BLKÖ:Pavić, Emerich

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Pavić, Karl
Band: 21 (1870), ab Seite: 382. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Emerik Pavić in Wikidata
GND-Eintrag: 1051470129, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Pavić, Emerich|21|382|}}

Pavić, Emerich (gelehrter Franziskanermönch, geb. zu Ofen im Jahre 1716, gest. ebenda im Jahre 1780). Nachdem er in Ofen die Elementarschulen und das Gymnasium besucht, trat er in den Franziskanerorden, in welchem er die philosophischen und theologischen Studien beendete. Nach erlangter Priesterweihe ging er zunächst als Prediger nach Bač und von dort nach Baja im Banate, wo er zwei Jahre Philosophie, dann nach Ofen, wo er zehn Jahre Theologie vortrug. P. bekleidete verschiedene Würden seines Ordens und ging im Jahre 1761 als Visitator der Klöster desselben nach Bulgarien. Von dort kehrte er nach Ofen zurück, wo er als emeritirter Rector, Exdefinitor und zweimaliger Commissarius in der Provinz von Bulgarien im Alter von 64 Jahren starb. P. hat Mehreres in lateinischer und illyrischer Sprache [383] geschrieben. Darunter sind außer zahlreichen Andacht- und homiletischen Schriften in slavischer Sprache, welche Kukuljević-Sakcinski in seiner „Bibliografia hrvatska. Dio prvi. Tiskane knjige“, p. 119 u. f., Nr. 1385 bis 1403, anführt, bemerkenswerth: „Descriptio soluta et rythmica regum, banorum caeterorumque heroum Slavinorum seu Illyricorum etc.“ (Budae 1764, 8°.), es ist dieß nur eine Uebersetzung in barbarisches Latein aus dem croatischen Original: „Razgovor ugodui naroda slavenskoga“, noch bekannter unter dem Titel: „Pismaria“ des berühmten Cacich-Miosich; – „Ramus viridantis olivae in arcam militantis Ecclesiae relatus, seu paraphrastica et topographica descriptio Provinciae nuper Bosniae Argentinae, iam vero S. Joannis a Capistrano nuncupatae“ (Budae 1786, Fol.), über welches Werk Horányi, II, 50, in der Anmerkung, eben kein schmeichelhaftes Urtheil fällt; – „Supplementum illyricarum antiquitatum illyricis versibus conclusum“ (1768, 12°.); – „Rucsna knjixica za utiloviti u zakon katolicsanski obrachenike“, d. i. Andachtsbuch ausgewählter Gebete u. s. w. (Pesth 1769, 8°.), mit eingestreuten slavischen Gesängen; – „Otca poshtovanog Goffine pravovirno po missalu cerkovnomu uredjeno knjixenstvo“ i t. d., d. i. Des Pater Goffine christkatholisches neueingerichtetes verbessertes, nach dem römischen Meßbuche berichtigtes Unterrichtsbuch u. s. w. (Ofen 1778, 8°.); – „Flos medicinae sive scholae salernitanae de conservanda bona valetudine praecepta metrica auctore Joanne de Mediolano recenter interpretatione illyrica rythmice illustratus“ (Pestini 1768, 8°.). Emerich P. war ein ungemein fruchtbarer Schriftsteller, und, wie aus der Uebersicht seiner Werke sich herausstellt, auf verschiedenen literarischen Gebieten thätig; was nun seine lateinischen Schriften betrifft, so macht sie der horrid barbarische Styl derselben nicht empfehlenswerth, in seinen slavischen Schriften aber gestattete ihm die Bildungsstufe seines Volkes nicht das Gebiet der Aszetik zu überschreiten, wodurch also ihr Nutzen auf ein verhältnißmäßig geringes Maß zurückzuführen ist.

Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Viennae 1775, Loewe, 8°.) Tom. III, p. 48. – Paul Jos. Šáfařík’s Geschichte der südslavischen Literatur. Aus dessen handschriftlichem Nachlasse herausgegeben von Joseph Jireček (Prag 1865, Friedr. Tempsky, 8°.) II. Illyrisches und croatisches Schriftthum, S. 68, 140, 160, 170, 195, 200, 208, 210, 221, 222, 227, 236, 240 u. 266.