BLKÖ:Perger, Johann

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 22 (1870), ab Seite: 12. (Quelle)
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Perger, Johann (Bildhauer, geb. zu Stilfes im Pusterthale Tirols gegen Ende der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, gest. zu Toblach im Pusterthale, Todesjahr unbekannt). Die ersten Elemente der Bildhauerkunst erlernte er in Passeier, dann begab er sich nach Augsburg, von wo er nach einiger Zeit in seine Heimat zurückkehrte und daselbst mehrere Arbeiten, unter anderen die Altäre in der Pfarrkirche zu Steinach arbeitete. Nun ging er nach Salzburg und zuletzt nach Wien, machte daselbst tüchtige Studien an der Akademie der bildenden Künste, unter deren Mitglieder er im Jahre 1769 aufgenommen wurde. Die Akademie besitzt von seiner Hand ein Basrelief in Metall, vorstellend: „Die Pallas als Beschützerin eines von dem Neide verfolgten Kunstjüngers“, es befand sich (oder befindet sich noch) im Rathsaale der k. k. Akademie. In der Folge kehrte P. in sein Vaterland zurück und übte seine Kunst aus. Seine Arbeiten befinden sich in mehreren Kirchen seiner Heimat, so sind von seiner Hand mehrere Statuen an den fünf Altären der Kirche zu Neustift im Stubayerthale, der Hochaltar in der Pfarrkirche zu Brixen; die vier Heiligenstatuen, Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist, Zacharias und Elisabeth, in der Curatiekirche von Ridnaun, von denen ein Kunstfreund sagt, „sie stehen so charakteristisch und lebendig da, daß von denselben weder etwas hinweg noch ihnen etwas hinzugedacht werden kann“. Seine letzten Arbeiten waren die Altäre für die Kirche zu Toblach im Pusterthale, daselbst ist das Schnitzwerk des Tabernakels im Hochaltar – wohl auch von seiner Hand – ein großes Meisterwerk. Während er mit diesen Arbeiten beschäftigt war, ereilte ihn, ehe er dieselben vollenden konnte, der Tod.

Staffler (Johann Jac.), Das deutsche Tirol und Vorarlberg, topographisch mit geschichtlichen Bemerkungen; in zwei Bänden (Innsbruck 1847, Felic. Rauch, 8°.) Bd. II, S. 63. – Tirolisches Künstler-Lexikon oder kurze Lebensbeschreibung jener Künstler, welche geborne Tiroler waren (Innsbruck 1830, Felician [13] Rauch, 8°.) S. 177. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, Fleischmann, 8°.) Bd. IX, S. 106. – Tschischka (Franz), Kunst und Alterthum in dem österreichischen Kaiserstaate (Wien 1836, Friedr. Beck, gr. 8°.) S. 150, 154, 385.