Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Sadler, Karl
Band: 28 (1874), ab Seite: 47. (Quelle)
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Sadler, Joseph (Botaniker, geb. zu Preßburg 6. Mai 1791, gest. zu Pesth im Jänner 1849). Für das Apothekergeschäft bestimmt, begab er sich nach beendetem Gymnasium nach Pesth, wo er im Jahre 1810 das Magisterium der Pharmacie erlangte, damit jedoch nicht zufrieden, alsdann von 1814 bis 1819 die philosophischen und medicinischen Studien beendete und in der Zwischenzeit von 1815 bis 1819 als Assistent der Lehrkanzeln der Chemie und Botanik thätig war. Im J. 1820 erhielt er an der Pesther Hochschule die medicinische Doctorwürde, wurde in einiger Zeit Custos-Adjunct am Naturalien-Cabinete des National-Museums und im Jahre 1821 Custos der historisch-technologischen Abtheilung ebenda. Während der letzteren Jahre bereiste er behufs seiner botanischen[WS 1] Forschungen Ungarn nach allen Richtungen. Im Jahre 1832 erfolgte an Stelle des Dr. Karl Constantin Christian Haberle, eines Erfurters (geb. 11. Februar 1764), der im Jahre 1813 nach Pesth kam, ungarisch erlernte und nach Kitaibel’s [Bd. XI, S. 337) Tode Professor der Botanik wurde und dieselbe bis an seinen Tod – er wurde am 1. Juni 1832 ermordet in seiner Wohnung gefunden – bekleidete, Sadler’s Berufung zum o. ö. Professor der Botanik und zum supplirenden Professor der Chemie. 17 Jahre, bis an sein im Alter von 58 Jahren erfolgtes Lebensende, versah er sein Lehramt. In seinem Fache schriftstellerisch thätig, hat er Mehreres durch den Druck veröffentlicht, ungleich mehr aber und darunter sehr schätzbares botanisches Materiale in Handschrift hinterlassen. Die Titel seiner erschienenen Schriften sind; „Verzeichniss der um Pesth und Ofen wildwachsenden phanerogamischen Gewächse“ (Pesth 1818. kl. 8°.); – „Dissertatio inaug. sistens descriptionem plantarum epiphyllospermarum Hungariae et provinciarum adnexarum atque Transsylvaniae indigenarum“ (Buda 1820); – „A magyar plánták szárított gyüjteménye“>, d. i. Sammlung ungarischer getrockneter Pflanzen, 16 Hefte seit 1823, auch mit lateinischem Titel: „Collectio plantarum medicinalium siccatarum Hungariae“ (Preßburg, Fol.), die einzelnen Hefte enthalten je 25 Pflanzen; – dazu gehört: „Magyarázat a magyar plánták száitott gyüjteményéhez“, d. i. Erklärungen zu der Sammlung von getrockneten ungarischen Pflanzen, 2 Bde. (Pesth 1824–1836); – „Flora Comitatus Pesthiensis. I: Monandria–Decandria; II: Dodecandria–Polygamia“ (Pestini 1825 et 1826, 8°.); die zweite Auflage unter dem Titel: „Flora etc. in uno volumine comprehensa“ (editio 2da Pest. 1840, 8°.); – „De filicibus veris Hungariae, Transsylvaniae, Croatiae et Litoralis hungarici etc.“ (Buda 1830, 8°.), nach Aug. Kanitz „Versuch einer Geschichte der ungarischen Botanik“ wäre diese Schrift [48] nur eine verbesserte Auflage der obenerwähnten „Dissertatio inauguralis“; – „Agrostotheca hungarica, complectens plantas siccatas, gramineas, cyperaceas et junceas Hungariae Croatiae et Dalmatiae“ (Pest, Kilian, Fol.). Außerdem hat S. in ungarischen Sammelwerken folgende größere Abhandlungen veröffentlicht, nämlich in den Jahrbüchern der kön. ungarischen Gesellschaft der Wissenschaften (Magyar k. term. tudom. társ. évkönyvéi): „Die Geschichte der Botanik in Ungarn im 16. Jahrhunderte“ (A növénytan történetei hazánkban a XVI században); – „Ueber die Familie der ungarischen Gräser“ (Magyarországi fünemüek családjáról); – „Ueber Jahresringe der dykotyledonen Pflanzen“ (kétszikü növények évrétegeiröl) und eine „Lehrreiche Biographie Haberle’s“ (Haberle tanulságos életrazza), diese vier Aufsätze alle im I. Bande der Jahrbücher abgedruckt; – und im Berichte über die Arbeiten der VI. Versammlung der ungarischen Aerzte und Naturforscher (magyar. orv. és természetvizsg. VI. nagygyül. munk.) die Abhandlung: „Die geographische Verbreitung der Orchideen in Ungarn“ (S. 296 u. f.). Groß ist die Anzahl der im ungarischen National-Museum zu Pesth aufbewahrten Sadler’schen Handschrift gebliebenen Arbeiten, welche wichtige Beiträge zur ungarischen Pflanzenkunde enthalten, als: „Diarium botanicum“, vom Jahre 1812 an (Fol.); – „Iter Carpathicum 1814“; – „Iter Furediense 1817“; – „Iter ad Szantó 1818“; – „Iter Italicum 1818“; – „Iter Matrense primum anno 1818, secundum 1823“; – „Iter Tolnense a. 1820“ (sämmtlich deutsch und in 8°.); – „Iter Zemplenense“ (4°.); – „Belege zur Reise im Küstenlande 1825“ (Fol. u. 8°.); – „Iter ad Litorale hungaricum a. 1825“ (8°.); – „Iter ad Sz. György 1837“ (4°.); – „Iter Buzianense 1840“ (sämmtlich deutsch, 4°. u. Fol.); – „Ueber die Herausgabe einer Flora hungarica, zugleich als Beitrag zur botanischen Literatur für Ungarn“ (4°.); – „Plan zur Herausgabe eines iconographisch-naturhistorischen Werkes in Hinsicht auf Ungarn 1829“ (Fol.); – „Excerpta et Descripta ad Floram Hungariae pertinentia“ (4°.); – „Collectanea ad Salices Hungariae“ (Fol., 4°. et 8°.); – „Excerpta et Notata ad genus Tormentilla pro condenda monographia Potentillarum“ (4°.); – „Literatura doctrinae de fungis venenatis“ (4°.); – „Collectanea de Viola sonantia“ (4°.); – „Collectanea ad Carices“ (4°.); – „Collectanea ad historiam fungorum Hungariae“ (8°.); – „Hungariae fungi ordinis tertii“ (4°.); – „Collectanea ad Floram Com. Marmarosiensis“ (Fol.); – „Collectanea ad loca natalia plantarum Hungariae“ (8°.); – „Collectanea ad Floram antidiluvianam Hungariae“ (8°.); – „Sammlung von Verzeichnissen über die Tertiär-Versteinerungen in Ungarn“ (Fol.); – „Collectanea ad historiam Botanices“ (4°.); – „Ad historiam botanices Hungariae Seculi XVII.“ (4°.); – „Collectio catalogorum diversorum phytologiam Hungariae respicientium“ (Fol.); – „Elenchus plantarum Herbarii in duplici itinere ad Litorale Hung. collectarum“ (Fol.), und dann verschiedene botanische Collectaneen zur Kenntniß der Floren von Buzias im Banate, von Tiszabö im Heveser Comitate, von Preßburg und Pesth. Auch sind nachstehende Inaugural-Dissertationen: „Salices [49] Hungariae“ (Pest. 1831) von Sadler’s Bruder Michael; – „De Potentillis Hungariae, Transsylvaniae, Croatiae, Dalmatiae et Litoralis hungarici“ (Pest. 1837) von Joh. Grész; – „De Euphorbiaceis Hungariae, Croatiae etc.“ (Pest. 1837) von Johann Czompo; – „De Valerianis Hungariae, Croatiae etc.“ (Pest. 1837) von Karl Feueregger; – „Dissertatio sistens Literaturam Doctrinae de fungis venenatis, suspectis et edulibus etc.“ (Pest. 1838) von Anton Paul Jankovcsich; – „De Coniferis Hungariae“ (Pest. 1839) von Ruprecht Ignaz Meszáros und „Lycopodyneae Hungariae“ (Buda 1839) von Stephan Michael Hoffer, nach den im Pesther National-Museum aufbewahrten handschriftlichen reichlichen Aufzeichnungen Sadler’s über die genannten Pflanzen ausgearbeitet. Sadler versah auch seit 1834 die Stelle des Directors des botanischen Gartens in Pesth und im Jahre 1826 jene eines Decans der medicinischen Facultät an der Wiener Hochschule. Seine Wirksamkeit auf botanischem Gebiete wurden vielfach gewürdigt, denn die mineralogische Gesellschaft von Jena, die botanischen von Basel, Regensburg, Moskau, die medicinisch-botanische in London, die naturforschende in Leipzig und die Academia Leopoldino Caesarea Naturae Curiosorum haben S., letztere mit dem Beinamen Kitaibel, unter ihre Mitglieder aufgenommen.

Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. IV, S. 459. – Ujabb kori ismeretek tára, d. i. Neues ungarisches Conversations-Lexikon (Pesth 1852, Heckenast, 8°.) Bd. IV, S. 159. – Fejér (Georgius)', Historia Academiae scientiarum Pazmaniae Archi-Episcopalis ac M. Theresianae regiae literariae (Budae 1835, 4°.) p. 159. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: botaninischen.