BLKÖ:Mészáros, Emerich

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Mester, Stephan
Band: 17 (1867), ab Seite: 455. (Quelle)
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Mészáros, Emerich (Schulmann und Pfarrer, geb. zu Muzslán, einer im Komorner Comitate gelegenen Ortschaft, im Jahre 1811). Die unteren Schulen besuchte er 1821–1828 in seinem Geburtsorte, darauf bezog er das Gymnasium in Erlau und trat dann als Seminarist des Erlauer Comitates in das Collegium von Großsteffelsdorf (Nagyszombat), in welchem er die philosophischen und theologischen Studien beendete. Im Jahre 1834 erhielt er die Priesterweihe und trat nun zunächst als Caplan in die Seelsorge. Nachdem er zwei Jahre in derselben thätig gewesen, erhielt er im Jahre 1836 am Lyceum zu Großsteffelsdorf das Lehramt der ungarischen Sprache und Literatur, wurde zugleich Kanzelredner und Schulaufseher, im Jahre 1837 Katechet, im Jahre 1840 Professor der Physik, in welcher Stelle er bis 1845 verblieb, dann zum Notar des Bischofs von Erlau ernannt, wurde er schon m kurzer Zeit [456] Secretärs-Stellvertreter; 1847 Kanzlers-Stellvertreter und im Jahre 1848 Pfarrer zu Wildgarten (Vadkér) und Honorar-Dechant. Schon während seiner Studienzeit im Seminar betheiligte er sich an der Begründung und Organisirung der ungarischen Seminaristen-Schule zu Großsteffelsdorf, und war zugleich Hauptnotar derselben. Im Jahre 1833 hielt er, von seinen Vorgesetzten aufgefordert, für seine Collegen Vorlesungen aus der ungarischen Sprache, zu welchem Zwecke er eine besondere ungarische Grammatik bearbeitete, welche jedoch ungedruckt geblieben ist. Später, nachdem er schon das Lehramt angetreten, gab er heraus: „Keresztelés és keresztény házások megáldásakori rövid beszédek“, d. i. Kurze Reden bei der Taufe und bei der Einsegnung der christlichen Ehe (Preßburg 1841) – und „Szavalástan“, d. i. Declamationslehre (Großsteffelsdorf 1840), beides Uebersetzungen aus dem Deutschen. Auch hatte er im Jahre 1838 die Direction der neu organisirten ungarischen Seminaristenschule zu Erlau übernommen und sie bis 1845 geführt. Von seinen übrigen literarischen Arbeiten sind anzuführen eine Folge von hundert ungarischen Briefen aus dem Stadtarchive zu Großsteffelsdorf, deren Herausgabe er in der Sammlung ungarischer Sprachdenkmäler begann. Im Jahre 1850 unternahm er ungarische Bearbeitungen des sogenannten Regensburger Katechismus des Jesuiten P. Deharpe für verschiedene Zwecke, unter den Titeln: Elementar-Katechismus für Anfänger, – Kleiner Katechismus für katholische Schüler, – Mittlerer Katechismus für katholische Schüler, – Großer Katechismus u. s. w., und dann Skizzen aus der Religionsgeschichte u. dgl. m. Im Jahre 1853 verfaßte er im Auftrage des k. k. Cultusministeriums eine ungarische Fibel, welche im kaiserlichen Schulbücher-Verlage in Wien erschienen ist. Als Pfarrer zu Wildgarten ist er auch Aufseher und Protector der Elementarschulen in seinem Bezirke und des zu Balassa-Gyarmath befindlichen Institutes der englischen Fräulein. Im Jahre 1858 begann er zur Hebung des in Ungarn noch auf tiefer Stufe befindlichen Erziehungswesens die Herausgabe einer Monatschrift, unter dem Titel: „Népnövelési közlemények a kath. egyház szelemében“, d. i. Mittheilungen über Volkserziehung im Sinne der katholischen Kirche; wie viel Hefte davon erschienen sind, ist dem Herausgeber dieses Lexikons nicht bekannt.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjté Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich, 8°.) I. Th eil, S. 325; II. den ersten ergänzender Theil, S. 412.