Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Maroschan, Andreas
Band: 17 (1867), ab Seite: 5. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Anton von Maron in der Wikipedia
Anton von Maron in Wikidata
GND-Eintrag: 119261197, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Maron, Anton von|17|5|}}

Maron, Anton von (Maler, geb. zu Wien, Geburtsjahr unbekannt, gest. zu Rom im Jahre 1808). Kam in jungen Jahren nach Rom, wo er als bester Schüler des berühmten Raphael Mengs seinen Ruf begründete. Er malte vornehmlich Bildnisse und Personen aus hohen [6] und höchsten Kreisen, wie auch berühmte Zeitgenossen aller Nationen. Er bekleidete die Stelle eines Untersecretärs und war, wie de Luca berichtet, „Anwart“ der Akademie von St. Lucas in Rom. Von seinen Bildnissen ist eines und das andere bekannt, u. a. das Bildniß Winkelmann’s, das Bause gestochen hat. Es stellt den berühmten Gelehrten mit der sonderbaren, mehr für eine Matrone, als für einen Mann passenden Kopfbedeckung dar. Ferner eine Bildnißgruppe der großherzoglichen Familie, welche sich in Schönbrunn befindet, es ist die Gemalin des Kaisers Leopold II., mit dem kleinen Kronprinzen (nachherigen Kaiser) Franz, dem Erzherzoge (nachherigen Großherzog von Toscana) Ferdinand und der Erzherzogin Theresia. Ueberhaupt hat er, wie es in seinem Adelsdiplom ausdrücklich angegeben ist, außer der Kaiserin Maria Theresia auch die übrigen Familienglieder des Kaiserhauses gemalt. In der Belvedere-Gallerie befindet sich von ihm das Bildniß des Kaisers Joseph II. in weißer Feldmarschall-Uniform, in einem offenen mit einer allegorischen Bildsäule gezierten Saale. Zur Linken sieht man unten durch den halbaufgezogenen Vorhang in der Ferne Truppen im Feuer exerciren. Am Fußgesimse der Architectur steht: A: Maron Austr.cus Viennsis pinxt. Romae 1775 (auf Leinwand, Höhe 7 Fuß 10 Zoll, Breite 5 Fuß 6 Zoll). Ein anderes bekanntes Bild von ihm ist der Herzog von Gloucester, Bruder Georg’s III. von England, den er dargestellt hat, wie er eben im Begriffe steht, das Pferd zu besteigen. Auch hat er mehrere historische Bilder gemalt, über welche jedoch die Kritik sich nicht günstig ausgesprochen hat, die überhaupt die Bildnisse als das Beste seiner Leistungen bezeichnet. Vornehmlich in der Ausführung war er sehr genau und ließ es darin nicht am Fleiße fehlen, aber Goethe nennt ihn einen Künstler, der nicht fähig war, merkwürdige Erscheinungen hervorzubringen. Auch hat er sich an der Herausgabe der im Jahre 1777 entdeckten antiken Wand- und Deckengemälde des Landhauses Negroni in der Nähe von Rom betheiligt. Mengs gab die Veranlassung zur Herausgabe dieser Malereien und 11 Blätter sind nach Mengs’ und Maron’s Zeichnungen unter dem Titel: „Pitture antiche della villa Negroni“ von A. Campanella, P. Vitali und H. Carattoni gestochen. Maron wurde in Anerkennung seiner Leistungen als Maler im Jahre 1772 in den erbländischen Adelstand erhoben. – Seine Gemalin Therese,[WS 1] auch eine geschickte Künstlerin, war eine Schwester des berühmten Malers Raphael Mengs. Sie hatte sich bei ihrem Vater, gleich ihrem Bruder, in der Kunst ausgebildet und lieferte vornehmlich treffliche Email-, Miniatur- und Pastellmalereien. Nach dem Tode ihres Vaters bezog sie vom spanischen Hofe eine kleine Pension. In der Belvedere-Gallerie in Wien befindet sich von ihr ein Miniaturbild „Eine Sybille“, Nachahmung eines Oelgemäldes von Guercino (auf Pergament, 5 Zoll hoch, 4 Zoll breit); in der Dresdener Gallerie aber sind von ihr gemalte Copien von Correggio’s berühmtem Bilde der Nacht, von dessen h. Hieronymus und der Zigeunerin. Sie starb zu Rom am 10. October 1806, 81 Jahre alt.

Adels-Diplom vom 17. October 1772. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, Fleischmann, 8°.) Bd. VIII, S. 344 [nach diesem geboren im Jahre 1773, was jedoch absurd ist, da er demgemäß ein Jahr vor seiner [7] Geburt geadelt worden wäre]. – Tschischka (Franz), Kunst und Alterthum in dem österreichischen Kaiserstaate (Wien 1836, Fr. Beck, gr. 8°.) S. 42, 53, 74, 378. – (De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1778, v. Trattnern, 8°.) I. Bandes 2. Stück, S. 329. – Wappen. Gevierteter Schild mit Herzschild. In diesem letzteren ist in Gold auf grünem Grunde ein rechtsgewendeter blaugekleideter Ungar mit silbernen Schnüren, Knöpfen und Binde, rothen Stiefeln, einer blauen, braun ausgeschlagenen Pelzmütze auf dem Kopfe und einem blauen, braun ausgeschlagenen kurzen Pelze über den Achseln. In der rechten Hand hält er eine fünfblättrige rothe Rose an grünem Stengel und daran zu beiden Seiten hängendem grünen Laube. Die Linke hat er in die Lende gestützt. Der Hauptschild. 1: in Blau eine goldene Weintraube mit zwei goldenen Blättern; 2: in Silber ein aufrechtstehendes, mit der Spitze auswärtsgekehrtes Weinrebenmesser mit einem rothen Hefte; 3: in Silber auf grünem Grunde ein Rosenstrauß von drei fünfblättrigen rothen Rosen und vier daran hängenden grünen Blättern; 4: in Blau ein einwärtsschreitender goldener Löwe mit offenem Rachen, ausgeschlagener rother Zunge und über sich geschlagenem Schweife. Auf dem Schilde ruht ein rechtsgekehrter gekrönter Turnierhelm, aus dessen Krone ein geharnischter Mann hervorwächst, der in der rechten Hand einen grünen Palmzweig hält, die Linke aber in die Seite gestemmt hat. Die Helmdecken sind rechts blau mit Gold, links roth mit Silber belegt.

Anmerkungen (Wikisource)