Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 14 (1865), ab Seite: 180. (Quelle)
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Lassu, Stephan (Schriftsteller, geb. zu Visk in der Marmaros 12. April 1797, gest. 19. Jänner 1852). Besuchte die reformirten Schulen zu Szigeth und trat, nachdem er die Studien beendet, bei [181] der ungarischen Hofkammer in den öffentlichen Dienst. Die Muße seines Berufes widmete er wissenschaftlichen Forschungen und Studien, deren Ergebnisse er in der bekannten ungarischen Zeitschrift: „Tudományos gyüjtemény“, d. i. Wissenschaftliche Sammlung, schon im Jahre 1823 zu veröffentlichen begann. Später sich vornehmlich statistisch-historischen Studien zuwendend, gab er mehrere umfangreiche Werke heraus, darunter: „Statistikára való bevezetése“, d. i. Einleitung zur statistischen Wissenschaft; – „Europa statistikai, geographiai és historiai rajzolatával s’a tudományok rövid történetével“, d. i. Europa in statistischer, geographischer und historischer Darstellung, mit einer kurzen Geschichte der Wissenschaften, welcher Gesammtdarstellung besondere Statistiken von England, Frankreich. Rußland, Preußen, Polen, Türkei, Oesterreich, der skandinavischen[WS 1] Länder, von Italien und Algier in 11 Bänden folgten. Ein nicht geringes Verdienst um seine Nation erwarb er sich durch die magyarische Uebersetzung von Zschokke’s Stunden der Andacht, welche unter dem Titel: „A hitatosság oráinak“ in 8 Bänden erschienen sind. Der Versuch der Herausgabe eines größeren weltgeschichtlichen Werkes, wovon er unter dem Titel „Vilagtörtenet“ zwei Bände herausgegeben, scheiterte an Theilnahmslosigkeit, wie ein gleiches der Fall war mit seinem 1836 herausgegebenen Taschenbuch „Mercur“, welches statistisch-genealogisch-historischen Inhaltes war. Entmuthigt über diese unverschuldeten Mißerfolge, gab er endlich die Schriftstellerei ganz auf und lebte zurückgezogen bis an seinen Tod, der ihn im Alter von 55 Jahren ereilte.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjté Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Jos. Danielik (Pesth 1858, Gustav Emich, 8°.) S. 294. – Toldy (Ferencz), Irodalmi arcképel s újabb beszédei, kiadta Tárkányi, d. i. Literarische Porträte von Franz Toldy, herausgegeben von Tárkányi (Pesth 1856, Gust. Emich, 8°.) S. 140.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: skadinavischen.