) enthalten. [Světozor (Prager illustr. Blatt, kl. Fol.) 1869, Nr. 30, S. 247. – Porträt. Holzschnitt nach einer von der Photographie abgenommenen Zeichnung des jüngeren Kriehuber, mit [68] der Unterschrift: Dr. Antonín Šlechta. In Holz geschnitten von Schulz, in der obgenannten Nummer des Světozor, S. 241.] –