BLKÖ:Maucher, Ignaz

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 17 (1867), ab Seite: 131. (Quelle)
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Maucher, Ignaz (Rechtsgelehrter, geb. in Niederösterreich im Jahre 1799, gest. zu Wien 27. September 1860). Trat nach in Wien beendeten juridischen Studien am 15. April 1825 als Auscultant bei dem Criminalgerichte in Wien ein, wurde am 12. Mai 1827 provisorischer, im Jahre 1832 wirklicher Actuar, am 18. September 1841 Rathsprotokollist, am 12. August 1843 Rath beim Criminalgerichte und am 1. Juli 1850 Landesgerichtsrath[WS 1]. Ein tüchtiger Criminalist, war M. als solcher auch schriftstellerisch thätig und hat folgende Werke herausgegeben: „Systematisches Handbuch des österreichischen Strafgesetzes über Verbrechen und der auf dasselbe sich unmittelbar beziehenden Gesetze und Verordnungen“, 3 Bände (Wien 1844, Braumüller, 8°.); – „Das österreichische Strafgesetzbuch über Verbrechen sammt den auf dasselbe sich beziehenden Gesetzen und Verordnungen, systematisch bearbeitet als Hilfsbuch beim Studium desselben“ (Wien 1847, Lex. 8°.), ein Auszug aus dem vorgenannten größeren Werke; – „Darstellung der Quellen und der Literatur der österreichischen Strafgesetzgebung über Verbrechen, mit Rücksicht auf die deutsche Strafrechtswissenschaft und Gesetzgebung“ (Wien 1849, gr. 8°.); – „Die österreichische Strafprozessordnung vom 17. Jänner 1850. Ein alphabetisch-geordnetes Repertorium zur schnellsten Auffindung der in diesem Gesetze enthaltenen Bestimmungen“ (Wien 1850, Gerold, gr. 8°.); – „Nachschlagebuch über das österreichische Strafgesetz vom 27. Mai 1852, mit Rücksicht auf die Strafprozessordnung vom 29. Juli 1853“ (ebd. 1853, gr. 8°.). Ueberdieß war M. ein Mitglied des Wiener Thierschutz-Vereins seit dessen Gründung und als solches sehr thätig; war auch als solches vom Ausschusse mit der Abfassung einer für das Ministerium des Innern bestimmten Denkschrift betraut, wovon er aber dem Vereine nur eine Skizze vorgelegt und an dessen Vollendung ihn der Tod gehindert hatte. M. besaß die große goldene Salvator-Medaille des Magistrates der Reichshauptstadt Wien, von Seite Oesterreichs, Preußens, Hannovers, Sachsens und Parma’s die goldenen Medaillen für Wissenschaft und Kunst und war Ehrenmitglied der k. k. Gesellschaft der Aerzte in Wien, des Museums Francisco-Carolinum in Linz, des historischen Vereins für Steiermark und mehrerer Humanitätsvereine.

Wiener Zeitung 1860, Abendblatt Nr. 148. – Der Thierfreund. Zeitblätter für Menschenveredlung und Thierschutz (Wien, kl. 4°.) [132] IX. Jahrg. (1860), Nr. 11. – Zeitschrift für österreichische Rechtsgelehrsamkeit, begonnen Wagner, fortgesetzt von Stubenrauch (Wien, 8°.) Jahrg. 1845, Bd. III, S. 189. – Der Jurist, herausgegeben von Wildner von Maithstein (Wien, 8°.) Bd. XI, S. 487; Bd. XII, S. 312; Bd. XIII, S. 160, 321 u. 482.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Landesgerichtsräth.