BLKÖ:Schiffer, Anton

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schiffer, Mathias
Band: 29 (1875), ab Seite: 291. (Quelle)
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Schiffer, Anton (Landschaftsmaler, geb. zu Gratz im Jahre 1811). Ueber seine Jugendzeit bis zum Eintritte in die k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien liegen keine Nachrichten über S. vor. Allem Anscheine nach möchte er ein Enkel oder doch naher Verwandter des steirischen Malers Mathias Schiffer [s. d. S. 294] sein. Anton S. war bereits 22 Jahre alt, als er im Mai 1833 als Zögling in die Wiener Akademie eintrat, in deren Matrikel er auch als Malerssohn aufgeführt erscheint. Bereits im Jahre 1835 ist er mit zwei Ansichten – die Uebersicht seiner Bilder folgt – in der Jahres-Ausstellung in der Akademie vertreten, welche er seither beständig beschickte, wie denn auch seit dem Jahre 1852 bis auf die neueste Zeit seine in Oel gemalten Landschaften in den Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins häufig zu sehen sind. Eine „Ansicht des Schneeberges mit dem Höllenthale am Kaiserbrunnen“, bezeichnet: Anton Schiffer 1838 (auf Leinwand gemalt, 2 Schuh 6 Zoll hoch, 3 Schuh breit), ist in die moderne Abtheilung der kaiserlichen Gemälde-Gallerie im Belvedere aufgenommen. Durch die öffentlichen Kunstausstellungen sind von Schiffer’s Gemälden bekannt geworden, und zwar in den Jahres-Ausstellungen bei St. Anna im Jahre 1835: „Das Stift Göttweih von der Ostseite, mit den Städten Mautern, Stein und Krems“; – „Das Helenenthal bei Baden“; – 1836: „Die Wallfahrtskirche St. Peter bei Freienstein in Steiermark“; – „Ansicht des Gmundner See’s“; – 1837: „Der Dachstein mit dem Gosausee und der Zwieselalpe“; – „Der Markt Berchtesgaden“; – 1838: „Das kais. Schloss Reichenau mit dem Grünschacher Gebirge in Niederösterreich“; – „Ansicht des Schneeberges nebst dem Höllenthale am Kaiserbrunnen“ (wie schon bemerkt, in die kais. Gallerie aufgenommen); – „Der Markt Lauffen bei Ischl“; – „Parthie aus Edlach bei Reichenau“; – „Die Pfarre Buchberg mit dem Schneeberge und dem Werrigl“; – „Der Thalhof bei Reichenau“; – 1839: „Eingang in das Höllenthal mit dem Orte Hirschwang bei Reichenau“; – „Eine betende Bauernfamilie“; – „Ruinen von Stixenstein bei Neunkirchen“; – 1840: „Gebirgsparthie bei Admont in Obersteiermark“; – „Parthie bei Admont“; – „Ansicht von Ischl gegen Süden“ (Eigenthum des Herrn Alois Regenhart); – „St. Gallen in Steiermark“; – „Der Schwarzensee bei Ischl (Eigenthum des Dr. Wierer Ritter von Rettenbach); – 1841: „Der Marktplatz von St. Wolfgang bei Ischl“ (Eigenthum der Gräfin Josephine von Forgach); – „Der Wiererstrub am Schwarzensee bei Ischl“ (Eigenthum des Dr. Wierer von Rettenbach); – „Aussicht vom Gipfel des Schafberges gegen den Dachstein und St. Wolfgang“; – 1842: „Die Schramm- und Falkensteine mit dem grossen Winterberge in der sächsischen Schweiz“; – „Markt St. Gilgen am Wolfgangsee“; – „Die Verbindungsbrücke von Neurathen mit der Bastei in der sächsischen Schweiz“; – 1843: „Parthie des Duxer Ferners in Tirol“; – „Parthie bei Finkenberg am Ausgange von Dux in’s Zillerthal in Tirol“; – 1844: „Pfarrkirche St. Nikolaus in Hall bei Innsbruck“; – „Parthie aus der Schwarzbachklamm bei Unken im Salzburgischen“; – 1845: „Die Mühlsturzhörner am Hintersee in der Ramsau bei Berchtesgaden“; – 1846: „Der Hallstädtersee, von Obertraun aus gesehen“ (260 fl.); – „Ansicht der Ortelsspitze von der 4000 Fuss hohen Strasse zwischen Mels und Nauders“ [292] (325 fl.); – „Der Langlaufer-Ferner bei Graun in Tirol“ (260 fl.); – 1847: „Das Fuscher Eiskahr in der Fehrleithen im Pinzgau im heissen Sommer von 1846“ (350 fl.); – „Der Zellersee mit der Ansicht gegen die Seefeldnergebirge im Pinzgau“; – „Parthie bei Admont“ (50 fl.); – 1848: „Parthie am Zellersee im Pinzgau bei herannahendem Gewitter“ (325 fl.); – „Ansicht gegen das Loferthal bei St. Martin im Salzburgischen“ (200 fl.); – 1850: „Die Pfarrkirche im Dorfe Tyrol ober Meran“ (150 fl.); – 1852: „Der hohe Duxerferner in Tirol“ (500 fl.); – 1858: „Pasterzen-Gletscher mit dem Grossglockner bei Heiligenblut“ (280 fl.); – „Der Venediger im unteren Sulzbachthale im Pinzgau“ (250 fl.); – „Ansicht vom Gipfel des Schafberges bei Ischl gegen den Dachstein, das Salzburger Gebirge und den Wolfgangsee“ (850 fl.); – 1859: „Dorf Heiligenblut mit dem Fleissnergletscher, von dem Pasterzenwege aus gesehen“ (160 fl.); – in den Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins, 1852, im Jänner: „Der Hochkalter am Hintersee bei Berchtesgaden“ (100 fl.); – Februar: „Parthie auf dem Wege von Hallstadt nach Obertraun. In der Dämmerung während der Sonnenfinsterniss 1851“ (500 fl.), vom Kunstverein angekauft; – Mai: „Der Hallstädtersee gegen die Hirschau“ (250 fl.), vom Kunstverein angekauft; – Juli: „Der Grundelsee bei Aussee“ (85 fl.); – „Der Attersee im Salzkammergute“ (160 fl.); – September: „Partie in Alt-Aussee gegen den hohen Koppen in Obersteier“ (100 fl.); – November: „Parthie am Hallstädtersee“ (86 fl.); – December: „Am Hallstädtersee“ (60 fl.); – 1853, im Februar: „Parthie auf dem Wege nach dem Gosausee“ (100 fl.), vom Kunstverein angekauft; – Mai: „Der Grundelsee bei Aussee“ (280 fl.); – November: „Parthie bei Alt-Aussee gegen den hohen Koppen“, 2. Bild (100 fl.); – December: „Parthie am Mondsee im Salzburgischen“ (50 fl.); – „Aussicht über den St. Wolfgangsee ober St. Gilgen“ (65 fl.); – 1854, im Jänner: „Parthie bei St. Wolfgang“ (60 fl.); – Februar: „Der Fuscher Eiskahr an der Fehrleithen im Pinzgau“ (280 fl.); – Juni: „Das alte Castell in Riva am Garda-See in Südtirol“ (180 fl.); – 1855, im März: „Die St. Johanneskirche ober Traunkirchen am Gmundnersee“ (Albumblatt in Oelfarben, 30 fl.); – „Pfarrkirche im Markte St. Wolfgang bei Ischl“ (Albumbl. in Oel); – April: „Parthie bei Roveredo“ (250 fl.); – Mai: „Parthie auf dem Wege nach St. Wolfgang“ (100 fl.); – December: „Parthie ober St. Gilgen am Wolfgang-See“ (50 fl.); – „Das alte Schloss Riva am Gardasee“ (150 fl.); – 1856, im Februar: „Parthie am Grundelsee in Obersteier“ (450 fl.); – Mai: „Parthie am Gmundner-See bei Traunkirchen“ (180 fl.); – Juni: „Uebersicht der Gebirgsreihe von Krippenstein bei Hallstadt bis zum Untersberge bei Salzburg und die ganze Länge des Wolfgangsee’s, vom Gipfel des Schafberges gesehen“ (850 fl.); – December: „Der Rudolphsthurm ober Hallstadt in Oberösterreich“ (60 fl.), vom Kunstverein angekauft; – 1857, im Jänner: „Parthie aus dem Weissbachgraben“ (80 fl.); – Februar: „Der Brunnenstein und die Gemeinde-Alpe am Erlaffsee bei Maria-Zell“ (100 fl.); – März: „Parthie aus dem Vorderstoder in Oberösterreich“ (100 fl.); – Mai: „Der Grossvenediger im unteren Sulzbachthale im Ober-Pinzgau“ (300 fl.); – November-December: „Zell am See“ (150 fl.); – 1858, im Februar: „Der Fuscher Eiskahr in der Fehrleithen im Pinzgau“ (160 fl.); – Juni: „Parthie am Radstädter Tauern mit dem Seekahrspitz im Salzburgischen“ (vom Kunstverein angek. um 100 fl.); – Juli: „Der Kammersee hinter dem Topplitzsee“; – „Der Topplitzsee nächst dem Grundlsee bei Aussee“ (à 40 fl.); – 1859, März: [293] „Parthie von Alt-Aussee“ (83 fl.); – September: „Der Koppen bei Aussee, vom Grundlsee aus gesehen“ (80 fl.); – „Ein Bauernhaus im Thale bei Villa, Rovereda gegenüber“ (55 fl.); – December: „Dorf Stuben bei Meran“ (180 fl.); – 1860, im Jänner: „Parthie von Grubschlösschen nach Obertraun am Hallstädtersee in Oberösterreich“ (40 fl.); – „Ansicht vom Ufer in Obertraun über den Hallstädtersee in das Etschland“ (40 fl.); – 1862, im Februar: „Markt Hallstadt im Salzkammergute“ (125 fl.); – März: „Aussicht auf den See auf dem Wege von Gmunden nach Altmünster und Ebenzweier“ (180 fl.); – September: „Parthie bei Lofer mit den Weissbach-Hörnern“ (vom K. V. angek. um 130 fl.); – December: „Der Grossglockner mit dem Pasterzen-Gletscher“ (350 fl.); – 1863, im Jänner: „Salzburg von Maria-Plain“ (120 fl.); – „Berchtesgaden“ (100 fl.); – September: „Parthie am Zellersee“ (100 fl.); – „Das Hallstädter Gebirge mit dem Echernthale“ (120 fl.); – 1866: „Das Fuscher Eiskahr in der Fehrleithen im Pinzgau“ (120 fl.), verschieden von den früheren Bildern; – März: „Das Kaprunthal im Oberpinzgau“ (80 fl.); – „Das Stubbachthal zwischen Kaprun und Mittersill im Oberpinzgau“ (80 fl.); – April: „Ansicht von Ischl ober der Salzburgerstrasse“ (120 fl.); – Mai: „Der See zu Alt-Aussee mit der Fernsicht gegen den Dachstein und hohen Saarstein in Obersteier“ (160 fl.); – September: „Das Käferthal und Fischer-Kahr in der Fehrleithen“ (80 fl.); – „Markt Mittersill im Ober-Pinzgau gegen Grimmel“ (120 fl.); – December: „Der Dachstein mit den Donnerkogeln am Gosausee, von der Zwieselalpe aus gesehen“ (280 fl.): – 1867: „Parthie bei Hall im unteren Innthale bei Schwaz in Tirol“ (75 fl.); – 1868, im Jänner: „Dorf Admont mit dem Pirkasgebirge“ (80 fl.); – 1870, im Juni: „Ansicht des Grossglockners mit seiner Gletscherparthie“ (200 fl.); – „Ansicht vom Wege am Fleissbauer nach Oberdöllach“ (200 fl.); – 1871, im December: „Der vordere Gosau-See mit dem Dachstein“; – „Gebirgslandschaft, im Hintergrunde Hallstadt mit dem Dachstein“. In der Villa eines Herrn Billhuber am Kahlenberge hat S. im Jahre 1838 einen kleinen Salon mit einer Reihe von Gouachebildern, theils Copien von berühmten Landschaften, theils Studien nach der Natur, theils eigene Composition, ausgeschmückt. In der Kunsthalle der Wiener Weltausstellung des Jahres 1873 war S. nicht vertreten. S. zählt zu den besten Künstlern seines Faches in Oesterreich; er malt keine Stimmungen in die Natur hinein, aber er faßt doch die Natur ungemein poetisch auf; er idealisirt nichts, aber er malt nur, was unser Auge fesselt und angenehm berührt. Man hat sein besonderes Talent für Darstellung des Schmelzes der Wiesen und sonniger Beleuchtung gepriesen, und in der That sind nicht selten eben die Vordergründe seiner Landschaft von entzückender Schönheit, wodurch manchmal der hinten liegenden Landschaft Abbruch geschieht. In allen seinen Arbeiten aber spiegelt sich feine Beobachtung der Natur, richtige Empfindung ihrer Schönheit und geschickte Auffassungsgabe.

Die Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Prof. Fr. Müller, fortges. von Dr. Karl Klunzinger (Stuttgart 1860, Ebner u. Seubert, gr. 8°.) Bd. III, S. 453. – Oesterreichischer Zuschauer. Herausgegeben von Ebersberg (Wien, 8°.) Jahrg. 1838, Besondere Beilage zu Nr. 145, im Aufsatze: „Der Beobachter in den Straßen und Umgebungen Wiens“; – derselbe 1839, S. 1339: „Wanderungen in die Ateliers der Wiener Künstler“. – Oesterreichische Blätter für Literatur und Kunst. Herausg. von Dr. Ad. Schmidl (Wien, Sommer, 4°.) 1845, S. 372, im Aufsatze: „Der Kunstverein zu Salzburg u. s. w.“; S. 490, im Aufsatze: „Wiener Kunstausstellung im Jahre [294] 1848“, von Jos. Preleuthner. – Frankl (L. A. Dr.), Sonntagsblätter (Wien, 8°.) I. Jahrg. (1842), S. 358; IV. Jahrg. (1845), S. 563. – Kataloge der Jahres-Ausstellungen in der k. k. Akademie der bildenden Künste bei St. Anna in Wien (8°.) 1835, 1836, 1837, 1838, 1839, 1840, 1841, 1842, 1843, 1844, 1845, 1846, 1847, 1848, 1850, 1852, 1858 u. 1859. – Monats-Verzeichnisse des österreichischen Kunstvereins, 1852, 1853, 1854, 1855, 1856, 1857, 1858, 1859, 1860, 1862, 1863, 1866, 1867, 1868, 1870 u. 1871.