BLKÖ:Mikowiny, Samuel

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 18 (1868), ab Seite: 288. (Quelle)
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Mikowiny, Samuel (Mathematiker und Ingenieur, geb. in Ungarn im Jahre 1700, Todesjahr unbekannt). Als sein Geburtsort wird von Horányi Schemnitz, von Haan Bela und wieder von Anderen Neográd bezeichnet. Er gehört einer adeligen, und wahrscheinlich der vorgenannte Ludwig M. von Breznobánya derselben Familie an, wenn nicht gar Ludwig ein Sohn des eben in Rede stehenden Samuel M. ist. Sein Vater, Protestant A. C., war Pastor der evangelischen Gemeinde in Beta, und leitete die erste Erziehung des Sohnes, der dann zur weiteren Ausbildung in’s Ausland reiste, mehrere Universitäten, unter diesen im Jahre 1723 die von Jena besuchte, wo er mit besonderem Eifer dem Studium der mathematischen Wissenschaften oblag. Bald hatte er sich den Ruf eines ausgezeichneten Mathematikers erworben, wurde zum k. k. Hof-Geometer ernannt und von der Berliner Akademie zum Mitgliede erwählt. Einen Beweis seiner tüchtigen Kenntnisse in der Mechanik geben, wie Horànyi berichtet, die hydraulischen Maschinen in Schemnitz, Ofen, Preßburg und anderen Orten Ungarns, die durch ihn errichtet wurden und durch welche der Bergbau in Oberungarn einen nicht unwesentlichen Vorschub erhielt. Zudem war er ein tüchtiger Geograph und Astronom, Zeugniß dessen sind die zahlreichen von ihm nach geometrisch-astronomischer Methode in äußerster Sorgfalt und Genauigkeit ausgeführten Comitatskarten Ungarn, welche dem berühmten Werke von Mathias Bel [Bd. I, S. 135]: „Notitia Hungariae“ beigegeben sind; ferner die von ihm ausgeführten Brücken und Straßen, welche letzteren von ihm in unwegsamen Gebirgsgegenden gezogen wurden. Schriftstellerisch zu wirken, blieb ihm bei einer so umfassenden, auf das Praktische zunächst abzielenden Thätigkeit nur wenig Muße. Im Drucke hat er demnach nur die folgenden Werke herausgegeben: „Epistola de methodo concinandarum Mapparum Hungariae topographicarum ad Mathiam Belium cum Mappa“ (Posonii 1732, 4°.); – „Epistola ad ... D. Jo. Jac. Marinonium etc. etc. occassione quaestionis de quadratura Circuli nuper perperam motae et falso definitae a D. Jos. Ign. Car. Leistnero, qua Diametri ad Peripheriam ratio Leisteriana refellitur, genuina in seriebus infinitis exhibetur, deque theoriae cum praxi cognatione et utili ac necessaria connexion edisseritur. Cum Nucleo Controversiae de quadratura Circuli“ (Viennae 1739, Ghelen, Fol.); – und bei Bel’s „Notitia Hungariae“ befinden sich folgende zwei Monita, im 1. Bde.: „Monitum I: [289] cur in mappis conficiendis methodum astronomico geographicam eligerit?“ und im 2. Bde.: „Monitum II: quasdam observationes et accuratas determinata longitudine et latitudine, differentias meridianorum Posoniensis, Schemniciensis et Budensis continens“. In Handschrift hinterließ er eine „Chronologia de praecipuis in Silesia gestis Hungarorum“, welche G. Kolinovichius[WS 1] zu seiner Biographie des Grafen Joseph Eßterházy benützt hat; außerdem viele Karten ungarischer Comitate, welche M. mit besonderer Sorgfalt entworfen hat. Was damit geschehen, ist nicht bekannt.

Haan (A. Ludov.), Jena hungarica sive Memoria Hungarorum a tribus proximis saeculis academiae Jenensi adscriptorum (Gyulae 1858, Leop. Réthy, 8°.) p. 46. – Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Viennae 1775, A. Loewe, 8°.) Tom. II. p. 612.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Cl. Kolinovichius.