BLKÖ:Lobkowitz, Sigismund

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 15 (1866), ab Seite: 329. (Quelle)
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Sigismund Lobkowicz von Hassenstein in der Wikipedia
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47. Sigismund (gestorben im Jahre 1534), von Lobkowitz-Hassenstein und Stifter des Zweiges auf Pětipsi. Er ist ein Sohn Nikolaus (III.), wie sein Bruder Nikolaus (IV.) gleichfalls ein Zögling des gelehrten Bohuslav [s. d. S. 314, Nr. 7] und nach dessen Tode zweiter Erbe der Hassenstein’schen Bibliothek. Sigismund besaß eine wissenschaftliche Bildung, war ein gewandter lateinischer Poet, wie es [330] die von ihm auf uns gekommenen Gedichte, abgedruckt in den von Thomas Mitis herausgegebenen Schriften seines Onkels Bohuslaw beweisen, und besitzt große Verdienste um die Herausgabe der Schriften Bohuslaw’s, welche er bei dessen literarischen Freunden zu sammeln bemüht war. Sigismund war Rector der Wittenberger Hochschule, und hatte um diese Zeit zu seinem, Martin Luther’s und Philipp Melanchton’s Gebrauche aus der Hassenstein’schen Bibliothek 70, nach Miltner (in der „Beschreibung böhmischer Privatmünzen“[WS 1], S. 172) aber gar 700 Bände, durch Matthäus Aurogallus nach Wittenberg übertragen lassen, von wo sie später nach Komotau kamen und dort in einer Feuersbrunst zu Grunde gingen. Der literarische Verkehr mit den Reformatoren zu Wittenberg veranlaßte seinen Uebertritt zum Protestantismus, dem bald auch die übrigen Familienglieder der L.-Hassenstein folgten. Mit seinen Söhnen – der Name seiner Gemalin ist unbekannt – erlosch dieser Nebenzweig; denn sein ältester Sohn Patroklus starb schon 1548 und sein jüngerer, Peter, 1554. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: „Beschreibung böhmischer Privatungen“.